Kaiserstraße über die Alpen
für Auto, Camper, Bus, ...
(Variante "Altinate")

Klause Ehrenberg bei Nacht

Das Inhaltverzeichnis am Anfang der Routenbeschreibung erlaubt direkt in einzelne Teilabschnitte zu springen. Mit der Navigation am Ende jedes Teilabschnittes können Sie außerdem einfach zwischen den beiden Varianten der Reiseroute für Auto, Camper, Bus, ... "Altinate" und "Padana", hin- und her-wechseln. Gemeinsam mit den hier downzuloadenden Karten kann die detaillierte Routenbeschreibung auch als Unterlage während einer Fernwanderung dienen. Alternativ gibt es Offline-Navi-Apps für iPhone und Android oder gedruckte Tourenbücher.

Übersichtskarte Teilabschnitt 01
Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 01

Donauwörth im Donau-Ries
Start der ersten Straße
über die Alpen

  • 01

Der Startpunkt der Via Claudia Augusta liegt in der Stadt Donauwörth. Gründe dafür sind die Donau, die beim Weitertransport schwerer Güter half, und die Nordgrenze des Römischen Reiches, die zu Beginn und nach dem ersten Rückzug vor den Germanen dort verlief. Der nördlichste Teil der Römerstraße liegt heute im Landkreis Donau-Ries, der im Norden bis fast zum Limes reicht. Neben der Donau wird das Land vom 25 km Durchmesser großen Ries-Krater geprägt, den ein Meteoriten-Einschlag vor 14,5 Mio. Jahren geformt hat. Der Name „Ries“ soll von der römischen Provinz Rätien stammen. Die Stadt Donauwörth, auf deren Gebiet das Ende der Römerstraße liegt, gab es zur Römerzeit noch nicht. Anstatt dessen machten sich dort immer wieder die Wasser von Donau, Wörnitz, Zusam, Schmutter und Lech breit, die sich im Raum Donauwörth vereinen. Die Entwicklung der Stadt begann mit einer Fischersiedlung auf der Insel Ried in der Wörnitz. Heute liegt der Großteil der Altstadt nördlich des Flusses. Dieser Teil lockt mit einem der schönsten Straßenzüge Süddeutschlands, der Reichsstraße.

Donauspitz, Mündung, Wörnitz, in die Donau, Donauwörth, Via Claudia Augusta, Bayern, Foto Donauwörth
Der Frühling in Donauwörth
Foto von einer Staudammmauer in Donauwörth
Reichsstraße in Donauwörth, Foto von Lois Lammerhuber
Donauwörth, Frühling, Zusammenfluss
Luftbild von Goldberg in Donau Ries
Dorf mit Burg in Huisheim, Donau Ries
Foto von Radfahrern in Donau Ries
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Passend zum Start einer Reise entlang der historischen Straße befifindet sich im Tanzhaus in der Reichsstraße das Archäologische Museum. Auch das imposante Rathaus fibefifindet sich an der Straße. Durch das Rieder Tor, in dem sich das Haus der Stadtgeschichte befifindet, geht es auf die Altstadtinsel Ried, wo die Entwicklung der Stadt ihren Ausgang nahm. Dort befifindet sich auch das Heimatmuseum. Zurück auf der Reichsstraße führt der Spaziergang am Liebfrauenmünster und Fuggerhaus vorbei.  Mit einem Besuch im Käthe-Kruse-Puppen-Museum, das in der Heimatstadt der berühmten Puppen deren Geschichte erzählt, schließt der Rundgang. Die Tourist-Info bietet auch zahlreiche Führungen.

Archäologisches Museum: Reichsstraße 34,

+49 (0)906 789-170, geöffnet Sa, So, Fei 14 — 17 Uhr.

Haus der Stadtgeschichte im Rieder Tor: Spitalstraße 11,

+49 (0)906 789—170 oder —151, öffnet auf Anfrage.

Heimatmuseum auf der Insel Ried: Museumsplatz 2,

+43 (0)906 789—170 oder —151, geöffnet Mai — Okt. Di — So 14 — 17 Uhr, Nov. — Apr. Mi, Sa, So und Fei 14 — 17 Uhr.Käthe-Kruse-Puppen-Museum: Pflflegstr. 21a, +43(0)906 789-170 oder — 151. geöffnet Mai — Sept. Di — So 11 — 18 Uhr, Okt. — April, Do — So 14 — 17 Uhr,  25. 12. — 6. 1. tägl. 14 — 17 Uhr, geschlossen 24. 12. und Karfreitag.

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Am Ortsrand von Nordheim führt ein Fußweg, gleich nach der Brücke links, zu einer Nachbildung eines Meilensteins der Via Claudia Augusta, der den Startpunkt der Römerstraße markiert.

Übersichtskarte Teilabschnitt 01
Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 01
Übersichtskarte Teilabschnitt 02

Durch das Lechtal
Von Submuntorium
nach Gersthofen

  • 02

Das Mündungsgebiet von Wörnitz, Schmutter und Lech und das Lechtal bis Augsburg waren schon in der Römerzeit besiedelt. Auf der unscheinbaren, ersten kleinen Anhöhe zwischen Mertingen und Druisheim befanden sich die römischen Festungsanlagen Submuntorium-Burghöfe. Auch in Langweid am Lech soll sich ein Militärlager befunden haben. Die Orte bis Druisheim zählen noch zum Landkreis Donau-Ries. Dann beginnt das Augsburger Land. Die größten Orte sind das 1989 zum Markt erhobene Meitingen und Gersthofen, das seit 1969 Stadt ist. Die Römerstraße führt zielstrebig am Lech in Richtung Augsburg. Teilweise ist sie noch ein Weg. An einigen Stellen zeichnet sie sich als Damm im Gelände ab. Ein Großteil ist heute Trasse der Bundesstraße 2. Die Aulandschaft des Lech, die die Römerstraße streift, teilt das Augsburger Land vom Wittelbacher Land.

Ehemaliger Standort Submuntorium Burghöfe Druisheim Mertingen Lechtal, Foto Deininger
Kloster Holzen Allmannshofen im Lechtal, Foto Kloster Holzen Hotel GmbH
Merkurheiligtum Gersthofen Lechtal, Foto Deibler
Ballonmuseum Gersthofen Lechtal, Foto Gersthofen
Merkurheiligtum mit Leuten Gersthofen Lechtal, Foto Deibler
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Im Rathaus von Asbach-Bäumenheim dokumentieren mehrere Vitrinen die Römerzeit in der Gegend. Die Römerstraße, auf der die Straße den Ort verlässt, liegt direkt auf der historischen Trasse. Die Kreisstraße DON 28, über die die Reiseroute in den Ort Mertingen führt, ist die Straße, die die Via Claudia Augusta in späterer Zeit als Verbindung zwischen Donau und Augsburg ablöste. Die Reiseroute folgt ihr über weite Strecken, weil sie durch die schmucken Ortszentren führt. In ihrer Zeit war Verkehr kein Problem. Mertingen hat einen rührigen Museumsverein. In der „Sölde“ in der Mardostraße 10 erfährt man einiges über die Wohnkultur in einem bäuerlichen Anwesen im 18. und 19. Jh. Die „Alte Schule“ hinter dem Rathaus in der Fuggerstraße 3 zeigt Funde aus römischer und vorrömischer Zeit sowie Exponate zur alamannischen Gründung bzw. Besiedlung des Ortes. Im „Stadl“ in der Hilaria-Lechner-Straße 13  ist schließlich eine große Sammlung bäuerlicher Geräte, Kutschen, Räder und Schlitten zu sehen.  +49 (0)9078 9600 18, Öffnung auf Anmeldung, www.museumsfreunde.mertingen.de. Auf einer Anhöhe zwischen Mertingen und Druisheim informiert eine Thementafel über den Standort Submuntorium-Burghöfes und erklärt seine Funktion als Teil einer Feuerzeichenkette. Nach einem Abstecher zum ehemaligen Benediktinerinnenkloster Holzen, das im 13. Jh. gegründet und Ende des 17. Jh. neu errichtet wurde, geht es über Nordendorf und Westendorf nach Ostendorf, wo in der Außenmauer der Kirche St.—Michael ein Stein aus frühchristlicher Zeit eingemauert ist. Zwischen Waltershofen und dem Markt Meitingen liegt rechts ein Einkaufszentrum, das nach der Via Claudia Augusta benannt ist. Dieses liegt wie die Hauptstraße duch den Markt direkt auf der Trasse der Römerstraße, an die, bei der Raiffeisenkasse, ein Meilenstein erinnert.  Vor Herbertshofen stehen an der Straße eine Thementafel zum hoch entwickelten römischen Vermessungswesen und eine nachgebaute Groma, mit der Interessierte selbst Landvermessungsversuche unternehmen können. Am Lech vor Langweid findet sich ein Kraftwerk aus 1907 mit dem Lechmuseum Bayern.  Lechwerkstraße 19, 86462 Langweid am Lech, +49 (0)821 328—1658, geöffnet am 1. So im Monat, 10 — 18 Uhr oder nach Anmeldung. Im Ort Langweid entdeckten Archäologen vor wenigen Jahren ein Stück der Via Claudia Augusta. Im Norden der Stadt Gersthofen quert die Reiseroute zweimal ihre Trasse, die  an der oberen Kante eines zum Lech hin abfallenden Hanges Richtung Stadtzentrum führt. In einem kleinen Park ist ein Heiligtum mit einer Statue des Gottes Merkur eingerichtet. Ihn baten Händler und Reisenden um eine gute Reise. In Gersthofen erwartet den Reisenden das Ballonmuseum Gersthofen. Es erzählt die Entwicklung der Ballonfahrt.  Bahnhofstraße 12, 86368 Gersthofen, +49 (0)821 2491 ext. 506, geöffnet Mi, Fr 13 — 17 Uhr, Do 10 — 19 Uhr, Sa, So, Feiertag 10 — 17 Uhr, www.ballonmuseum-gersthofen.de.

Übersichtskarte Teilabschnitt 02
Übersichtskarte Teilabschnitt 03
Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 03

Augsburg
Römische Provinzstadt
Augusta Vindelicum

  • 03

Nach dem Alpenfeldzug 15 v. Chr. richteten Kaiser Augustus Adoptivsöhne Drusus und Tiberius im nördlichen Stadtteil Oberhausen ein Militärlager ein. Es war der Grundstein für Augusta Vindelicum, der späteren Hauptstadt der Provinz Rätien. Augsburg ist somit wahrscheinlich die zweitälteste Stadt Deutschlands, auf alle Fälle war es aber eine der größten römischen Städte nördlich der Alpen. Die Siedlung umfasste über 25 ha, zählte in ihrer Blütezeit 10 bis 15.000 Einwohner und hatte alles was eine römische Provinzstadt zu bieten hatte: Tempel, Markthalle, Stadthalterpalast, Theater, Thermen, ... Jedes Stadthaus war mit Fließwasser ausgestattet. Die Via Claudia Augusta zog im Westen an der Stadt vorbei und ist im zentralen Bereich vom Rathaus bis zum Merkurbrunnen ident mit der historischen Hauptstraße durch die Altstadt. Noch bedeutender war Augsburg, als die reichen Fugger Ende MIttelalter, Anfang Neuzeit von ihrer Heimatstadt aus wirtschaftlich die Welt eroberten. Später regierten die Fürstbischöfe von Augsburg aus ein weites Land bis nach Tirol.

