Schon bei ihrem Feldzug über die Alpen 15 v. Chr. wählten die Römer die Route über den Reschen- und Fernpass, weil sie der niedrigste mögliche Alpenübergang war. Kaiser Claudius ließ die Route 45/46 n. Chr. zur ersten richtigen Straße über die Alpen ausbauen. Die gut geschotterte Straße maß in der Breite großzügige 4 – 8 Meter. Sie führte fast durchwegs den Sonnenhängen entlang und eröffnete so herrliche Panoramablicke. Die Straße der Römer war nach außen gewölbt und mit Straßengräben ausgestattet, durch die Wasser rasch abrinnen konnte, so wie heute die Forststraße zwischen Blindsee und Fernpass. Damit war die Via Claudia Augusta nach Schneefall oder Regen rasch wieder trocken und Unwetter konnten ihr weniger anhaben. Falls doch einmal notwendig, ermöglichten Materialgruben entlang der Strecke eine rasche Sanierung, wofür die ortsansässige Bevölkerung zuständig war. Vor stärkeren Steigungen waren Vorspanndienste eingerichtet. Straßenstationen im Abstand eines Tagesmarsches dienten zur Übernachtung und Verpflegung. Viele waren auch mit einer Therme und einem Heiligtum ausgestattet. Die Römer pflegten eine Art Geschäftsbeziehung mit ihren Göttern. Sie opferten und erwarteten sich dafür, dass während der Reise keine Unfälle passierten. In noch kürzeren Abständen gab es Pferdewechselstationen. Polizeistationen sorgten für Sicherheit. Via Claudia Augusta – „Augusta“ bedeutet kaiserlich - ist also nicht nur treffend, weil der römische Kaiser Claudius den Bau der Straße aus seinem eigenen Säckel finanzierte, sondern durchaus auch auf Grund des Komforts, den sie den Reisenden schon damals bot.
Die Römer waren berühmt für ihre gute Logistik. In Anlehnung daran hat die ARGE Gastlichkeit der Tourismusregionen und Gastbetriebe an der Via Claudia Augusta eine optimale Logistik für die entlangreisenden Tourenradler und Fernwanderer organisiert, die das Reisen entlang der Römerstraße noch genussvoller machen – kaiserlicher Komfort auch heute wieder.
NEU! Einfach retour zum Startpunkt der Reise – Die Reisebüros Zoller aus Lermoos, Schmid aus Nauders Casarotto aus Venetien bringen Radler und Wanderer von jedem beliebigen Tourziel entlang der Route zurück zu jedem beliebigen Ausgangspunkt entlang der Route.
Mühelos über die Pässe – schon gut bewährt haben sich die Radshuttle über den Fernpass und auf den Reschenpass. Im Trentino und im Veneto wird an ähnlichen Services gearbeitet. Für die Räder stehen große Anhänger zur Verfügung. Trotzdem ist es sinnvoll, vorzureservieren.
Reisen ohne Gepäck – Sobald der Rückholbus so gut ausgelastet ist, dass er annähernd jeden Tag von Süden nach Norden fährt, soll er in der Gegenrichtung als Gepäckservice genutzt werden. D. h. dass dann das schwere Gepäck in der Früh im Gastbetrieb stehen bleiben kann und am Abend schon im nächsten Gastbetrieb steht. Damit wird das Radeln und Wandern entlang der Via Claudia Augusta noch genussvoller. Auch muss sich der Radler und Wanderer während seiner Reise nicht mehr mit der Wäsche begnügen, die in Radtaschen oder einen Rucksack passt. Für Gruppen steht der Service schon jetzt auf Anfrage zur Verfügung und natürlich auch für Pauschalreisende, die das Angebot von Radreiseveranstaltern annehmen.
Exemplarisch – die Via Claudia über den Fernpass nach Nassereith (Tor zur Ferienregion Imst-Gurgltal)
Vor 10.000 Jahren brach ein gewaltiger Bergsturz aus dem Afrigall und legte sich in dem Hochtal zwischen Inn und Lech den Reisenden in den Weg – der Fernpass. Mühsam musste sich die Natur das Bergsturzgebiet zurückerobern. Die Pflanzen müssen noch heute mit einer dünnen Humusschicht das Auslangen finden. Die faszinierende Bergsturzlandschaft mutet deshalb an, als würde sie deutlich höher liegen, als sie es mit rund 1250 Meter tut. Schnurgerade, ohne Kehren, führte die Via Claudia Augusta über den relativ jungen Pass. Schnurgerade, weil der Großteil der Römer zu Fuß reiste und man deshalb den kürzesten Weg suchte. An manchen Stellen am Fernpass ist die Via Claudia Augusta noch zu erkennen – z. B. am Römerweg zwischen Weißensee und Blindsee oder unterhalb der Rad- und Wanderroute, bald nach der alten Fernpasshöhe. Sieben smaragdgrünes Seen verleihen der Gegen zusätzlichen Reiz. Deshalb ist der Fernpass allen Mountainbikern und Tourenradlern zu empfehlen, die auch mal bereit sind für das Natuerlebnis auf historischen Spuren ein wenig zu schieben. Nach dem Fernpass warte als Belohnung das malerischen Ensemble Fernseinsee, Schloss und Hotel Fernstein mit Kapelle und Bauernhof sowie das schöne Knappendorf Nassereith am Fuße des Wannig, in dem man noch die Mundlöcher der Stollen erkennen kann. Für jene, denen der Fernpass trotzdem noch zu schwierig ist, oder die einmal rasten wollen, gibt es bereits seit Jahren einen Bike-Shuttle über den Pass.
An der gesamten Via Claudia Augusta wird daran gearbeitet die Via Claudia Augusta möglichst komfortabel zu machen:
Der leichteste Alpenübergang für Radler:
Strecke: ca. 700 km von Donauwörth nach Altino bei Venedig bzw. Ostiglia am Po.
Profil: auf asphaltierten oder geschotterten Radwegen und ruhigen Nebenstraßen. Auch durch Tirol durch die beiden Radshuttle nur wenige Steigungen.
Fernwanderung auf den Spuren der Römer:
Distanz: 30 Tagesetappen à 4 – 6 Gehstunden oder ca. 550 Kilometer
Streckenprofil: auf Forstwegen, Wandersteigen und ruhigen Nebenstraßen, großteils am Fuß der sonnenseitigen Berghänge, wie die historische Route.