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Die Historie der Via Claudia Augusta
Das Wachstum und die Erweiterung des römischen Reiches ging mit dem Bau neuer Heeres- und Handelsstraßen einher, die die Aufgabe hatten, die Beziehungen zu den unterworfenen Völkern und die Kontrolle über die jeweiligen Gebiete zu erleichtern. So stellte sich nach der Eroberung der Provinzen Raetia et Vindelicia und Noricum die Notwendigkeit zur Verteidigung der nördlichen Grenze, entlang des Rheins und der Donau. Die Via Claudia Augusta diente diesem Ziel. Angelegt wurde die Straße im Jahr 15 v. Chr. von Drusus, dem Adoptivsohn des Kaisers Augustus, der gegen die Räter und Vindeliker in den Krieg gezogen war. Die Fertigstellung übernahm sein Sohn, Kaiser Claudius, in den Jahren 46-47 n. Chr., weshalb die Straße auch nach ihm benannt wurde. Die Via Claudia Augusta führte aus der venetischen Poebene (von Altinum-Altino nahe Venedig und von Hostilia-Ostiglia nahe Mantua) bis nach Augusta Vindelicum (oder Vindelicorum - Augsburg in Bayern) und erreichte von hier aus das rechte Donauufer in der Nähe der heutige Stadt Donauwörth (Kastell Burghöfe), mit einer Gesamtlänge von 350 römischen Meilen (ca. 520 km).
Von der Via Claudia Augusta, die nach römischer Bauart aus gestampfter Erde auf einem mehrschichtigen Unterbau aus Kies und Steinen gebaut (viae glarea stratae) wurde, sind als grundlegende Zeugnisse zwei Meilensteine erhalten: Einer wurde 1552 in Rabland bei Meran gefunden, der andere 1786 in Cesiomaggiore (Provinz Belluno), in der Kirche S. Maria Maggiore. Der Meilenstein von Rabland ist im Stadtmuseum von Bozen erhalten.
Der Meilenstein von Cesiomaggiore wird heute in der Villa delle Centenère bei Feltre aufbewahrt. Die Inschriften der Meilensteine weisen einen grundlegenden Unterschied auf: Die Inschrift von Rabland gibt den Po als Ausgangsort an, die von Cesiomaggiore die Ortschaft Altino. Beide nennen die Donau als Ankunftsort.
Man kann davonausgehen, dass es zwei Streckenverläufe der Via Claudia Augusta gab: Der vielleicht ältere Arm ist die so genannte Via Claudia „Padana“,die vom vicus Hostilia (Ostiglia) nach Trient führte Diese Strecke wird auch in zwei berühmten Straßenkarten genannt, dem Itinerarium Antonini (III. Jh. n. Chr.) und der Tabula Peutingeriana (IV. Jh. n. Chr.). Von Tridentum führte die Kaiserstraße - die sich hier mit der Via Claudia “Altinate” vereinte - das Etschtal hinauf bis Pons Drusi (Bozen), bog dort in westlicher Richtung nach Maia (Meran) ab, überquerte den Reschenpass, folgte dem Tal des Aenus (Inn), erreichte Foetibus (Füssen), folgte dem Verlauf des Lecha (Lech), berührte Augusta Vindelicum (Augsburg) und endete in Submuntorium nahe Donauwörth.
Über den Verlauf des anderen Armes, der Via Claudia Augusta ”Altinate”, sind sich allerdings nicht alle Geschichtswissenschaftler einig: Die jüngsten Erkenntnisse führen jedoch zu der Annahme, dass die Straße höchstwahrscheinlich von Altinum (Altino) nach Treviso und von hier durch das Piavetal weiter nach Feltria (Feltre) führte. Nach Feltre mündete die Straße dann wohl auf die Hochebene von Tesino und führte von hier ins Valsugana (Station Ausugum, Borgo Valsugana) und von dort nach Tridentum hinunter.
Geschichte und Kultur
Die Via Claudia Augusta, erst Heeresstraße, dann Handelsweg, zeichnete im Gebiet zwischen Po, Adria und Donau ein enges Netz an Haupt und Nebenstraßen, das den zivilen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Fortschritt zahlreicher Völker begleitete und begünstigte. Legt man heute die 500 km zwischen Donauwörth im Norden und Ostiglia im Süden bzw. Altino (Venedig) im Südosten zurück, wird man sich des hier vorhandenen, umfangreichen und vielfältigen kulturellenErbes bewusst. Hierzu gehören natürlich die archäologischen Areale und Fundstellen Dank derer wir heute über die Via Claudia Augusta sprechen.
Das kulturelle Erbe umfasst jedoch auch Kirchen, alte Kapellen, Burgen und Schlösser verschiedener Epochen, Festungen, mächtige und stille Klosteranlagen, befestigte Dörfer und ruhige Ortschaften. Die Via Claudia Augusta hält nach jeder Wegbiegung neue Überraschungen parat: mit Fresken geschmückte Häuser und liebevoll restaurierte Ortschaften; große und kleine Museen, Erinnerungen an die Kriege der vergangenen Jahrhunderte, in denen sich eben jene Völker feindlich gegenüberstanden, die sich heute In einem vereinten Europa gemeinsam für die Aufwertung der ehemaligen Via Claudia Augusta einsetzen...