Augsburg bei Nacht, Maxstraße, Foto Regio Augsburg
Augsburg Goldener Saal im Rathaus, Foto Regio Augsburg
Römermauer in Augsburg, archäologische Nischen, Dom, Foto Regio Augsburg
Augsburg Rathausplatz, Foto Regio Augsburg, Christine Pemsl
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Auf der alten Verbindungsstraße, die bis zur Grenze zwischen den beiden Städten Augsburger und dann Donauwörther Straße heißt, geht es von Gersthofen nach Augsburg. Der nördlichste Teil der ehemaligen römischen Provinzstadt ist Oberhausen, wo die Römer nach dem Alpenfeldzug ihr erstes Lager einrichteten. Dann geht es über die Wertachbrücke in den Raum zwischen den Flüssen Wertach und Lech, wo sich die Stadt über die Jahrtausende entwickelte. Durch das Fischertor, das Teil der ehemaligen Ringmauer um die Stadt war, führt die Reiseroute in den ältesten Teil Augsburgs. Direkt am Weg, in der Frauentorstraße 30, liegt das Geburtshaus von Leopold Mozart. Nach einem Bogen um den Dom gelangt der Reisende schließlich geradewegs zum Rathausplatz, wo eine verkehrsberuhigte Zone beginnt.  Kurz zuvor zweigt rechts der Weg zur Parkgarage Ernst-Reuter-Platz ab.

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Am bequemsten ist die Zeitreise mit Stadtführern am Taxi-Lenkrad um €29 Euro €pro Stunde, für bis zu 4 Personen. Die Sehenswürdigkeiten liegen aber auf relativ engem Raum, weshalb die Zeitreise auch zu Fuß gut möglich ist. Vom Parkhaus startend geht es am besten zuerst zur fürstbischöffllflichen Residenz, von wo aus lange Zeit die Geschicke des umliegenden Landes bis nach Tirol regiert wurde. Heute hat dort die Bezirksregierung von Schwaben ihren Sitz. Von dort umrundet der Streifzug durch die Stadt den Dom und bietet im Garten im Äußeren Pfaffengässchen archäologische Einblicke in das römische Augsburg. Ab 2014 gibt es in einem Renaissance Gartenhaus in der Straße außerdem das Fugger—und-—Welser— Erlebnismuseum zu entdecken, das mit Multimedia und Interaktionsmöglichkeiten einen Eindruck von der Bedeutung Augsburgs und vom wirtschaftlichen Einflflfflluss seiner Handelsgeschlechter im Europa und der Welt des 16. Jh. vermittelt. Nach der Besichtigung des Doms sind am südlichen Vorplatz an der Römermauer Steinskulpturen zu entdecken. Gegenüber steht in der Peutingerstraße 11 das Haus des Humanisten Peutinger. Der Kaufmann war Sammler von römischen Münzen und Steindenkmälern und begründete die Augsburger Römerforschung. Nach ihm ist übrigens auch die erste Straßenkarte Europas der Römer benannt, deren Kopie aus dem 12. Jh. er veröffentlichen wollte. An der Tordurchfahrt des Hauses wurden römische und jüdische Steindenkmäler eingemauert. Als nächstes wartet das Rathaus, das eines der bedeutendsten Profanbauten der Renaissance nördlich der Alpen darstellt. Gemeinsam mit dem Perlachturm, von dem man einen herrlichen Ausblick auf die Stadt genießt, bildet es das Wahrzeichen von Augsburg. Im Inneren des Rathauses fiffiindet sich mit dem Goldenen Saal eines der bedeutendsten Kulturdenkmäler der Spätrenaissance in Deutschland. Über den Vorplatz wacht — vom Monumentalbrunnen aus — Stadtgründer Augustus. Vom Rathaus bis zum weiter südlich gelegenen Merkur-Brunnen ist die Maximilianstraße ident mit der Römerstraße, die im Westen an der Stadt vorbeiführte. Noch ein wenig westlicher, am Fuggerplatz 1, beffiifindet sich das Maximilianmuseum. Es ist das Stammhaus der Kunstsammlungen und Museen der Stadt und umfasst drei Abteilungen: Skulpturen, Kunsthandwerk und Stadtgeschichte. Zu den Glanzstücken zählen eine Sammlung von Skulpturen aus der Spätrenaissance oder Goldschmiedearbeiten aus der Zeit, in der  die Fuggerstadt eine der bedeutendsten Goldschmiedemetropolen Mitteleuropas war. Hauptattraktion des Museums ist aber der glasüberdachte Innenhof. Im Viermetzhof befiffiifinden sich die restaurierten Hauptfiffiiguren der Augsburger Prachtbrunnen: Augustus-, Herkules- und Merkurbrunnen. Etwas weiter, am Zeugplatz 4, ist das barocke Zeughaus, einst Kaserne und Waffenarsenal, zu entdecken. Natürlich hatten auch die Fugger ihren Palast in der Maximilanstraße, nämlich auf Nr. 36. Ihre Sozialsiedlung „Fuggerei“ nimmt die Zeitreise durch Augsburgs Geschichte am Rückweg zum Parkhaus mit.

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Die Reiseroute führt im Osten am Kern der Altstadt vorbei. Sie passiert ein weiteres Tor der ehemaligen Ringmauer, das Vogeltor, das Einlass in die Jakobervorstadt war. „Am Predigerberg“ wartet eine archäologischen Nische. Das Ende der Maximilianstraße bildet  die Basilika St. Ulrich und Afra. Aus der Stadt schnurgerade Richtung Stadt Königsbrunn führt die Route auf der Haunstetterstraße, die dem Verlauf der Römerstraße entspricht. Etwas östlich liegt der botanische Garten der Stadt.in dem ein römischer Garten daran erinnert, dass die Römer viele neue Pflffllflanzen und Anbaumethoden mitbrachten.

Übersichtskarte Teilabschnitt 04
Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 04

Durch das Lechfeld
Von Augsburg
bis Landsberg am Lech

  • 04

Das Lechfeld ist eine markant ffllflache Schotterebene, die durch die Schlacht am Lechfeld 955 gegen die Ungarn traurige Berühmtheit erlangte. Schon zur Römerzeit war die Ebene besiedelt. Es wird vermutet, das sich die römische Straßenstation ad novas, die in der antiken Straßenkarte Tabula Peutingeriana vermerkt ist, in Igling befand. Auch in Untermeitingen soll es eine spätrömische Befestigungsanlage gegeben haben. Im Süden von Augsburg schließt die junge Stadt Königsbrunn an, in der ein Mithras-Heiligtum zu bestaunen ist. Neuerlich besiedelt wurde der Ort erst Anfang des 19. Jahrhunderts. Wie die Orte bis Obermeitingen gehört Königsbrunn zum Landkreis Augsburg. Südlich grenzt der Landkreis Landsberg am Lech an. Die weiter zielstrebig Richtung Alpen ziehende Römerstraße ist im Lechfeld über weite Strecken besonders gut zu sehen. Die Reiseroute führt auf der alten Landstraße durch malerische Orte. Graben ist übrigens Heimatort von Hans Fugger.

Mercateum Königsbrunn Lechfeld Augsburger Land, Foto Königsbrunn
Mythräeum Heiligtum Lechfeld Augsburger Land, Foto Tschaikner
Historsche Radlergruppe Igling Ammersee, Foto Tschaikner
Schloss Igling Landkreis Landsberg, Foto Tschaikner
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Auf Geheiß der königlichen Regierung von Schwaben und Neuburg wurden 1833 entlang der langen geraden Straße durch Königsbrunn, die weitgehend der römischen Trasse folgt, zwei Brunnen zur Labung von Mensch und Tier gegraben. Drei Jahre später errichteten die ersten Siedler bei den Königsbrunnen ihre Häuser. 1967 wurde Königsbrunn zur Stadt erhoben. Es hat viel zu bieten. Das Mercateum auf der Freifflläche ist der begehbare, größte auf historischer Kartograffiifie beruhende Globus der Welt.  U. a. zeigt er eine Kopie der Tabula Peutingeriana, der ersten Straßenkarte Europas, die die Römer gezeichnet haben. Beim Rathaus wartet ein Archäologisches Museum. Ein Mithras-Heiligtum im städtische Friedhof in der Wertachstraße ist jederzeit frei zugänglich. Der Mithras-Kult stammt aus Kleinasien und war Wegbereiter des Christentums. Als dieses im 4. Jh. Staatsreligion wurde, sah man den Kult als Konkurrenz.

Archäologisches Museum, Markpl. 7, 86343 Königsbrunn, +49 (0)8231 606 260, geöffnet jeden 3. So im Monat 10 — 12 Uhr, Führungen jeweils von 10 — 11 Uhr oder nach Vereinbarung.

Mercateum, Königsallee 1, +49 (0)8231 919 573, geöffnet 1. Mai — 31. Okt. jeden So und Fei 14 — 19 Uhr, Führungen um 14:30. Sonderführungen nach Vereinbarung, www.mercateum.de

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Gleich nach der Schnellstraßenquerung ist links und rechts ein Schotterweg zu sehen. Der Weg heißt Via Claudia Augstusta und ist auch tatsächlich die römische Trasse. Zwischen Königsbrunn und Untermeitingen liegt das mit 11 km längste, zusammenhängend sichtbare Teilstück einer Römerstraße in Deutschland. Besonders gut zu erkennen ist die Via Claudia Augusta auf diesen 11 km außerdem als Wiesendamm im nördlichen Neubaugebiet in Kleinaitingen und im Grünanger nördlich eines Meilenstein-Nachbaus in Untermeitingen. Die Reiseroute führt im Ort Oberottmarshaushausen nach links und dann immer geradeaus — auf der alten Verbindungsstraße — durch die  weiten,  ebenen Felder und Äcker sowie die beschaulichen  Ortskerne von Kleinaitingen, Graben, Unter- und Obermetingen, Hurlach und Unterigling. Auf Höhe von Untermeitingen gab es bis ins 19. Jh. eine Furt, die der einzige Lechübergang im gesamten Lechfeld war. Geprägt haben die Gemeinde auch die Adeligen von Imenhof. In ihrem kleinen Schloss ist heute die Gemeindebücherei untergebracht. Schloss Hurlach ist genauso wie Schloss Igling in Privatbesitz. Die Gemeinde Igling ist in einem  besonders schönen alten Gebäude untergebracht.

Übersichtskarte Teilabschnitt 04
Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 04
Übersichtskarte Teilabschnitt 05
Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 05

Landsberg am Lech
Brücke zur
Via Claudia Augusta

  • 05

Die bedeutende Salzstraße von Reichenhall über München kreuzte auf ihrem Weg in die Schweiz in der Gegend die Via Claudia Augusta. Herzog Heinrich der Löwe verlegte sie 1158 von Kaufering etwas weiter nach Süden. In diesem Zuge ließ er eine Brücke errichten und zu deren Schutz die bestehende Burganlage zum „Castrum Landespurch“ ausbauen. In ihrem Schutz entstand — eingebettet zwischen Lech und Lechhochufer — die rasch wachsende Siedlung, die schon im 13. Jh. zur Stadt Landsberg erhoben wurde. Das heute weitaus größere Stadtgebiet westlich des Lech entwickelte sich ab dem 19. Jh. Die Via Claudia Augusta führt noch ein Stück weiter westlich durch das Gemeindegebiet, hatte aber — wie die Wasserstraße Lech — große Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt. Die mittelalterlich geprägte Altstadt ist nur über die Lechbrücke oder ihre Tore zugänglich und verfügt auch noch über einen Teil ihrer mehrfach erweiterten Stadtmauern. Glanzstück ist der neu gestaltete Hauptplatz.

