Die Via Claudia Augusta ist im Unterschied zu anderen römischen Straßen direkt durch zwei äußerst wichtige Meilensteine belegt, die vermutlich aus dem Wunsch zu feiern errichtet wurden: jener von Rabland (Südtirol) und jener von Cesiomaggiore bei Feltre (Venetien). Außerdem wurde vor ein paar Jahren ein dritter in Nauders am Reschenpass gefunden, auf dem allerdings nichts mehr lesbar ist.
Dafür ist das Zeugnis auf den Meilensteinen von Rabland und Cesiomaggiore besonders vollständig. Es wird der Name der Straße, ihre Datierung, ihr Auftraggeber, ihre Länge und – was ziemlich ungewöhnlich ist – ihr „Ersinner“ angegeben werden. Die Angaben sind sogar so ausführlich, dass sie zu Problemen bei der Ermittlung des exakten Straßenverlaufs führen, denn während man sich über den Bezugspunkt der Straße im Norden einig ist, nämlich die Region an der Donau in der Nähe von Augsburg, so werden doch zwei verschiedene Ausgangspunkte im Süden angegeben: Der Stein von Rabland/Rablà (Südtirol) nennt den Po in der Nähe der heutigen Stadt Ostiglia, und auf dem Meilenstein von Cesiomaggiore (Belluno, Italien) wird Altino (Venedig) angeführt, eine damals wichtige Hafenstadt an der Adria.
Mit Hilfe archäologischer Untersuchungen haben die Historiker eine Verzweigung der Via Claudia Augusta bis nach Trient und einen einheitlichen Straßenverlauf von Trient nach Bayern festgestellt. Wenn Sie oben auf die Bilder der Meilensteine von Rabland und Cesiomaggiore klicken, erfahren Sie den Text auf den Meilensteinen.