Natur und Umwelt
Die vielseitige, empfindliche Natur und Landschaft im Alpenraum ist das Ergebnis eines langen Prozesses, in dem die Menschen über Generationen versucht haben, ihren Lebensraum zu gestalten. Reist man heute durch die Alpentäler, mit dem Auto oder mit dem Fahrrad oder auch zu Fuß, wird deutlich, wie stark der Mensch die Landschaft geprägt hat.
Die Route der Via Claudia Augusta lädt den Reisenden ein, Naturparks und Naturschutzgebiete, Biotope und Hochgebirgsoasen zu erkunden, wo Wildtiereur und üppige Vegetation diesen Teil der Alpen zu einem botanischen und zoologischen Garten machen. Besucherzentren entlang der ehemaligen Römerstraße informieren, atemberaubende Landschaften liefern einmaliges Fotomaterial, die Stille der Natur herrscht über Seen und Wälder. So wird die Via Claudia Augusta zu jeder Jahreszeit zu einem einmaligen Naturerlebnis.
Wein, Kulinarische Spezialitäten und Tourismus
Die Lebhaftigkeit und Herzlichkeit der Menschen zeigt sich auch bei Tisch, beim Genuß vielfältiger kulinarischer Spezialitäten, bei Festen und gelebten Traditionen. Herzhafte, bodenständige, aber auch feine Speisen, die oftmals auf der Grundlage traditioneller, bescheidener Gerichte der Bergbauern oder der Fischer zubereitet werden, laden zum Genießen und Schlemmen ein.
Auf der Reise von der Adria oder vom Po durch das Voralpenland, dann durch die Alpen bis in die Donauebene,variieret das Angebot aus Küche und Keller vielfach. Stellen Sie sich die Via Claudia Augusta als eine lange Tafel vor, mit deftigen bayerischen Spezialitäten welche man mit einem kühlen Bier aus einer bayerischen Brauerei genießt, mit den Fleischgerichten der Tiroler Bauern, zu denen man ein gutes Glas Wein aus einer Südtiroler oder Trentiner Kellerei trinkt, der auch zu den ausgezeichneten Fischgerichten aus Venetien und der Poebene passt.Und wenn sich die Tradition aus Küche und Keller mit historischen Festen, mit Brauchtum und Trachten verbindet, dann wird daraus ein großes Fest!
Die Radroute
Mit dem Fahrrad läßt sich die Via Claudia Augusta zwischen Donau, Adria und Po besonders intensiv und erlebnisreich Genießen. Nehmen Sie sich Zeit, nicht nur die wichtigsten Ortschaften zu besichtigen,sondern auch kleine und vielleicht gerade deshalb besonders interessante Sehenswürdigkeiten zu genießen. Weichen Sie einmal vom Weg ab, und machen einen kleinen Umweg zur besichtigung einer Ritterburg, eines alten Klosters oder eines Naturschutzgebietes.
Der Radfahrer findet entlang der Via Claudia Augusta ein Netz an Radwegen und verkehrsarmen Nebenstraßen. An der Strecke liegen viele große und kleine Ortschaften, in denen er nicht nur Unterstützung bei eventuellen technischen Problemen findet, sondern vor allem eine ausreichende Anzahl von Unterkunfts- und Verpflegungsmöglichkeiten.
Die Regionen, Städte und Gemeinden richteten eine Radwanderroute durch die Gebiete entlang der ehemaligenVia Claudia Augusta ein, die von Donauwörth (Bayern) einerseits nach Altino, nahe Venedig, andererseits nach Ostiglia (Mantua) führt. Bereits vorhandene Radwege wurden eingebunden und die verschiedenen Streckenabschnitte wurden einheitlich ausgeschildert. Entlang der Strecke weisen dreisprachige Thementafeln auf lokale Besonderheiten und auf Spuren aus der Römerzeit hin.
Via Claudia Augusta per Pedes - Wandern auf den Spuren der Römer
Die meisten Römer bereisten die Via Claudia Augusta zu Fuß. Deshalb waren im Abstand eines Tagesmarsches gut ausgestattete Straßenstationen eingerichtet, die die Römer MANSIONES nannten. Dort konnte man übernachten und sich stärken. In der Regel gab es auch eine kleine Therme und ein Heiligtum.
In Anlehnung daran haben wir für Sie eine abwechslungsreiche Weitwanderroute entlang der historischen Straße ausgearbeitet. Die empfohlenen Nächtigungsorte im Abstand von 4 - 6 Gehstunden unterteilen sie in sinnvolle Tagesetappen. Teilweise handelt es sich um die selben Orte, an denen auch die Römer Station machten.