Landsberg Am Lech, Foto Landsberg
Hauptplatz Landsberg Am Lech, Foto Landsberg
Landsberg Am Lech Mutterturm, Foto Landsberg
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Die Altstadt liegt nicht direkt an der Via Claudia Augusta, sondern an der Salzstraße. Bevor sich dem Reisenden auf seinem Weg ins Zentrum den Blick auf die Altstadt hinter dem Lechwehr eröffnet, wartet in den Parkanlagen entlang des Flusses der Mutterturm auf seine Entdeckung. Hubert von Herkomer ließ ihn zum Gedenken an seine Mutter im Stil eines normannischen Burgfrieds bauen. Der renommierte Künstler lebte und arbeitete in England, hinterließ aber seiner ehemaligen Heimatstadt seine Gemälde und Graphiken. Sie sind im Herkomermuseum im Turm zu sehen, der auch ein extravagantes Beispiel des Wohn- und Arbeitsraumes eines Künstlers im 19 Jh. ist. Vorderer Anger 274, Tel. +49 (0)8191 42 296, Öffnungszeiten: nach telefonisicher Vereinbarung (außer SO). Während des Besuchs des Mutterturms, eines Fotostops vor dem Lechwehr oder einem Besuch in der Altstadt kann das Auto am Lech abgestellt werden. Weiters gibt es eine Parkgarage im Schlossberg.

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Ein Großteil des mittelalterlich geprägten Hauptplatzes der Stadt ist wie die meisten der schmucken Gassen der Altstadt Fußgängern vorbehalten. Der markante Turm ist der Schöne Turm, auch Schmalzturm genannt. Vis-a-vis, im aufwendigst verzierten Haus, dem historischen Rathaus, fibeffiindet sich die Tourist-Info.  Die Fassade trägt die Handschrift von Dominikus Zimmermann, dem Erbauer der Wieskirche, der auch Bürgermeister von Landsberg war. Links der Touristinfo gelangt der Besucher durch die Salzgasse zum Lech. Im Inselbad der Stadtwerke lässt es sich direkt am Lech herrlich baden. Die schmucken Gässchen der Altstadt reichen bis zum Sandauer Tor im Norden der Altstadt. Auf dem Weg dorthin liegt auch das Historische Schuhmuseum mit Schuhen aus 8 Jahrhunderten und von vielen Prominenten. Die barockisierte dreischiffififfiige Stadtpfarrkiriche Maria Himmelfahrt mit stattlichem Vorplatz verdeutlicht die noch weit größere Bedeutung der Stadt in der Vergangenheit. Hinauf auf den Lechberg geht es schließlich vom Hauptplatz durch den Schmalzturm in die gepflffllasterte „Alte Bergstraße“, die einst die Salzstraße war. Oben am Lechberg befiffiindet sich das Stadtmuseum und das spätgotische Bayertor.

Von-Helfenstein-Gasse 426, Tel. +49 (0)8191 128 360, geöffnet April-Jan., Di — Fr 14 — 17 Uhr und Sa, So, Fei 11 — 17 Uhr.

Hist. Schuhmuseum, Vorderer Anger 274, +49 (0)8191 42 296, öffnet nach telefonischer Vereinbarung (außer SO).

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Über die Brücke und weiter der Salzstraße folgend führt die Reiseroute zurück zur Römerstraße.

Übersichtskarte Teilabschnitt 05
Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 05
Übersichtskarte Teilabschnitt 06
Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 06 Lechrain

Fuchstal & Lechrain
Von Landsberg am Lech
nach Schongau

  • 06

Zwischen Landsberg und Schongau führt die Reiseroute durch das Fuchstal nach Epfach, dem römischen Abodiacum, und dann am Lechhochufer nach Kinsau, Hohenfurch und in Schongaus Urpfarre Altenstadt. Fuchstal, so nennt sich das Tal des Wiesbaches zwischen Lechhochufer und einem bewaldeten Geländerücken im Westen, mit den Orten Unterdießen, Asch, Leeder und Denklingen. „Fuchs“ wird auf die Form des Tales bzw. die bräunliche Färbung der Felder im Herbst zurückgeführt. Vor Hohenfurch, das schon zum Landkreis Weilheim-Schongau zählt, wird es erstmals nach dem Donau-Ries sanft hügelig. Die Orte in diesem Abschnitt sind besonders ursprünglich und beschaulich. Geschichtliches Highlight ist sicherlich der Standort des ehemaligen Römerkastells Abodiacum am Lorenzberg, auf einer Halbinsel in der Lechschleife bei Epfach.

Unterdiessen, Blick Zum Schluss, Fuchstal, Foto Underdiessen
Maluramuseum, Unterdiessen, Fuchstal, Foto Maluramuseum
Denklingen Landsberg Fuchstal, Foto Tschaikner
Lech bei Epfach, Denklingen, Fuchstal, Foto Tschaikner
Lorenzberg, Epfach, Denklingen, Foto Tschaikner
Römisches Museum Epfach, Kastell Abodiacum, Foto Tschaikner
Claudius Paternus Clementianus, Epfach, Denklingen, Foto Tschaikner
Lechschleife Epfach Denklingen, Foto Tschaikner
Kinsau, Lechrain, Lechhochufer, Ammersee, Foto Kinsau
Lech Erlebnisweg, Hohenfurch, Kinsau, Foto Hohenfurch
Hohenfurch Auerberland Pfaffenwinkel, Foto Hohenfurch
Schönach, Hohenfurch, Auerbergland, Foto Hohenfurch
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Von Erpfting bis Ellighofen führt die Reiseroute auf der Originaltrasse der Römerstraße. Ab dort zweigt sie dann von der Römerstraße ab, um Ihnen die schmucken Dörfer des Fuchstales zu zeigen. Über Unterdießen thront das 1589 errichtete Schloss. Außerdem lockt in Oberdießen das Malura-Museum mit Gemälden, Zeichnungen, Aquarellen und Collagen des Münchner Künstlers nach 86944 Oberdießen, am Mühlweg 2, Tel. +49 (0)8243 3638. Asch verfügt über besonders viele alte Häuser und eine Kastanienallee. Die Pfarrkirche geht laut Grabungen auf eine Holzkirche aus dem 9. Jh. zurück. Die St. Michaelskirche, auf einer Anhöhe über Denklingen, weist im Inneren viele Parallelen zur bekannten Wieskirche auf. Bei Denklingen schwenkt die Route wieder zum Originalverlauf und führt nach Epfach, das auf einer Halbinsel in der Lechschleife liegt. Im Forst westlich Denklingens fifindet sich ein Walderlebnispfad mit Aussichtsplattform auf einem Römerturm.

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Am Lorenzberg, wo heute die Lorenzkapelle thront, befand sich einst das römische Kastell Abodiacum. Das kleine Römermuseum in Epfach vermittelt einen Eindruck davon. Der Ort darf auch auf einen seiner Bürger besonders stolz sein. Claudius Paternus Clementianus war Stadthalter in Nordafrika.  Museum, Via Claudia 16, 86920 Epfach, +49 (0)8243 9601—0, Sommer wie Winter 9 — 17 Uhr frei zugänglich.

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Von Epfach bis Hohenfurch führt die Route am Lechhochufer. Unterwegs lockt ein Abstecher nach Kinsau, das in mehreren Geländestufen zum Lech abfällt. Hohenfurch liegt direkt an der B17, der Nachfolgestraße der Via Claudia Augusta, die die Reiseroute im Ortszentrum unterquert. Der Ort wird von der Schönach geprägt, der die Route Richtung Schwabniederhofen folgt.

Übersichtskarte Teilabschnitt 07
Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 07 Schongau Peitingen

Schongau & Peiting
An der wichtigen Wegkreuzung

  • 07

Über Garmisch und den Brennerpass querte in der späteren Römerzeit eine weitere Römerstraße die Alpen. Sie wurde auch Via Claudia genannt, aber ohne „Augusta“ (= kaiserlich). Im Mittelalter hießen die beiden weiterhin genutzten Straßen Oberer und Unterer Weg. An ihrer Kreuzung ließ sich in der Römerzeit und auch danach gut wirtschaften. Östlich des Lech, in Peiting, dokumentiert eine Villa Rustica die hochstehende römische Wohnkultur. Auch das im 13. Jh. von der Urpfarre Altenstadt auf die sicherere Anhöhe verlagerte Schongau, konnte sich an dem Straßenknoten prächtig entwickeln. 1331 erhielt die Stadt sogar das Münzrecht. Die Altstadt hat noch heute ihre komplette Stadtmauer und ist nur über eines der Tore zu erreichen. Auch die zahlreichen Sakralbauten im Umland erzählen vom Wohlstand. Die Region nennt sich Pfaffenwinkel. Schongau und Peiting sehen sich als Tor dazu. Der wohl bekannteste Sakralbau ist das Weltkulturerbe Wieskirche.

Altenstadt, Basilika, Pfaffenwinkel, Foto Tschaikner
Luftbild Altstadt Schongau, Foto Schongau
Schongau Stadtmauer, Maxtor, Pfaffenwinkel, Foto Schongau
Schongau, Gaukler, Ballenhaus, Lechrain
Peiting Panorama, Pfaffenwinkel, Foto Peiting
Peitinger Villa Rustica, Frühling, Pfaffenwinkel, Foto Peitinger Villa Rustica
Villa Peiting Hypocausten Ausgrabung Pfaffenwinkel, Foto Peitinger Villa Rustica
Wieskirche, Pfaffenwinkel, Weilheim, Foto Via Claudia Augusta
Wieskirche Orgel, Pfaffenwinkel, Weilheim, Foto Wikimedia Mtag
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Altenstadt ist nicht nur die Vorgängersiedlung der Stadt Schongau, die später verlegt wurde. Auch die Römerstraße führte durch das Gemeindegebiet. Der stolze Ort widmete der Via Claudia Augusta einen eigenen Platz mit dem Nachbau eines Stückes Römerstraße. Ein Querschnitt zeigt ihren Aufbau aus verschiedenen Stein- und Schotterschichten. Im Ort findet sich mit der romanischen Gewölbebasilika auch einer der schönsten Sakralbauten an der Via Claudia Augusta.

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Die alte Straße von Altenstadt nach Schongau führt erst in eine Senke hinunter, die ursprünglich auch zum Fluss gehörte. Die Anhöhe, auf der die Altstadt liegt, war vor Jahrtausenden ein vom Wasser umflossener „Lechumlaufberg“.  Das Maxtor ist der historische Eingang in die Altstadt.  Die Reiseroute führt durch das später für den Verkehr in die Mauer gebrochene Münztor. Innerhalb der Mauern gibt es eine Tiefgarage und einen Parkplatz. Wer die Parkgebühr sparen und schon am Spaziergang über Frauenberg und Frauentor einen Eindruck von der Stadtmauer gewinnen möchte, parkt am Parkplatz am Fuße des Lechumlaufberges.