Via Claudia Augusta in Bayern
Entlang der Donau, die seit jeher schiffbar war, verlief der römische Limes, der errichtet wurde, um das römische Kaiserreich vor den germanischen Völkern zu schützen. Spuren dieser Verteidigungslinie sind an der Mündung der Altmühl in die Donau oder in den Stadtmauern von Regensburg sichtbar. Kaiser Augustus sandte im Jahre 15. v. Chr. Drusus und Tiberius über die Alpen, um das gesamte Germanien zu kontrollieren und gegen den Volksstamm der Zimber zu verteidigen, die an die Stelle der Kelten getreten waren. Die Römer schufen so eine neue Provinz, die im Norden durch die Donau begrenzt wurde, und nannten sie Raetia. Vespasian ließ dann den Limes errichten, eine 548 km lange Befestigungslinie, die jedoch den Alemannen (259-260) nicht standhielt und die im Jahre 402 auf Befehl von Konstantin aufgelassen wurde.
Der Korridor der Via Claudia Augusta, von Schwangau bis Donauwörth, begleitet den Besucher mit zahlreichen römischen Fundstücken, die teilweise in archäologischen Museen, teilweise unter freiem Himmel zu besichtigen sind. Augsburg, das schon im I. Jh. n. Chr. eine Fläche von über 75 Hektar bedeckte und über 10.000 Einwohner hatte, war ein blühendes Zentrum; diese Tatsache wird durch einen kapitolinischen Tempel, durch einen überdachten Markt mit 3.000 qm, durch Theater, Therme und Bürgerhäuser bestätigt. Für die Nachwelt sind verschiedene Straßenabschnitte erhalten, einer ist auf dem Grund des Forggensees bei Füssen erhalten. Interessant sind die Überreste der römischen Villa Rustica in Peiting, die römischen Bäder in Schwangau und die römische Handwerks- und Heeressiedlung auf dem 1055 m hohen Auerberg bei Bernbeuren. Mehr interessantes zeigen das Informationszentrum in Rosshaupten und die zahlreichen römischen Museen in Donauwörth, Augsburg und Epfach.
Das Auerbergland an der Via Claudia Augusta
Wo vor 2.500 Jahren schon Römer und Kelten aufeinander stießen, begegnen sich heute Altbayern und Allgäuer. Voll von Spuren dieser Völker, voller Rätsel und Geheimnisse auch, ist die Hügellandschaft des Auerbergland, im Ostallgäu und Pfaffenwinkel, am nördlichen Alpenrand. Benannt wurde diese Landschaft nach dem Auerberg,1.055 Meter über dem Meeresspiegel. Hier befand sich einmal ein Militärlager der Römer, heute krönen den Auerberg eine Wallfahrtskirche mit romanischem Turm sowie ein gastliches Wirtshaus. Alpenwärts reicht der Blick von der Benediktenwand über Schloss Neuschwanstein bis zum Grünten im Allgäu. Kreuz und quer durch das Wald-, Wiesen- und Hügelland am Lech haben die dreizehn oberbayerischen und bayerisch-schwäbischen Auerbergland-Gemeinden ein Netz von geschichtsträchtigen und naturschönen Routen für Wanderer und Radwanderer gesponnen und beschildert. Sie führen zu Weilern wie aus dem Bilderbuch, zu einstigen Wallanlagen und versteckten Seen, zu Wildbächen, Wasserfällen und Wiesengrotten.
Reich an Kultur sind die dreizehn Dörfer. Ein Besuch der phantastischen Wieskirche, ein Weltkulturerbe, und der einzigartigen romanischen Basilika von Altenstadt ist ein Muss. Präsentiert wird die Geschichte des Auerberglandes in den Sammlungen des Museenverbundes Auerbergland. Ein Abstecher zur historischen Hammerschmiede- und zum Kutschenmuseum in Schwabsoien, zum Flößermuseum in Lechbruck am See und zum Dorfmuseum mit Via Claudia – Infozentrum in Roßhaupten, sowie zum Puppenmuseum in Rieden lohntallemal.
Überall unterwegs präsentiert sich die Panoramalandschaft in ihrer ganzen Schönheit. Wer mehr Einblick in deren Entstehung gewinnen will, kann dies spielerisch auf dem Moos-Erlebnispfad in Stötten am Auerberg. Eingebunden in das Wander- und Radwegenetz wurden die überregionalen Fernrouten wie der „Prälatenweg“, der „Münchener Jakobsweg“, die Rad- und Wanderroute „Romantische Straße“ und die Via Claudia Augusta. Die „Autobahn“ des Kaisers Augustus ist als Kulturachse über die Alpen wiederbelebt und als Touristikroute, speziell für Radwanderer aber auch für Wanderer, eine die Alpentäler durchquerende Attraktion. Durch‘s Auerbergland verläuft die Via Claudia Augusta auf knapp 30 Kilometern. An mehreren Streckenabschnitten ist sie gut wahrnehmbar und als Bodendenkmal geschützt. An mehreren Punkten im Auerbergland erinnern nachgebildete Meilensteine an die römische Staatstraße. Am Südrand der Ferien- und Ausflugsregion um den Auerberg hat der aus dem Lech angestaute Forggensee den Stolz der römischen Straßenbauer verschluckt; nur wenn das Wasser abgelassen wird, kommen Dammstücke auf dem Grund zum Vorschein. Mehr als nur entschädigt dafür wird der Besucher vom Wassererlebnis am Forggensee mit unzähligen Möglichkeiten zum Entspannen, Erholen und zum Wassersport.