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Besonders beeindruckend ist es, die Stadt in einer der angebotenen Stadtführungen zu erleben, darunter auch eine bei Dunkelheit und eine für Kinder. Es ist aber auch gut möglich, die Altstadt selbst zu erkunden. Durch die Klosterkirche Hl. Geist und den Hof des ehemaligen Karmeliterklosters gelangt der Besucher auf ein frei begehbares Stück Stadtmauer. Vorbei am einstigen Amtsgericht geht es zum Münzgebäude, am nach diesem benannten Münztor. Eines der schönsten Tore ist das Maxtor, das auch als Hoftor zum kleinen Wittelsbacher-Schloss Schongau genutzt wurde. Es beherbergt heute das Landratsamt. Im barrierefreien Stadtmuseum in der ehemaligen Spitalskirche St. Eramus kann der Besucher in die Stadtgeschichte eintauchen. Ein besonderer Schwerpunkt ist den Münzen gewidmet. Neben in Schongau geprägten Münzen zeigt das Museum auch römische. Das Tor im Polizeidienerturm ist, wie das Frauentor, nur zu Fuß passierbar. Das gotische Ballenhaus diente einst dem Warenumschlag an der Salzstraße. Seine Lage mitten am Platz zeugt von der Bedeutung der Handelsstraßen für Schongau. Die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt geht auf einen romanischen und gotischen Vorgängerbau zurück.

Stadtmuseum, Christophstr. 55-57, +49 (0)8861 254—605. geöffnet Mi, Sa, So, Fei 14 — 17 Uhr.

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Wie die alte Straße verlässt die Reiseroute über den steilen Lechberg die Schongauer Altstadt.  Rechts am Fluss wartet das „Plantsch“ mit Badespass in der Halle und im Freien sowie einem Saunaland. Am „Plantsch“ vorbei geht es zum „Lido“ am Lechsee, oberhalb der Staumauer. Das enge, tiefe Lechtal erinnert dort stark an einen Fjord. An der Lechbrücke, wo auch die alte Straße Richtung Peiting den Lech querte, sind ehemalige Gasthöfe erkennbar. Lechabwärts wurde für Kinder ein Märchenwald mit Streichelzoo eingerichtet. Ursprünglich führte die Straße über den Berg zwischen Schongau und Peiting, um den sie heute herumführt. Der Name Peiting geht vermutlich auf das Geschlecht der Peutinger zurück, das sich wohl schon im 6. Jh. dort niederließ. Das Marktzentrum bietet Geschäfte und Einkehrmöglichkeiten. Das Museum im Klösterle erzählt von der Geschichte und dem Leben in der Gegend.  Kapellenstraße 1, +49 (0)8861 6535, geöffnet jeden MI 14 — 17 Uhr, Gruppen auf Anmeldung.

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Die ersten Siedlungsspuren östlich des Lechs gehen sogar auf das 3. Jh. zurück. Von einem einst mehrere Hektar umfassenden römischen Landgut ist in einem Schutzbau das Badehaus zu erleben. Bei der Villa handelte es sich um ein in Deutschland seltenes Atriumhaus mit gehobenem Wohnstandard, das von der Mitte des 2. Jh. bis ins 4. Jh. bewohnt war. Außerdem wurde ein beschriftetes Bleitäfelchen gefunden, das als Liebeszauber gedeutet wird und die Fantasie der Besucher beflügelt. Rund um den Schutzbau wurde ein römischer Küchen- und Heilkräutergarten angelegt.

+49 (0)8861 6535, Besichtigung durch selbsterklärende Schautafeln jederzeit möglich, Führungen nach Vereinbarung.

Übersichtskarte Teilabschnitt 08
Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 08 Auerbergland

Auerbergland
Rund um den Tausende
Jahre besiedelten Berg

  • 08

Von den Gemeinden im Hügelland, rund um den Auerberg, ging die Initiative zur Wiederbelebung der Via Claudia Augusta über ihre ganze Länge aus. Im Auerbergland ist die Römerstraße auch an besonders vielen Stellen zu erkennen und die Gemeinden und ihre Bürger haben sich einiges einfallen lassen, die Augen dafür zu öffnen. Mit dem jahrtausende-alten Siedlungsort am Auerberg, dem Flößerdorf Lechbruck am See, dem bayerischen Via Claudia Augusta Infozentrum oder der Forggensee-Schifffahrt auf den Spuren der Römerstraße, gibt es auch einige geschichtliche Highlights. Landschaftlich besticht die Region mit ihren saftig grünen Hügeln mit sattgrünen Wäldern und zahlreichen Seen vor der Alpenkulisse. Dazwischen liegen malerische Ferienorte, die ihren dörflichen Charakter erhalten haben. Die Römerstraße führt im Auerbergland weitgehend dem Lech entlang und teilweise sogar durch den Lech, wo dieser zum Forggensee aufgestaut wurde.

Bernbeuren Haslacher See Auerbergland, Foto Tschaikner
Burggen Bauernhof Baum St Anna Strasse Pfaffenwinkel, Foto Via Claudia Augusta
Kirche, Auerberg, Bernbeuren, Foto Anton Vorauer
Lechfloss, Lechbruck Am See, Ostallgäu, Foto Tschaikner
Rosshaupten, Pfannerhaus, Dokumentationszentrum, Foto Via Claudia Augusta
Forggensee, Schiff, Meilenstein, Tiefental, Rieden Am Forggensee, Ostallgäu, Foto Lois Lammerhuber
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Von Schongau führt die Route erst Richtung Marktoberdorf, zweigt aber bald auf das Sträßchen ab, das über malerische Hügel, auf denen sich Wald und Wiesen abwechseln, nach Burggen führt. Im Ort macht die Straße eine S-Kurve, in deren Mitte es rechts in die denkmalgeschützte St.-Anna-Straße mit ihren regionstypischen Bauernhäusern geht und vis-a-vis, über die Schwarzkreuzstraße, zu einem Punkt mit optimalem Blick auf die Litzauer Lechschleife.

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Direkt am Weg nach Bernbeuren liegt das Naturidyll Haslacher See, an dem auch gebadet werden kann.  An der ersten großen Kreuzung im Ort biegt die Route nach rechts und bei nächster Gelegenheit wieder nach links ab. Rechter Hand liegt das Auerbergmuseum. Es erzählt abwechslungsreich die Siedlungsgeschichte des Auerberges. Die strategisch günstige Anhöhe besiedelten schon die Kelten. In der Römerzeit befand sich dort zeitweilig eine Handwerkssiedlung, in der u. a. Teile für Katapulte produziert wurden. Es wird angenommen, dass es sich um das von Strabo beschriebene Damasia handelt. Die Straße auf den Auerberg zweigt kurz nach dem Museum rechts ab. Außerdem führt ein Erlebnisweg durch die Feuersteinschlucht auf den Gipfel. Die Gehzeit beträgt ab dem Museum ca. 2 Std. Oben bietet die Plattform auf der Georgs-Kirche einen sagenhaften Rundumblick. Der Panoramagasthof mit eigener Konditorei lockt zur Einkehr.  Auerbergmuseum, Mühlenstraße 9, +49 (0)8860 210, geöffnet Mitte April — Mitte Okt. Sa 15 — 17 und So, Feiertag 14 — 17 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung. www.auerbergmuseum.de

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Nach Lechbruck am See, wo das Allgäu beginnt, folgt der Reisende den Füssen-Wegweisern. In Bayern verläuft durchwegs parallel zur Via Claudia Augusta der Lech, der auch von den Römern genutzt wurde. Lechbruck hat seiner großen Tradition in der Flößerei ein Museum gewidmet, das sich hinter den Häusern vis-a-vis der Touristinfo befindet. Von 15. Juni — 30. Sept. sind auf Anmeldung bei der Touristinfo Floßfahrten am Lech möglich.  Flößermuseum, Waidach 8, +49 (0)8862 / 987830, geöffnet April — Sept., Do. 17:30 — 19 Uhr, So. 16 — 18 Uhr und auf Anmeldung, www.flfflloesser-lechbruck.de

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Weiter geht es durch das Allgäuer Hügelland Richtung Füssen und Rosshaupten. Unterwegs weckt die Sameister-Kapelle die Aufmerksamkeit der Durchreisenden. Vis-a-vis geht es zum Badesee Schmutterweiher. Über die B16 und deren örtliche Ausfahrt führt die Route schließlich ins Dorf Rosshaupten.  Direkt an der Kreuzung im Zentrum liegt das Museum im Pfannerhaus, das auch bayerisches Via Claudia Augusta Infozentrum ist.  Vom Museum ostwärts geht es zu einem Kunstpark, den der Kunstkreis Rosshaupten der Römerstraße gewidmet hat.  Museum, Hauptstraße 1, +49 (0)8367 364, in der Saison täglich von 9 — 18:00 frei zugänglich.

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Nach der Rosshauptener Pfarrkirche St. Andreas zweigt links die Straße zur B16 Richtung Rieden am Forggensee ab. Nach einem kurzen Spaziergang am See wartet dort der Rast- und Badeplatz „Mansio — mit den Römern rasten“. Im Frühjahr, bei abgesenktem Wasserspiegel, können Interessierte dort auf der Römerstraße wandern, die am Grund des Stausees liegt. Während des übrigen Jahres verkehren die Forggenseeschiffe auf ihren Spuren.  Anlegestellen an der Route: Rosshaupten Kraftwerk, Rieden-Tiefental, Rieden-Dietringen, Füssen-Festspielhaus und Füssen, +49 (0)8362 921 363 oder 938 52, 3 x täglich. 

Übersichtskarte Teilabschnitt 08
Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 08 Auerbergland
Übersichtskarte Teilabschnitt 09
Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 09 Füssen Schwangau

Füssen & Schwangau
Königliches Allgäu vor den Alpen

  • 09

Schon zur Römerzeit war das herrliche Stück Land, in dem der Lech aus den Alpen springt, besiedelt.  Ein Römerkastell thronte am Schlossberg von Füssen, an dessen Fuß die Via Claudia Augusta vorbeiführte. Die heutige Flaniermeile Reichenstraße in der Altstadt liegt direkt auf der römischen Trasse. An der Talstation der Tegelbergbahn in Schwangau zeugen Überreste eines privaten Badehauses einer Villa Rustica von der hohen Wohnkultur römischer Zeit. Die Gründung der mittelalterlich geprägten Stadt Füssen mit ihrer großen Tradition im Geigenbau geht auf den heiligen Magnus zurück, der sich hier im 8. Jh. als Einsiedler niederließ. Am Ort seiner Zelle wurde im 9. Jh. ein  Benediktinerkloster gegründet und nach ihm St. Mang benannt. Später entdeckten die Wittelsbacher, und insbesondere König Ludwig, die malerische Gegend vor den Alpen für ihre Königsschlösser. Sie stehen in Schwangau, wo der Gast in der Königlichen Kristall-Therme — wie die Römer — der Wellness frönen kann.

Der Lech und die berge bei Nacht in Füssen
Rathaus, Klosterhof, Museum, Foto Tschaikner
Reichenstraße, Fußgängerzone, Füsse, Foto Tschaikner
Schwangau, Kristalltherme
Römerbad, Foto Schwangau
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Die Augsburgerstraße, die kerzengerade ins Füssener Zentrum führt, liegt ebenso auf der Römertrasse wie ihre Fortsetzung, die Reichenstraße. Ab dem Kaiser-Maximilian-Platz mit der Touristinfo ist sie heute eine Fußgängerzone, auf der sich      herrlich flanieren oder einkehren lässt. Wer die Altstadt erkunden möchte, folgt am besten etwas vor dem Zentrum der Beschilderung Richtung Parkgarage im Sparkassenhaus (P5). Direkt nebenan liegt die Tourist-Info.