Via Claudia Augusta in Tirol
Die Römer kamen im 1. Jh. v. Chr. nach Tirol und verdrängten die gallischen Kelten und die Räter. Die Donau, von den Römern Danuvius genannt, war auch für Tirol die Nordgrenze des Reiches und diente als Barriere gegen den Vormarsch germanischer Stämme aus dem Norden. Diesen gelang es im 5. Jh. trotzdem die Römer zurückzudrängen, wobei ihnen auch die slawischen Völker aus dem Südosten zu Hilfe kamen.
Nach dem Reschenpass verlief die Via Claudia Augusta ein Stück im Inntal; parallel zur heutigen Bundesstraße zwischen Nauders (der römischen Station Inutrium, die bereits 150 n. Chr. erwähnt wurde) und Landeck. Hier wurde ein Abschnitt einer Schotterstraße freigelegt, der mit der alten Kaiserstraße in Verbindung gebracht wird; der Ortsname Pfunds (von fundus), auf halber Strecke, erinnert an die römische Besiedelung. In der Nähe von Landeck befindet sich in Fließ, einem Dorf, das eine Partnerschaft mit dem Trienter Vorort Meano hat, ein interessantes archäologisches Museum, das zahlreiche Fundstücke aus der römischen Kaiserzeit aufweist. Als nächstes kommt Imst, das noch 763 als oppidum Humiste bezeichnet wird. Die Römerstraße überquerte den Fernpass und nahm Kurs auf den Lech; in Lermoos wurde ein Straßenabschnitt freigelegt, der auf Pfählen durch das Sumpfgebiet des Lermooser Moores führte. („Prügelweg“)
Via Claudia Augusta in Südtirol
Nach der römischen Eroberung (I. Jh. v. Chr.) gliederte Augustus einen Teil des Landes der Decima Regio (später Venetia et Histria) an; in Meran und Säben hingegen begann Raetia, das mit Vindelicia (Augsburg) eine Provinz bildete; das Pustertal wurde der Provinz Noricum angegliedert.
Von der Salurner Klause folgte die Via Claudia Augusta dem Verlauf der Etsch und erreichte Neumarkt, die Station mansio Endidae (Überreste eines Gebäudes aus dem I. Jh. n. Chr., jüngst freigelegt und restauriert), die im Itinerarium Antonini (III Jh. n. Chr.) genannt wird, sowie Castelfelder, wo ein römischer Ziegel mit dem Markenstempel des Brennofens auresis gefunden wurde. In Bozen, das Drusus im Jahr 15 v. Chr. wegen der bedeutenden Brücke über die Eisack Pons Drusi nannte bog die Römerstraße in Richtung Vintschgau ab und berührte die Station Maia (das heutige Meran) und das nahegelegende Algund, wo das Widerlager einer Brücke aus der Römerzeit gefunden wurde. Der in Rabland ausgestellte Meilenstein bezeugt - neben dem Meilenstein aus Cesiomaggiore - die Existenz einer Via Claudia Augusta: “a Flumine Pado at flumen Danuvium”.
Durch Glurns, das von den Römern mit einem Edikt zur Stadt erklärt wurde, verlief später die Salzstraße, die Salzburg mit dem Engadin verband, während in Mals, vor dem Reschenpass,das Fragment einer Venusstatue aus Marmorgefunden wurde. Nach dem Zerfall des römischen Reiches versuchte Theoderich, König der Ostgoten, Südtirol in einen Vorposten zum Schutz des Reiches gegenfeindliche Einfälle zu verwandeln, aber nach seinem Tod (526) nahmen die germanischen Bajuwaren das Gebiet ein, gefolgt von den Langobarden, die es zu einem ihrer Herzogtümer machten. Im Mittelalter stand das Gebiet unter der politischen und religiösen Macht der Fürstbischöfe von Trient und Brixen und später der Grafen von Tirol; Obwohl der Brennerpass nicht so hoch ist wie der Reschenpass, wurde er erst später benutzt, weil die wilde Eisackschlucht oft von Sterzing über den Jaufenpass nach Meran umgangen werden musste.
Via Claudia Augusta im Trentino
Der Alpenraum wurde um 16-15 v. Chr. vollständig in das römische Reich integriert, als Drusus und Tiberius die Räter und Vindeliker nördlich von Bozen unterwarfen. Das Gebiet des heutigen Trentino lebte jedoch bereits im II.-I. Jh. v. Chr. friedlich unter römischer Herrschaft. Ende des I. Jh. v. Chr. hatte Octavianus Augustus Italien in 11 Regionen unterteilt; das heutige Trentino - zusammen mit dem südlichen Teil Südtirols, der östlichen Lombardei, dem Veneto, Friaul und Istrien bis Pola - gehörte zur Decima Regio; unter Kaiser Diokletian erhielt diese später die offizielle Bezeichnung Venetia et Histria.
Auch im Trentino kam es nach römischer Gepflogenheit zur Unterteilung in Zenturien, zur gleichmäßigen Aufteilung des Landes,in Parzellen, die dann an die Einwohner verteilt wurden. Ein Beispiel für eine solche Unterteilung in Zenturien ist heute nur noch im unteren Sarcatal erhalten.
Die römische Kolonie Tridentum (Trient) wurde 49-42 v. Chr. zum municipium: Auf drei Seiten war die Stadt von Mauern mit Stadttoren umgeben (auf einer Seite war sie durch die Etsch geschützt). Sie hatte einen viereckigen Grundriss, der durch die Hauptstraßen cardi und decumani bestimmt war und der heute in den Überresten der römischen Stadt noch sichtbar ist (S.A.S.S. -archäologisches Areal unter der heutigen Stadt, suburbane Villa mit Thermen, Amphitheater, Überreste des Mauergürtels mit dem Doppeltor Veronensis).
Betrachten wir den Verlauf der Via Claudia Augusta im Etschtal, so ist die Ortschaft Mezzocorona zu erwähnen, in der ein Abschnitt der damaligen Hauptstraße aus gepresstem Kies und Mauerresten der daran liegenden Häuser freigelegt wurden (Rekonstruktion einer domus in der Ortschaft; I-VI Jh. n. Chr.), sowie die Überreste eines Bauernhofes, bestehend aus zwei Gebäuden der späten Kaiserzeit (zu sehen unter der Kellerei Cantine Mezzacorona). Im Etschtal, in Nomi, wurde eine römische Nekropole gefunden, ebenso in Pomarolo (Ortsteil Servìs), wo alleVerstorbenen mit Beigaben beigesetzt wordensind. In Isera, unweit von Rovereto, sind die Resteeines zweistöckigen Bauernhofes sichtbar (I. Jh.n. Chr.); die Fundstücke werden im Stadtmuseum von Rovereto aufbewahrt. Die Gebiete um Ala und Avio, die zum municipium Verona gehörten, weisen mehrere Zeugnisse aus der Kaiserzeitauf: Grabinschriften, ein Meilenstein in der Kirche S. Pietro in Bosco, eine Bronzebüste, die imAntiquarium in Avio aufbewahrt wird.
Das Valsugana zeigt, dass in vielen Fällen während der Frühgeschichte entstandene Siedlungen bis in die römische Kaiserzeit bewohnt waren: Das gilt für die Siedlung auf dem Dosso di S. Ippolito, oberhalb von Castello Tesino (Archäologiepark); von Bedeutung ist der Meilenstein in Tenna di Levico (auf der Piazza S. Rocco zu sehen), der wahrscheinlich die Entfernung in milia nach Feltre angibt.
Via Claudia Augusta - Auf den Spuren der Geschichte im Valsugana
Die neue historische Route auf den Spuren der Via Claudia Augusta „LE VIE DELLA STORIA“, die dank der Zusammenarbeit von 26 Gemeinden geschaffen wurde, begleitet den Besucher durch ein Gebiet, das reich an Geschichte, Traditionen und typischen Produkten ist.
VALSUGANA und LAGORAI: das Lächeln des Trentinos
Das inmitten des Etsch-Tales und der venetischen Ebene gelegene Valsugana-Tal, wo der Brenta-Fluss und die mächtigen Spitzen der Lagorai-Bergkette das Gebiet beherrschen, hat viele Zeugnisse der römischen Zeit bewahren können: zum Beispiel, beherbergt die Kirche von S. Ermete in Calceranica einen Gedenkstein für die Göttin Diana, in Levico kann man einen Steinsarkophag aus einer frühen Nekropolis sehen und in Tenna gibt es einen Meilenstein. Die Geschichte lebt aber auch noch in den alten Dörfern, den imposanten Schlössern entlang dem Tal und den Festungen des Ersten Weltkrieges. Um die ganze Seele dieses Gebietes kennenlernen zu können, stehen den Touristen zahlreiche Museen und Ausstellungen zur Verfügung, wie der Bergbaupark von Calceranica oder der Garten des Sicconi-Turms in Caldonazzo, die Mühle Molino Angeli mit dem Haus der Vogelscheuchen in Marter, das Museo soggetto montagna Donna im kleinen Dorf von Olle oder das Museo della Grande Guerra in Borgo Valsugana, die Molkerei Latteria sociale i n Strigno, das Casa Museo von Alcide Degasperi in Pieve Tesino, das als Erinnerung an diesen großen Politiker und Gründer des Europas eingerichtet wurde, oder das Dokumentationszentrum über alte Druckwerke des Tesino-Hochplateaus. Für diejenigen, die moderne Kunst lieben, ist ein Abstecher nach Arte Sella unerlässlich: dort kann man nämlich die berühmte „Cattedrale vegetale“ sehen, ein Werk das Natur und Kunst in einer neuen Ausdrucksform in sich vereinigt. Die Valsugana und die Lagorai-Kette eignen sich auch als natürliche „Freilichtturnhallen“, wo man in jedem Alter eine Vielzahl von Sportarten betreiben kann. Sportler sollten zum Beispiel die Ippovia del Trentino orientale nicht verpassen: es handelt sich um einen über 400 Km-langen Reitweg durch die bezaubernden Landschaften des östlichen Trentinos. Wer radeln will, findet im Valsugana-Tal den Radweg Pista ciclabile del Brenta oder viele Bergsträßchen für Mountainbikers. Die Seen von Caldonazzo und Levico sind dagegen ideal für Wassersportler. In der Valsugana ist das Wasser auch das Hauptelement für entspannende Therapien unter anderem mit Thermal- und Fangobädern.