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Vis-a-vis des Garagen-Ausgangs beim Hotel Hirsch führt ein Gässchen in den ruhigeren Teil der Altstadt. Dort folgt der Spaziergang der Drehergasse, dem Brotmarkt und der Lechhalde bis zur Lechbrücke. Kurz davor liegt die Heilig-Geist-Spitalkirche mit sehenswerter Rokkokofassade. Direkt am Flussufer befindet sich das Benediktinerkloster Sankt Mang, um das die Stadt wuchs. Das gegenüberliegende Lechufer bietet den sogenannten „Magnusblick” auf das Kloster und die Altstadt, einer der schönsten Blicke  auf Füssen. Über den Innenhof des Klosters St. Mang erreicht der Besucher das Museum der Stadt Füssen und kann die Stadtgeschichte und die Tradition im Lauten- und Geigenbau entdecken. Nördlich des Klosters führt vom Magnusplatz mit der barocken Kirche St. Mang ein Sträßchen hinauf zum Hohen Schloss. Schon vorher hat der Besucher immer wieder herrliche Blicke auf die frühere Sommerresidenz der Fürstbischöfe von Augsburg. Sie ist eine der besterhaltenen Burganlagen Bayerns. An der Innenhoffassade sind spätgotische Illusionsmalereien zu bewundern. Innen beeindruckt neben der Filialgalerie der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen und städtischen Galerie vor allem die gotische Decke des Rittersaals. Von der Nordostecke des Klosters sind es nur wenige Schritte zum Stadtbrunnen in der Reichenstraße. Dort beginnt die Fußgängerzone, die zurück zum Kaiser-Maximilian-Platz führt.

Museum der Stadt Füssen, Lechhalde 3, +49 (0)8362 903 143, geöffnet April — Okt. Di — So 11 — 17 Uhr, Nov. — März Fr — So 13 — 16 Uhr.

Galerien im Hohen Schloss, Magnusplatz 10, +49 (0)8362 940 162, geöffnet April — Okt. Di — So 11 — 17 Uhr, Nov. — März Fr — So 13 — 16 Uhr.

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Am Eingang in die Fußgängerzone, wo die Via Claudia Augusta heute nicht mehr befahren werden kann, führt die Reiseroute links stadtauswärts und auf der König-Ludwig-Brücke über den Lech. Der Fluss ist Grenze zwischen Füssen und Schwangau. Geradeaus weiter geht es über den Ortsteil Horn in den Hauptort Schwangau. Am Ortseingang ist links die Königliche Kristall-Therme zu sehen. Nach der Touristinfo geht es bald rechts zu den Resten des  Badehauses einer Römervilla am Parkplatz der Tegelbergbahn, bevor es zu den Königsschlössern der Wittelsbacherkönige Maximilian II. und Ludwig II. von Bayern geht.

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Beim Bau der Tegelbergbahn wurden die Reste des Badehauses eines römischen Landhauses entdeckt, das über ein ausgeklügeltes Feuerungssystem beheizt wurde. In einem Schutzbau wird römische Badekultur begreifbar.

0049 (0)8362 8198-0, geöffnet täglich 9 — 17 Uhr, Führung auf Anfrage.

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Von Hohenschwangau geht es über Alterschrofen zurück zur König-Ludwig-Brücke, vor der links die Tiroler Straße abzweigt. Sie führt südlich der Füssener Altstadt am Lech entlang nach Tirol.

Übersichtskarte Teilabschnitt 09
Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 09 Füssen Schwangau
Flug Übersichtskarte Österreich, Tirol, Reutte, Imst, Landeck, Tirol West
Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 10 Lechauen

Flug durch Tirol
entlang der Via Claudia Augusta
in der Römerzeit

Übersichtskarte Teilabschnitt 11
Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 11 Reuttener Becken, Ehrenberg

Karten durch die Jahrtausende"
(Edition Naturparkregion Reutte)

Übersichtskarte Teilabschnitt 11
Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 11 Reuttener Becken, Ehrenberg

Text der historischen Karte von ...
100 n. Chr.

Tor in die Alpen

Wie durch ein Tor führte die Römerstraße in die Alpen. Da der Lech oft das ganze Tal einnahm, musste sie bis in den Reuttener Talkessel bereits 2 Anhöhen überwinden — zwischen Stiglberg und Kratzer sowie am Kniepass. Noch bis 1784 wurde die römische Straßentrasse weitergenutzt. Die Landesstraße verläuft noch heute über den Kniepass. Vor dem Anstieg nach Ehrenberg führte die Via Claudia Augusta durch das Gemeindegebiet von Breitenwang, wo sich vermutlich eine Straßenstation (mansio) und die erste kleine Siedlung im Talbecken befand. Reutte entwickelte sich erst später — an der Salzstraße. Noch heute ist Breitenwang kirchliches Zentrum des Bezirkes.


1504

Reutte blüht auf

Der Lech mit seinen ausgedehnten Überschwemmungsgebieten prägte auch 1504 das Talbecken, das ganz wesentlich von der Salzstraße zwischen Hall in Tirol und dem Bodensee-Raum lebte. 1464 war zwischen Lechaschau und Reutte eine Brücke errichtet worden, die die Lechfurt bei Höfen ersetzte. Ein Salzlager und zahlreiche Straßengasthöfe ließen Reutte zum Zentrum des Tiroler Außerfern wachsen. 1489  erhielt es von Sigismund „dem Münzreichen“ das Marktrecht. Über dem Tal thronte das Schloss Ehrenberg. Eine Mauer versperrte die Talenge. Jeglicher Verkehr musste durch das Tor der Zollstation. Bei Pflach bestand eine Eisenhütte. Das noch nicht zu Tirol gehörige Vils war seit 1327 Stadt und verfügte über eine Stadtmauer mit zwei Toren im Norden und Süden.


1780

stark befestigt

Zahlreiche Festungsanlagen im Grenzgebiet zwischen Bayern und Tirol prägten um 1780 die Gegend.  Zusätzlich zur Talsperrre Ehrenberg, die um zwei weitere Festungen gewachsen war, gab es mehrere Vor-Festungen. Die Marktgemeinde Reutte zu ihren Füßen zählte bereits rund 1000 Einwohner. Mehrere neue Straßen wurden soeben fertig gestellt. Jene von Reutte über Vils nach Kempten führte nun im Süden an der ummauerten Stadt vorbei, die Straße von Füssen nach Pinswang um den Stiglberg herum. Die Ulrichsbrücke wurde erst 1914 gebaut. Kurz nach der Jahrhundertwende verlängerte man auch die bestehende bayerische Lokalbahn zur Außerfernbahn, die vorerst bis Reutte führte. Selbst rund um Reutte war der Fluss weitgehend unreguliert.

v
Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 10 Lechauen

Naturfluss Lech
Am Tor zu Tirol
und zu den Alpen

  • 10

Die ersten Bergkämme bilden an der deutsch-österreichischen Grenze ein Tor, durch das die Via Claudia Augusta in die Alpen und in die Naturparkregion Reutte, in Tirol, führt. Dort beginnt jener Teil des Lech, der als einziger in den Nordalpen auf weiten Strecken ursprünglich bleiben durfte. Ausgedehnte Schotterbänke und mitunter das ganze Tal umfassende Aulandschaften dominieren das Reich des letzten Wilden, wie der Fluss in der Naturpark-Ausstellung genannt wird. Der Lech bestimmt auch seit jeher, wo Siedlungen entstehen und Straßen verlaufen konnten. Weil immer wieder Teile des Tales komplett überflutet waren, führte die römische Trasse der Via Claudia Augusta schon von Füssen bis ins Reuttener Becken über 2 Anhöhen — über den Bergrücken zwischen Stiglberg und Kratzer und über den Kniepass.

Brücke über dem Lechfall
Baumkronenweg Ziegelwies, Foto Walderlebniszentrum
Radweg zwischen Füssen und Pinswang
Vilseck
Kulturfoto Lechauen 7
Blick Vom Vogelbeobachtungsturm in Lechau, Foto Tschaikner
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Von Füssen folgt die Route der alten Landesstraße über die deutsch-österreichische Grenze. Bei Weißhaus erblickt der Aufmerksame einen Steinbruch, in dem schon in der Römerzeit gelber Marmor abgebaut wurde. Ein in Kempten ausgestellter Sarkophag, wurde z. B. aus diesem Marmor gefertigt. Dass der Lech an manch engerer Stelle das ganze Tal für sich alleine benötigte führt die Römerstraße an der niedrigsten Stelle zwischen Kratzer und Stieglberg über den Bergrücken zum Gasthof Gutshof zum Schluxen, in dem schon König Ludwig gern einkehrte. Am höchsten Punkt sind Wagenspuren im Fels zu entdecken. Heute verläuft dort die Fernwanderroute Via Claudia Augusta, aber bis zum Bau einer neue Straße 1772 — 84 mühte sich der gesamte Verkehr über die Anhöhe. Eine Gedenktafel in der Felswand, gleich nach der Schnellstraßeneinfahrt, erinnert an den Bau der neuen Straße. Etwas weiter passiert die Route die Ulrichsbrücke, das letzte Bauwerk der österreichisch-ungarischen Monarchie. In Unterpinswang thront malerisch auf einem Hügel die barocke Ulrichskirche mit sehenswertem Deckenfresko, das von der Schlacht am Lechfeld, südlich von Augsburg, erzählt. Auch der bald folgende Kniepass war notwendig, weil sich im Tal der Lech breit machte. In Pflach erinnert eine denkmalgeschützte Bahnbrücke an die Anfänge der Außerfernerbahn. Die Ulrichskapelle im Ortsteil Hüttenbichl wurde zu Zeiten des Bergbaus und eines Messingwerkes 1515 erbaut.

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Nach Füssen springt der Lech tosend aus den Alpen. Ab dort ist der Lech floßbar. Wenig später macht das grenzüberschreitende Walderlebniszentrum den Lebensraum Wald, zwischen dem Wildfluss und den Steilhängen des Allgäuer Bergwaldes, in seiner ursprünglichen Form erlebbar — mit einer Ausstellung und Erlebnispfaden. Besonderes Highlight ist der 480 m lange und 21 hohe Baumkronenweg. Tiroler Str. 10, Füssen, +43 (0)8362 93875—50, geöffnet 1. Mai — 31. Okt. tägl. 10 — 17 Uhr, 1. Nov. — 30. April Di — Do 10 — 16 und Fr 10 — 13 Uhr, zwei Erlebnispfade sind jederzeit begehbar. www.walderlebniszentrum.eu

Der letzte Wildfluss im nördlichen Alpenraum darf noch aus eigener Kraft seinen Lauf gestalten. In seinem breiten Flussbett inszeniert er sich immer wieder von Neuem. Flussarme verzweigen und vereinen sich. Steine aus seinen Seitentälern lagert der Fluss laufend zu mächtigen Kies- und Schotterbänken um. Das wirklich Beständige ist die stetige Veränderung. Weite Auwälder, klare Quellseen und die Bergwelt der Allgäuer und Lechtaler Alpen machen den Naturpark  zu einer der schönsten und urtümlichsten alpinen Landschaften. Flussauen sind die „Dschungel“ von Mitteleuropa. 1116 oder ein Drittel aller in Tirol heimischen Pflanzen wachsen im Naturpark. Davon sind ein Drittel oder 392 Arten als sehr wertvoll oder gefährdet eingestuft. Die neue Naturausstellung „Der letzte Wilde“ in der Burgenwelt Ehrenberg macht den Naturpark und seine Besonderheiten in neun Themeninseln mit allen Sinnen erlebbar.

Klause 1, +43 (0)5672 62007, geöffnet tägl. von 10 — 17 Uhr. Ab Mitte Nov. bis einschließlich Weihnachten geschlossen.

www.naturpark-tiroler-lech.at

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Vom 18 m hohen Holzturm an den Lechauen hat man einen tollen Blick von oben auf die interessanten Lebensräume. Schautafeln erklären, was der Besucher sieht. Am Turm beginnt auch ein Vogelerlebnispfad rund um ein Stillwasser. Im Auwald und am nahen Lechufer ist die  Fauna und Flora hautnah zu erleben.