Das Hochplateau der Vigolana: eine traumhafte Zeit
Das zwischen den Bergen der Vigolana und der Marzola gelegene Vigolana-Hochplateau ist ein idealer Platz für diejenigen, die nach Natur und Entspannung, bodenständigen Produkten und gemütlicher Gastlichkeit suchen. Diejenigen, die aber Sport betreiben wollen, finden dort ein Netz von gut ausgestatteten Wegen, die sogenannten „60 KM DELLA VIGOLANA“: ideal für Trekking, Mountain Bike, Nordic Walking und Reiten. Wer den Kontakt mit Wasser vorzieht, hat den Parco fluviale del torrente Centa (Flusspark am Wildbach Centa) inmitten von antiken, kleinen Fabrikgebäuden und unberührter Natur zur seiner Verfügung. Auch der Acropark lohnt einen Besuch: hier „spaziert“ man auf tibetanischen Brücken, die an Bäumen hängen.
Civezzano und das Argentario-Bergwerk: Eintauchen in die Geschichte
Der Calisio-Berg war schon in der Vergangenheit ein wichtiges Bergwerkzentrum für den Abbau von Silber, für seine Steinbrüche mit "Ammonitico Rosso" Gestein und Porhyr. Die Abbauarbeiten gehen bis heute weiter. Die Anwesenheit der "Canopi" – der alten Tunnel – erwecken Interesse für dieses außergewöhnliche Gebiet. Civezzano bietet dem Kulturliebhaber viele Sehenswürdigkeiten an: die Kirche von Santa Maria Assunta, das Schloss Castel Telvana, in dem sich heute Kommunalämter befinden, die Villa Ranzi aus dem 18. Jahrhunderts und den Turm der Canopi. Wichtig ist auch die österreichisch-ungarische Festung auf der alten römischen Kaiserstraße: sie galt als Sperrungsfestung zur Sicherung der Stadt Trento.
Via Claudia Augusta im Veneto
Anfangs, im VI. Jh. v. Chr., gaben die Veneter, ein vielleicht anatolisches Volk, das die Euganeer abgelöst hatte, dem Land seine Struktur; dann wurde der römische Einfluss immer stärker, zuerst durch den Bau der großen, heute noch zum Teil erkennbaren Verbindungsstraßen (Via Annia von Padova nach Altino; Via Postumia von Genua nach Aquileia; Via Popilia von Rimini nach Aquileia; Via Emilia von Bologna nach Aquileia, Via Claudia Augusta Altinate und Padana), später durch das Lex Pompeia, das die venetischen Städte zu Kolonie nach römischem Recht machte. Unter Augustus wurde das Veneto 49 v. Chr. der Decima Regio angliedert. Die Region erfuhr wirtschaftlichen Wohlstand; Padua, Handelszentrum und Mittelpunkt der Stoffproduktion, war die zweitreichste Stadt nach Rom.
Das enge Netz der municipia übte eine relativ weitgehende Kontrolle über das venetische Gebiet aus, die durch das gepflegte Straßen- und Wasserstraßennetz sowie durch eine geordnete Aufteilung in Zenturien erleichtert wurde, die Basis für spätere Verwaltungsgliederungen, wie zum Beispiel im agro von Padua und Treviso. Städte wie Oderzo und Aquileia wurden zu Standorten für die römischen Operationen in der nördlichen Adria, während Verona sich mit der Arena und dem Theater schmückte.
Was den viel diskutierten Verlauf der Via Claudia Augusta im Veneto angeht, so kam man bei einer archäologischen Tagung in Feltre im Jahr 1999 zu dem Schluss, dass die Via höchstwahrscheinlich von Altino über Treviso und durch das Valle del Piave (Ponte della Priula: “Via dei Mercatelli”) nach Feltre führte. Was die archäologischen Stätten angeht, seien neben dem römischen Feltria in erster Liniedie municipii Altinum und Tarvisium genannt. Altinum lag an der Kreuzung der Via Claudia Augusta mit der Via Annia nahe des Sile; hier ist eine reichhaltige Dokumentation über die römische Siedlung vorhanden (I. Jh. v. Chr. – I. Jh. n. Chr.), u.a. im örtlichen Archäologiemuseum. Tarvisium, war durch die Mauern des castrum geschützt; durch das Stadttor Altinia führte die Straße nach Altinum.