Auskunft erteilt die

Via Claudia Augusta Info
www.viaclaudia.org
info@viaclaudia.org
0043 664 27 63 555

Detailfragen zur Region beantwortet am Besten die

Touristinfo der Naturparkregion Reutte
www.reutte.com
Untermarkt 34, 6600 Reutte
info@reutte.com
0043 5672 62 336 40

Übersichtskarte Teilabschnitt 11
Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 11 Reuttener Becken, Ehrenberg

Außerferns Zentrum
Der Markt Reutte
und Breitenwang

  • 11

Im Reuttener Becken führte die Via Claudia Augusta durch Breitenwang, Richtung Ehrenberg. Im Ort befand sich wahrscheinlich eine römische Straßenstation, bevor die Römerstraße anstieg. In den frühen Zeiten der Salzstraße von Hall in Tirol in den Bodenseeraum wurde die Straße 1464 nach Reutte verlegt und die Marktgemeinde entwickelte sich zum Zentrum des Bezirkes. Zahlreiche Gebäude zeugen aus dieser Zeit. Charakteristisch für Reutte sind die Architekturmalereien an den Fassaden, von denen viele von der Künstlerfamilie Zeiler stammen. Südlich von Reutte thront das Burgenensemble Ehrenberg, dessen vier Festungsanlagen einst eine Talsperre gegen Bayern bildete. Es gab sogar Vorfestungen zwischen Pflach und Pinswang bzw. Musau, wo einst die Grenze verlief. Vils war übrigens eine bayerische Stadt mit Stadtmauer.

Dekanatspfarrkirche Breitenwang, Foto Breitenwang
Museum Grünes Haus Reutte Untermarkt Architekturmalerei
Kellerei Saal
Denar Lugdunum
Burgruine Ehrenberg Morgennebel
Museum Ausstellung Dem Ritter Auf Der Spur Ehrenberg Burgenwelt
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Auf einem kleinen Nebensträßchen, unter dem heute die Römerstraße begraben liegt, geht es nach Breitenwang. Unter der Dekanatspfarrkirche liegt vermutlich eine römische Straßenstation. Dann geht es aber der Touristinfo am Untermarkt und Obermarkt durch die Marktgemeinde Reutte. Die Straße durchs Zentrum entspricht ab dem Kreisverkehr der Salzstraße zwischen Hall in Tirol und dem Bodenseeraum. Nach kurzer Zeit auf der Fernpass-Bundesstraße führt die Route durch die Zollstation „Ehrenberger Klause“.

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1278 wird von „Ruhi prope Breitwanch“ (Reutte bei Breitenwang) geschrieben, was zeigt, dass der Ort damals noch bedeutender als der heutige Bezirkshauptort Reutte war. Breitenwang ist vermutlich die älteste Siedlung im Tiroler Außerfern und noch heute das geistliche Zentrum. Dass die Dekanats-Pfarrkirche  früher Petrus geweiht war, deutet auf spätrömische Wurzeln hin. Es wird auch vermutet, dass sich die römische Straßenstation im Bereich der Kirche befand. In der Totenkapelle der nunmehr den Hl. Petrus und Paulus geweihte Pfarrkirche befindet sich ein berühmter stuckierter Totentanz von Thomas Seitz. Geöffnet täglich 8 — 17 Uhr.

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Das von der Salzstraße geprägte Reutte beginnt am Untermarkt — mit dem Salzstadel  und dem typisch bemalten Museum im Grünen Haus  auf der rechten Seite des Gässchens. Alte Gasthöfe, Bürger- und Handwerkerhäuser säumen auch den anschließenden Obermarkt. Das Haus, in dem heute die Bezirkshauptmannschaft sitzt, ist das ehemalige Kornhaus. Der Via-Claudia-Augusta-Brunnen am Isserplatz  unterstreicht die heutige Bedeutung der Römerstraße für die Gemeinde. Museum im Grünen Haus, 6600 Reutte, Untermarkt 25, +43 (0)5672 72 304. geöffnet Di — Sa 13 — 17:00 Uhr und nach Vereinbarung, www.museum-reutte.at

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Die 4 Festungen des Festungsensembles Ehrenberg und Mauern dazwischen bildeten einst eine durchgehende Talsperre. Jeder Reisende musste durch das Tor der Klause, über der die Festung Ehrenberg thront. Fort Claudia auf der Anhöhe im Osten und die Barockfestung Schlosskopf komplettieren das Ensemble. In der Klause ist heute die Erlebnisausstellung „Dem Ritter auf der Spur“  untergebracht. Gleich daneben ist in einem Neubau die Naturparkausstellung „Der letzte Wilde“  zu sehen. Die Ruine der höchstgelegenen Festung Schlosskopf ist heute eine barocke Festungs-Schau-Baustelle  und bietet einen herrlichen Ausblick auf das Lechtal. Von der Festung Ehrenberg   und  einem Hornwerk, die auch mit einem Schrägaufzug barrierefrei zu erreichen sind,  gelangt man über eine der längsten Fußgänger-Hängebrücken der Welt, der Highline 179, zum Fort Claudia.

Auskunft erteilt die

Via Claudia Augusta Info
www.viaclaudia.org
info@viaclaudia.org
0043 664 27 63 555

Detailfragen zur Region beantwortet am Besten die

Touristinfo der Naturparkregion Reutte
www.reutte.com
Untermarkt 34
info@reutte.com
0043 5672 62 336 40

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Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 10 Lechauen
Übersichtskarte Teilabschnitt 13
Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 13 Zugspitz Gebiet

"4 KARTEN DURCH DIE JAHRTAUSENDE" (EDITION TIROLER ZUGSPITZ ARENA)

  • 12
Übersichtskarte Teilabschnitt 13
Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 13 Zugspitz Gebiet

Text der historischen Karte von ...
400 n. Chr.

Die Römerzeit

Der Lech mit seinen ausgedehnten Überschwemmungsgebieten prägte auch 1504 das Talbecken, das ganz wesentlich von der Salzstraße zwischen Hall in Tirol und dem Bodensee-Raum lebte. 1464 war zwischen Lechaschau und Reutte eine Brücke errichtet worden, die die Lechfurt bei Höfen ersetzte. Ein Salzlager und zahlreiche Straßengasthöfe ließen Reutte zum Zentrum des Tiroler Außerfern wachsen.1489 erhielt es von Sigismund „dem Münzreichen“ das Marktrecht. Über dem Tal thronte das Schloss Ehrenberg. Eine Mauerversperrte dieTalenge. Jeglicher Verkehr musste durch dasTor der Zollstation. Bei Pflffllach bestandeine Eisenhütte. Das noch nicht zu Tirol gehörige Vils war seit 1327 Stadt und verfügte über eine Stadtmauer mit zwei Toren im Norden und Süden.


1599

Spätes Mittelalter /
frühe Neuzeit

Der Lech mit seinen ausgedehnten Überschwemmungsgebieten prägte auch 1504 das Talbecken, das ganz wesentlich von der Salzstraße zwischen Hall in Tirol und dem Bodensee-Raum lebte. 1464 war zwischen Lechaschau und Reutte eine Brücke errichtet worden, die die Lechfurt bei Höfen ersetzte. Ein Salzlager und zahlreiche Straßengasthöfe ließen Reutte zum Zentrum des Tiroler Außerfern wachsen.1489 erhielt es von Sigismund „dem Münzreichen“ das Marktrecht. Über dem Tal thronte das Schloss Ehrenberg. Eine Mauerversperrte dieTalenge. Jeglicher Verkehr musste durch dasTor der Zollstation. Bei Pflffllach bestandeine Eisenhütte. Das noch nicht zu Tirol gehörige Vils war seit 1327 Stadt und verfügte über eine Stadtmauer mit zwei Toren im Norden und Süden.


1926

18./19. Jh. - als die Talsperre Ehrenberg kommt war

Der Lech mit seinen ausgedehnten Überschwemmungsgebieten prägte auch 1504 das Talbecken, das ganz wesentlich von der Salzstraße zwischen Hall in Tirol und dem Bodensee-Raum lebte. 1464 war zwischen Lechaschau und Reutte eine Brücke errichtet worden, die die Lechfurt bei Höfen ersetzte. Ein Salzlager und zahlreiche Straßengasthöfe ließen Reutte zum Zentrum des Tiroler Außerfern wachsen.1489 erhielt es von Sigismund „dem Münzreichen“ das Marktrecht. Über dem Tal thronte das Schloss Ehrenberg. Eine Mauerversperrte dieTalenge. Jeglicher Verkehr musste durch dasTor der Zollstation. Bei Pflffllach bestandeine Eisenhütte. Das noch nicht zu Tirol gehörige Vils war seit 1327 Stadt und verfügte über eine Stadtmauer mit zwei Toren im Norden und Süden.

Übersichtskarte Teilabschnitt 12
Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 12 Nördliches Zwischentoren

Zwischentoren
Leben an und
mit der alten Straße

  • 12

Ab Heiterwang mutet die Landschaft deutlich alpiner an. Man sieht ihr an, dass sie im Frühjahr länger vom Schnee bedeckt ist. Was dem Urlaub besonderen Reiz verleiht, bedeutete für die Bauern seit jeher besonders viel Arbeit für wenig Ertrag. Das Gebiet zwischen den zwei Toren Ehrenberg und Fernstein, „Zwischentoren“, lebte deshalb lange Zeit zu einem besonders großen Teil von der Straße. Viele hatten eine kleine Bauernschaft zur Selbstversorgung und arbeiteten zudem als Fuhrunternehmer oder verdienten mit anderen Leistungen für die Durchreisenden Geld. Um für die eigenen und fremden Tiere genügend Futter zu haben, wurden die Berghänge — zwischen Heiterwang und Bichlbach heute noch sichtbar —  bis zu den Gipfeln gemäht. Als die Straße erst mit dem Bau der Arlberg Passstraße und noch mehr mit der Arlberg-Bahn ihre Bedeutung verlor, war die Bevölkerung bettelarm und zog als Wanderhandwerker und Schwabenkinder in die Ferne.

Heiterwang See Schiff Einsteigen, Foto Anton Vorauer
Zunftkirche Bichbach Tiroler Zugspitz Arena, Foto Anton Vorauer
Zunftmuseum Bichlbach
Radweg Heiterwang Bichlbach Tiroler Zugspitz Arena, Foto Anton Vorauer
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Wie die römische Trasse und die Salzstraße führt die Reiseroute durch das Tor der Klause Ehrenberg. Über viele Jahrhunderte war das die einzige Möglichkeit, um die Talsperre zu passieren, an der Fuhrleute Zoll zu zahlen hatten. Heute wird Ehrenberg von eiligen Reisenden umfahren, genauso wie der folgende Ort Heiterwang. Die neue Ortsumfahrung ist nicht die erste Verlagerung der Straße. Die Römerstraße führte kerzengerade durch das Gemeindegebiet, die Salzstraße, in einem langen Bogen durch den Ortskern und die bis vor wenigen Jahren aktuelle alte Bundesstraße wieder geradeaus. Vom Ort bekommt der Reisende am meisten zu sehen, wenn er am Ortsrand rechts dem langen Bogen der alten Straße durch den Ortskern folgt, an dem sich viele alte Häuser aneinanderreihen. Vor der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt, mit in Ansätzen erkennbaren gotischen Elementen, lockt ein Abstecher zum Heiterwanger See. Bichlbach am Eingang ins Hochtal von Berwang  und Namlos war einst Zunftzentrum des Außerfern. Davon zeugen Österreichs einzige Zunftkirche und das Zunftmuseum Bichlbach. Auch ein Abstecher von der Bundesstraße in die beschaulichen kleinen Örtchen Wengle und Lähn lohnt. Lähn verdankt seinen Namen einem Lawinenunglück, nach dem es an anderer Stelle neu aufgebaut wurde. Der Ortsname bedeutet auf Tirolerisch „Lawine“.

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Die in der Zunftbruderschaft St. Joseph zu Bichlbach vereinten Außerferner waren bekannt als gute Bauhandwerker, die nach dem Bedeutungsverlust der alten Straße in großer Zahl in die Ferne zogen. Davor trafen sie sich regelmäßig in der Zunftkirche St. Joseph, in der auch einiges ihrer Handwerkskunst zu bestaunen ist. Das Zunftmuseum Bichlbach im alten Mesnerhaus, nahe der Pfarrkirche, ist dem Zunftwesen und den geschätzten Außerferner Zimmerern, Maurern, Malern und Bildhauern gewidmet. Das Haus wurde von Ehrenamtlichen in vielen Arbeitsstunden renoviert und ist heute auch kultureller Treffpunkt, der neben dem Museum die Bücherei und die Touristinfo beherbergt. Wahl 31a, Bichlbach, +43 (0)5674 5205, geöffnet Mo — Fr 8 – 12 Uhr und jeden Di 19:30 – 22 Uhr. www.zunftmuseum.at

Heiterwang verdankt den vielen Fischen im See seine erste Erwähnung im Jahre 1288. Auch Kaiser Maximilian I. fischte und jagte gern in der Gegend. Der ursprünglich 68 cm höher gelegene Heiterwanger See ist heute über einen Kanal mit dem Plansee verbunden, der auf den Gemeindegebieten von Reutte bzw. Breitenwang liegt. Beide Seen besitzen eine hohe Wasserqualität, die nicht nur die Fische schätzen. Mit ihrer großen Sichttiefe sind die 60 — 77 Meter tiefen Seen auch bei Tauchern sehr beliebt. Mit einem der höchst gelegenen kommerziellen Schifffahrtslinien in Österreich sind beide auch über Wasser zu erleben.  Fischer am See 1, 6611 Heiterwang, +43 (0)5674 5116, Abfahrtszeiten: 10:10, 11:00, 13:10, 14:00, 15:10, 16:00.  www.fischeramsee.at

Übersichtskarte Teilabschnitt 12
Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 12 Nördliches Zwischentoren
Übersichtskarte Teilabschnitt 13
Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 13 Zugspitz Gebiet

Die Naturarena
auf der Tiroler Seite
der Zugspitze

  • 13

Wenn man nach Lermoos kommt, versteht man, warum sich die Region „Tiroler Zugspitz Arena“ nennt. In der Manege liegt das malerische Feuchtgebiet „Moos“, durch das einst — auf 1000en Baumstämmmen gelagert — die Via Claudia Augusta führte. In den Logenplätzen rundum sitzen die quirligen Ferienorte Ehrwald, Lermoos und Biberwier. Die Tribünen der Arena bildet die sagenhafte Bergwelt. Der bekannteste Gipfel ist die Zugspitze, Deutschlands höchster Berg, auf den man seit 1926 mit der Tiroler Zugspitzbahn ab Ehrwald gelangt. Ihr Bau war nach dem wirtschaftlichen Bedeutungsverlust der alten Straße ein Symbol für den Start in eine neue wirtschaftliche Zukunft  „Zwischentorens“ im Tourismus.

Tiroler Zugspitz Arena Panorama
Grabung Prügelweg Lermoos
Ehrwald Kirchplatz
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Die Fernpass Bundesstraße führt heute durch den Lermooser Tunnel an den Orten vorbei zum Fernpass. Die Reiseroute verlässt die Bundesstraße bei der Ausfahrt Lermoos und führt wie die Römerstraße durch die Naturarena. Um dem Reisenden alle drei Ferienorte zu zeigen, steuert sie allerdings nicht wie die historischen Straßenverbindungen direkt von Lermoos nach Biberwier, sondern um das Feuchtgebiet Moos herum durch Lermoos, Ehrwald und Biberwier.

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Die Straße verlieh der bedeutendsten Tourismusgemeinde im Außerfern schon seit Jahrhunderten wirtschaftliche Wichtigkeit. Sie gilt als einer der ältesten Orte im Bezirk. Schon 1020 taucht erstmals ein „Larinmoos“ auf, das so viel wie Lärchenmoos bedeutet. Zu Zeiten der Salzstraße befand sich oberhalb der Pfarrkirche Hl. Katharina ein Warenzwischenlager, in dem die Waren abgeladen und auf die Wagen der örtlichen Fuhrleute geladen werden mussten. Unterhalb der Kirche, am Eingang in das „Moos“, zeichnet ein Durchblick-Panorama die römische Prügelstraße wieder in die Landschaft. Wer sie orten möchte, braucht nur durch das Moos zu springen. Generell ist der Moorboden weich. Wo die Straße begraben liegt, ist der Boden fest.

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Mehrere Gräber aus römischer Zeit belegen die frühe Besiedelung. Zur Zeit der Salzstraße lebten viele Ehrwalder von der Herstellung von Tauben für die Haller Salzfässer. Im 19 Jh. war in der größten Gemeinde der Region die Heimindustrie der Kamm-, Pfeifenmacher und Pfeifenspitzdreher verbreitet. Eine neue wirtschaftliche Blüte begann mit der Tiroler Zugspitzbahn. Ein Spezifikum von Ehrwald, ist  der besonders weitläufige Kirchplatz. Ehrwald genießt auch den Ruf eines Künstlerdorfes. Ludwig Ganghofer, der Dirigent Clemens Krauss, seine Gattin, die Opernsängerin Viorica Ursuleac und der Maler Rudolf Schramm-Zittau lebten zeitweise in der Gemeinde. Ihre Grabdenkmäler fifinden sich ebenso im Friedhof, wie das des Historikers und Unterrichtsministers Heinrich v. Srbik. Am Friedhof finden sich auch zahlreiche der kunstvollen Grabkreuze des tirolweit anerkannten Kunstschmiedes Franz Guem.

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Auf der Wiese nordöstlich des Ortes lag die letzte römische Raststation vor dem Fernpass. Wagenspuren im Fels unterhalb der ersten Kurve, Richtung Lermoos, stammen aus späterer Zeit. Da die Erhaltung der Prügelstraße nicht mehr zu bewerkstelligen war, führte die  Salzstraße kurvig am Hang entlang. Der kleinste der drei Orte im Becken war auch bedeutendster Bergbauort im Außerfern. Auf der Silberleithe oberhalb von Biberwier wurden Fahlerze abgebaut, mit denen in Schwaz aus dem Gestein das Silber gewonnen wurde. Bis 1921 war der Bergbau aktiv.

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In der Tiroler Zugspitz Arena berührt die Via Claudia Augusta den Fuß von Deutschlands höchstem Berg. Die große Höhe erlaubt einen herrlichen Blick in alle Richtungen — auf die Bergwelt, aber auch auf das Gebiet, das die Römerstraße im bayerischen Alpenvorland durchquert, auf die historische Trasse durch das Becken unterhalb des markanten Berggipfels und auf den Fernpass. Mit der Tiroler Zugspitzbahn, die in den 30er-Jahren ein Meilenstein in der Entwicklung zur Tourismusregion und einer neuen wirtschaftlichen Perspektive darstellte, gelangt man in wenigen Minuten auf den Berg mit Aussichtsplattform und Gastronomie auf deutscher und österreichischer Seite sowie dem Museum „Faszination Zugspitze“, das u. a. die Geschichte des Baus der Bergbahn erzählt.  Talstation Tiroler Zugspitzbahn,  Obermoos 1, 6632 Ehrwald, +43 (0)5673 2309, Betriebszeiten: 24. Mai — 2. Nov, 8:40 — 16:40 Uhr, www.zugspitze.at

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Übersichtskarte Teilabschnitt 13
Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 13 Zugspitz Gebiet
Übersichtskarte Teilabschnitt 16
Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 16 Imst

"4 Karten durch die Jahrtausende"
(Edition Imst)

Übersichtskarte Teilabschnitt 16
Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 16 Imst

Text der historischen Karte von ...
100 n. Chr.

Alter Siedlungsraum

763 wird von einem „Oppidum Humiste“ geschrieben. Oppidum bezeichnet eine befestigte vorrömische Siedlung. Ihre Erwähnung nach der Römerzeit deutet auf eine durchgehende Besiedelung seit vorrömischer Zeit hin, die sich am „Bergl“ oberhalb des Imster Stadtzentrums befunden haben dürfte. Auch in Dormitz bei Nassereith gibt es Hinweise auf frühgeschichtliche Besiedelung. Da wie dort richteten die Römer entlang der Via Claudia Augusta Straßenstationen ein. Rund um diese entwickelten sich Siedlungen. In Imst, das der bedeutendste Siedlungsort zwischen Füssen und Meran war,  vermutlich parallel zur vorrömischen. Frühgeschichtliche und römische Besiedelung gibt es übrigens auch auf der Sonnenseite des Tschirgant, in Karrösten und Karres.


1550

Bergbau-Hochburg

Das Gebiet an der Via Claudia Augusta zwischen Biberwier und Inntal war im mehrfachen Sinne eine Hochburg des Bergbaus.  Im Mieminger Gebirge im Osten, in den Lechtaler Alpen im Norden und an den Hängen des Tschirgants im Süden befanden sich bedeutende historische Bergbau-Reviere. Vor allem im der Felswand „Söllberg“, vor der Nassereith liegt, entdeckt man bei näherem Hinsehen zahlreiche Mundlöcher. Abgebaut wurde Bleiglanz für die Gewinnung von Silber aus den silberhältigen Erzen von Schwaz und in späterer Zeit Zinkblende. Ausserdem war Imst, neben seiner Bedeutung als Marktplatz und Verkehrsknoten, Sitz des Berggerichts, dessen Wirkungsbereich bis in das Ausserfern und nach Vorarlberg reichte.


1901

Lange verhinderte Stadt

Imst ist schon seit Jahrtausenden die bedeutendste Siedlung zwischen Füssen und Meran und ein wichtiger Verkehrsknoten. Seit dem Spätmittelalter ist es ein Markt und vom 15. bis 17. Jh. befand sich dort der Sitz eines Berggerichts, dessen Wirkungskreis ins Außerfern und nach Vorarlberg reichte. Wären nicht die einflffllussreichen Herrn von Starkenberg dagegen gewesen, weil Imst dann direkt dem Landesfürsten unterstanden hätte, wäre die Gurgltal-Metropole schon seit 700 Jahren eine Stadt mit Stadtmauer. Nach einem Brand im Jahr 1822, dem 206 von 220 Häusern zum Opfer ffiielen, wurde Imst neu aufgebaut und schließlich 1898 doch noch zur Stadt erhoben. Bekannt ist Imst übrigens auch durch seine Vogelzüchter und Händler.