An der Via Claudia Augusta Padana hatte neben Nogara und Ostiglia, deren Funde heute in den jeweiligen archäologischen Museen gezeigt werden, Verona einen hohen Stellenwert. Verona wurde gegen Mitte des I. Jh. v. Chr. aufgrund seiner wachsenden strategischen Bedeutung für die römische Expansionspolitik neu gegründet. Ende des III. Jh. n. Chr. störten jedoch die Einfälle der Markomannen und anderer germanischer Völker den Frieden in der Region. Mit den Langobarden (VI.-VII. Jh.) verschlechterte sich die Situation weiter: Die Decima Regio verlor ihren Zusammenhalt, die Festlandstädte wurden in viele Herzogtümer zergliedert, die Felder wurden nicht mehr bebaut und Wälder und Sümpfe breiteten sich aus.
Das Gebiet der venetischen Lagune (die legendäre Gründung Venedigs geht auf das Jahr 421 zurück) und Istrien blieben unter byzantinischer Herrschaft, von der sie sich unter Karl dem Großen befreiten, der das Veneto in Grafschaften und Marken unterteilte (VIII. Jh.). Venedig wurde zur Hauptstadt des Handels zwischen dem Orient und Kontinentaleuropa und behielt diese Position bis zur Zeit der großen Entdeckungsreisen im XVI. Jh. bei, die die Handelsrouten neu gestalteten.
Die Stadt Feltre an der Via Claudia Augusta
Feltria, römisches municipium im Stammesgebiet der Menenier seit 42 v. Chr., wurde während der Völkerwanderungen mehrmals zerstört und wieder aufgebaut. Unter den Langobarden und später unter den Franken erreichte es eine gewisse Stabilität, dank der von Mauern umgebener Befestigungsanlage auf dem Hügel. Ihr heutiges charakteristisches Aussehen erhielt die Stadt im XVI. Jh., als sie nach der Zerstörung während des Krieges der Liga zu Cambrai (1509) wiederaufgebaut wurde. Das ist vielleicht der Grund, weshalb Feltre sich von den anderen, kleineren Altstädten im Veneto unterscheidet und eher mit den Kunststädten der Renaissance verglichen werden kann.
Nach dem Fall Venedigs und dem französischen Vormarsch (1797) kam Feltre unter österreichische Herrschaft und trat 1866 dem neuen Königreich Italien bei. Im 19. Jh. verschob sich der Schwerpunkt der Stadt von der hoch gelegenen Zitadelle (Piazza Maggiore) nach unten, an die Zugangsstraßen, die von dem Stadttor aus dem 16. Jh. (Porta Imperiale oder Castaldi) abzweigen. Das Herzstück der Stadt bleibt jedoch weiterhin die Piazza Maggiore, die vielleicht an der Stelle des ehemaligen römischen Forums entstand; hier liegt der Palazzo della Ragione (1548-1570) mit seinem luftigen,ländlichen Laubengang, der dem großen vicentiner Architekten Andrea Palladio zugeschrieben wird. Auf einer Seite des Platzes steht die Kirche S. Rocco, die auf den quadratischen Hauptturm der alten Burg blickt, der am Standort eines römischen Wachturmes errichtet wurde. Unweit davon befinden sich die Galerie zeitgenössischer Kunst „C. Rizzarda“ und das Stadtmuseum, das eine Antikensammlung, eine Kunstgewerbesektion, eine bedeutsame Sammlung von Nussbaummöbeln und eine interessante Pinakothek umfasst. Die archäologischen Sammlungen umfassen ein Lapidarium mit großteils römischen Inschriften aus den Ausgrabungen unter der Kathedrale und unter der Porta Imperiale. Besonders zu erwähnen sind der Anna Perenna, einer italischen Gottheit, geweihte Altar (I Jh. v. Chr.), eine Theatermaske und ein männliches Bildnis (beide I.Jh. n. Chr.), sowie ein Fragment mit der Darstellung eines jungen Mannes aus dem nachfolgenden Jahrhundert.
Der Platz vor der sehr früh schon gegründeten und im Renaissancestil wieder erbauten Kathedrale, die dem hl. Petrus (San Pietro) geweiht ist, ist das religiöse Herzstück der Stadt. Der Kirchplatz liegt über dem bedeutenden archäologischen Areal, das seit den 70er Jahren freigelegt wird und das seit 1995 für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Es sind Überreste von Wohnhäusern und Handwerksstätten entlang zweier Straßen zu sehen, von denen eine mit großen Pflastersteinen belegt ist. Ein Gebäude, bestehend aus zwei großen Räumen, deren Böden mit Marmorplatten und Mosaikeinlagen belegt sind, war wahrscheinlich der Sitz eines Handwerksverbandes (schola). Aus späterer Zeit liegt als unbestreitbares Zeugnis der Bekehrung zum Christentum die Überreste eines Baptisteriums mit rundem Grundriss darüber.
Ostiglia/Po an der Via Claudia Augusta
Das alte Hostilia verdankt seinen Namen dem lateinischen Wort Ostium in der Bedeutung „Eingang“ oder „Mündung“, vielleicht weil einst das Wasser aus dem Po in dieses Sumpfgebiet floss; andere behaupten, der Name komme von den Ländereien des Römers Quinto Curio Ostiglio. Ostiglia liegt nur 13 m ü.d.M. und ist eine ziemlich alte Siedlung, was durch Fundstücke wie Lampen, Urnen und heidnische Gegenstände belegt ist, die bei Ausgrabungen in den Jahren 1722 und 1817 gefunden wurden. Zur Römerzeit erlangte die Stadt beträchtliche Bedeutung: Nach der Überlieferung war sie auch die Heimat des römischen Geschichtsschreibers Cornelius Nepos (I. Jh. v. Chr.).
268 v. Chr. hatten die Römer die Militärkolonie Rimini als Ausgangspunkt für die Eroberung der fruchtbaren Poebene gegründet; danach waren Piacenza und Cremona an der Reihe, die von den Quellen als Häfen genannt werden. Ostiglia, wie auch die municipia Mantua, Brescia und Cremona, wurde der augusteischen Region Transpadana Venetia et Histria angegliedert, die sich nördlich des Po erstreckte und deren Hauptort Aquileia war. Aufgrund seiner geographischen Lage wurde Ostiglia von den wichtigsten Straßen entlang des Po berührt, der seit den ersten Jahrhunderten eine bedeutende Wasserstrasse darstellte, Der Meilenstein aus Rabland (Meran) mit der Inschrift “a flumine Pado” bestätigt wahrscheinlich, dass die Römerstraße - die von Ostiglia, am Ufer des Flusses Po, kommende Via Claudia Augusta Padana - in Richtung Donau weiterführte.
Im III. Jh. wurde die Landwirtschaft zugunsten einer erneuten Militarisierung der Poebene durch den Kaiser Diokletian vernachlässigt, der seine Truppen unter den Bauern rekrutierte und Mailand zur Hauptstadt erklärte. Viele Maßnahmen zur Trockenlegung des Gebiets gingen auf diese Weise verloren, wie auch zahlreiche Römerstraßen; die Ruinen der römischen Gebäude führten jedoch dazu, dass die städtischen Siedlungen ihren ursprünglichen Standort beibehielten, ein wichtiger Aspekt vor allem während derVölkerwanderungen. So war Ostiglia im V. Jh. Sitz eines Frachtdienstes (dromonarii) für Lebensmittel nach Verona, der damaligen Hauptstadt des Gotenreiches.
Die Gemeinde Ostiglia mit ihren 7.000 Einwohnernwar lange Zeit ein Streitobjekt zwischen Mantua und Verona. Seit 1752 gehört sie gemäß dem Vertrag von Ostiglia zur Provinz Mantua. Verona, das die strategische Bedeutung des Städtchens erkannt hatte, hatte im XII. Jh. hier eine Burg errichten lassen, deren Überreste heute noch sichtbar sind. Die Stadtstruktur wird durch zahlreiche Herrenhäuser aus dem 18. Jh. bestimmt, Zeugnisse der österreichischen Herrschaft, die auf die Herrschaft Mantuas folgte. Die Pfarrkirche wurde zwar erst Ende des 19. Jh. gebaut, enthält jedoch einen wertvollen Marmortabernakel, ein Werk von Francesco di Simone Ferrucci (1486).
Im Palazzo Bonazzi, heute Sitz des Rathauses, ist ein gut erhaltener, frühchristlicher Sarkophag ausgestellt, während im Palazzo Foglia aus dem 19. Jh. das archäologische Museum untergebracht ist. Die Sammlung umfasst Fundstücke aus einem Zeitraum von der Jungsteinzeit (zum Großteil aus dem Gräberfeld von Vallona, V.-IV. Jahrtausend v. Chr.) bis ins 19. Jh. Darunter befinden sich Werkzeuge aus Stein, Gegenstände aus Bronze und Knochen, römische Ziegel mit Fabrikmarken und Geschirr, Münzen, Graburnen, Vasen aus der Renaissance aus glasierter Keramik und Majolika.
Wenige Kilometer von der Stadt entfernt erstreckt sich am linken Poufer, an der Mündung von Tione, Tartaro und Canal Bianco, das Naturschutzgebiet „Paludi di Ostiglia“, ein Sumpfgebiet, das auch durch den Valle del Busatello, ein im XVIII. Jh. gebauter Kanal zu Bewässerungszwecken, gekennzeichnet ist. Flussabwärts von Ostiglia liegt in einer geschützten Biegung des Flusses das Naturschutzgebiet “Isola Boschina”.