Übersichtskarte Teilabschnitt 14
Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 14 Ferpass

Fernpass-Bergsturz
alte Wege durch
faszinierende Natur

  • 14

Der Fernpass ist ein Bergsturz, der sich den Reisenden vor ca. 4000 Jahren in den Weg legte. Fauna und vor allem Flora mussten sich die Landschaft mühsam zurückerobern. Auch heute ist die Humusschicht noch bescheiden und man sieht das der Vegetation an, die trotz relativ geringer Höhe des Passes hochalpin anmutet (aktuelle Passhöhe 1216 Meter, römische Passhöhe 1260 Meter). Die faszinierende Landschaft wird von Pfaden und Straßen aus vorrömischer und römischer Zeit durchquert, aus der frühen Neuzeit, aus dem 19 Jh. und aus heutiger Zeit. Aktuell wird eine Untertunnelung diskutiert. Die Römerstraße Via Claudia Augusta führte von Biberwier kerzengerade auf die alte Fernpasshöhe. Ihre Trasse deckt sich in dem Bereich weitgehend mit jener der Starkstromleitung. Vom höchsten Punkt ging es, mit stetigem Gefälle am Hang entlang,  zum Sameranger See hinunter. Ab dem späten Mittelalter führte die Fernpass-Straße über die heute noch aktuelle Fernpass-Höhe.

Fernpass Blindsee, Foto Anton Vorauer
Fernpass Salzstrasse Mittelalter, Foto Anton Vorauer
Fernsteinsee Schloss Fernpass
Tourenradler Fernstein
Radshuttle Radfahrer Fernpass Fernstein
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Auf der alten Landstraße führt die Reiseroute parallel zur römischen Trasse zum Weißensee. Dort folgt sie der Fernpass-Bundesstraße, während die Römerstraße kerzengerade zur höheren alten Fernpasshöhe führt. Zur Römerzeit reisten die meisten zu Fuß. Deshalb war Steigung kein Problem. Es zählte, der kürzeste Weg. Die römische Trasse weist durch ganz Tirol nur 4 Kehren auf. 1540 bis 1543 ließ der Ehrenberger Pffllfleger eine neue Straße bauen, die die Bundesstraße auf der aktuellen Passhöhe quert. Schautafeln erklären die faszinierende Natur. Auf der Fahrt von der Passhöhe hinunter ist auf halbem Weg zu einer Kehre links ein Weg zu sehen, der der Römerstraße entspricht. Hoch oberhalb der Kehre  liegt die alte Fernpasshöhe.

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Rund um den Fernpass liegen insgesamt sieben Seen, die nicht nur mit ihrer Farbe bestechen. Der Blindsee ist ein beliebter alpiner Badesee. Ein Sträßchen, das etwas vor der Blindseekehre von der Bundesstraße abzweigt, führt zu einem gebührenpflichtigen Parkplatz unweit des Seeufers. Ist der Schranken am Beginn der Straße geschlossen, ist kein Parkplatz mehr frei. Eine Alternative sind der Parkplatz am Weißensee und eine relativ kurze Wanderung zum See. Den Fernsteinsee genießen Kenner auf einer Bootsfahrt oder einem Spaziergang um den See.

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Auf der Passhöhe kann der Interessierte, auf dem geschotterten Sträßchen aus der frühen Neuzeit, das heute die Via Claudia Augusta Rad- und Wanderroute ist, in die vermutete Felssturznische Afrigal spazieren. Dort befindet sich der größte Spirkenbestand der Ostalpen. Schautafeln erklären die Besonderheiten.

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Am Fernsteinsee liegt das Ensemble aus Schloss Fernstein, Hotel-Restaurant, Rasthaus, Kapelle und kleiner schlosseigenen Landwirtschaft. Der Fernsteinsee ist auf einem Spaziergang zu umrunden. Über eine Brücke am Südostufer erreicht der Interessierte eine Insel mit im Wald versteckten Resten eines Lustschlosses. Herzog Sigismund der Münzreiche hat es für seine Frau, die schottische Königstochter Eleonore, errichten lassen.

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Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 15 Gurgltal
Übersichtskarte Teilabschnitt 15
Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 15 Gurgltal

Gurgltal, Hochburg
historischen Bergbaus
und der Fasnacht

  • 15

Das Gurgltal ist ein Landschaftsidyll, das Naherholungsuchende und Touristen in seinen Bann zieht. Schon früh war das malerische Tal besiedelt, wovon ein Heiligtum in Dollinger-Lager am Nordhang zwischen Nassereith und Tarrenz zeugt, das wahrscheinlich von der Hallstatt bis in die Römerzeit genutzt wurde. Die Römerstraße führte von Fernstein kommend kerzengerade zur Pfarrkirche von Nassereith und dann auf der südlichen Talseite weiter, um der sonnenseitigen Steinschlaggefahr auszuweichen. Zwischen Strad und Tarrenz querte sie aber das Tal und führte, dem Sonnenhang entlang, Richtung Imst. Nassereith war schon in der Urgeschichte und Römerzeit ein Verkehrsknoten, an dem sich Straßen durch das Gurgltal und über das Mieminger Plateau trafen. Etwas abseits der Römerstraße Via Claudia Augusta, in Dormitz, ist eine römische Siedlung nachgewiesen. Im Strader Wald ein römischer Straßengasthof. Außerdem wird im Bereich Dormitz eine römische Straßenstation angenommen. Das Gebiet zwischen Fernpass und Imst war auch eines der bedeutendsten Bergbaugebiete Tirols, wovon in Tarrenz ein authentisch nachgebautes Bergbaudorf erzählt, die „Knappenwelt Gurgltal“. Abgebaut wurden vor allem Bleiglanz, der zur Gewinnung des Schwazer Silbers benötigt wurde, und Zink. In der Bezirksstadt Imst befand sich das Berggericht, dessen Gebiet bis ins Ausserfern, zum Reschenpass und nach Vorarlberg reichte. Die Via Claudia Augusta wurde also auch als Transportweg für den Bergbau genutzt. Nicht zuletzt verbindet die große Tradition der Fasnacht die drei Gurgltaler Gemeinden Nassereith, Tarrenz und Imst.

Dormitz Nassereith Richtung Fernstein
Nassereith See Gurgltal
Fasnachtshaus Nassereith
Gurgltal Imst
Knappenwelt Bergbau Pochwerk
Tarrenz Richtung Imst
Radfahrer Gurgltal
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Der ausgedehnte Dorfkern rund um die nazarenische Pfarrkirche und den stattlichen Postplatz zeugen von der großen Zeit der Bergbaugemeinde Nassereith am Knoten der Straßen Richtung Innsbruck, Imst und Fernpass.  Wie viele Orte entwickelte sich Nassereith an der Nachfolgestraße der Römerstraße. Die Reiseroute präsentiert die alte Straße auf den Holzleitensattel hinauf, Richtung Innsbruck, führt über die neue Straße wieder die Holzleite hinunter und zweigt auf halber Höhe in den Nikolaus-Wallfahrtsort Dormitz. Dort wird eine römische Straßenstation vermutet. Richtung Imst durchquert die Reiseroute Tarrenz mit zahlreichen ehemaligen oder noch aktiven alten Gasthöfen. Neben den Verdienstmöglichkeiten der Straße und dem Bergbau war Tarrenz einst der Ort der Nagelschmiede. Im Zentrum der „Tarreter Fasnacht“ stehen die Hexen.

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Das Fasnachtshaus begeistert mit einem Film und lebensgroßen Puppen in den Kostümen des bekannten „Schellerlaufens“. Da das Museum auch Vereinshaus ist, sind auch alle Masken zu sehen.  Sachsengasse 81a, +43 (0)680 3131184, www.fasnacht-nassereith.at.

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Die Knappenwelt ist ein Erlebnis-Dorf, das die Bevölkerung mit kundiger Anleitung entwickelt und mit Leben füllt. Es besteht aus Gebäuderekonstruktionen, Einrichtungen zur Erzgewinnung und einem Stollen. Es gibt sogar ein Knappen-Schlaflflager, in dem Reisende übernachten können. Am Areal befifindet sich außerdem die Ausstellung zur „Heilerin vom Gurgltal“. Sie wurde als Hexe verbrannt.  Tschirgant 1, +43 (0)5412 63023, geöffnet 1. Mai – 31. Okt. Di — So 10 — 17 Uhr oder nach Vereinbarung.

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Wo einst die Ritter von Starkenberg residierten, wird seit gut 200 Jahren eines der köstlichsten Biere Tirols gebraut. Durch die Räumlichkeiten des 700 Jahre alten Schlosses führt die Erlebniswelt Starkenberger Bier-Mythos mit Bierschwimmbad..Griesegg 1, +43 (0)5412 66 201—0, www.starkenberg.at

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Wahrscheinlich schürften schon die Römer entlang der Via Claudia Augusta nach Erz. Später war das Gebiet zwischen Fernpass und Imst eine Bergbau-Hochburg. Um an die Schätze in der steilen Bergwand hinter Nassereith zu kommen, kletterten die Knappen über ausgedehnte Systeme aus Steigen und Leitern zu den Mundlöchern hinauf, die aufmerksame Beobachter noch heute erkennen können. Neben den Klettergärten und -steigen in dieser Wand gibt es zahlreiche weitere Kletterparadiese  entlang der Römerstraße. Ob Bouldern, Sportklettern, alpine Mehrseillängentouren oder familienfreundliche Klettergärten und -steige — vom zweistündigen Zeitvertreib bis zu mehrtägigen Alpin-Touren. Von bizarren Eisformationen und Wasserfällen im Winter bis zu idyllisch gelegenen Klettergärten und Boulderfelsen im Sommer. Die meisten Routen sind sehr gut abgesichert. Unerfahrene können sich auf gut ausgebildete, erfahrene Kletterführer verlassen.  Für weniger schöne Tage gibt es zahlreiche Indoor-Kletterhallen  sowie erlebnisreiche Alternativprogramme.  Alle Topos und Infos zu Zustieg, Absicherung, etc. finden Sie auf

www.climbers-paradise.com

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Übersichtskarte Teilabschnitt 16
Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 16 Imst

Oppidum Humiste
Rätische & römische
Wurzeln von Imst

  • 16

Aus dem 7. Jh. ist ein „Oppidum Humiste“ überliefert. Mit großer Wahrscheinlichkeit handelt es sich dabei um Imst, das auch eine Straßenstation an der Via Claudia Augusta war. „Oppidum“ deutet sogar auf eine befestigte Siedlung aus vorrömischer Zeit hin. Die Bezirksstadt dürfte von der Zeit der Räter über die Römer bis zum 7. Jh. durchgehend besiedelt gewesen sein. Das Laurentiuskirchlein am markanten „Bergl“ oberhalb des Stadtzentrums, das seine Wurzeln schon im 5. Jh. nach Christus hat, zeigt, dass die Siedlung ziemlich groß gewesen sein muss. Wahrscheinlich war sie die größte Siedlung zwischen Füssen und Meran. Das römische Imst liegt allerdings unter der Altstadt begraben, weshalb nicht viel davon übrig sein dürfte und das wenige schwer zu erforschen ist. In späterer Zeit war der heutige Bezirkshauptort Imst Sitz der Berghauptmannschaft und Heimat der in der gleichnamigen Operette besungenen Vogelhändler. Der ganze Stolz der Imster ist ihre Fasnacht, die alle vier Jahre stattfindet. Ihr ist auch ein Museum gewidmet.

Imst Meran Des Nordens
Laurentiuskirchlein Imst
Kramergasse Imst
Imst Rosengartenschlucht
Imst Schemenlaufen
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Zwischen Tarrenz und Imst liegt die Trasse der Römerstraße leicht oberhalb der Straße. Im Stadtgebiet verlässt sie den Hang und steuert geradewegs auf die Pfarrkirche zu. Danach führt sie ungefähr unterhalb der alten Hauptstraße durch die Stadt, über die auch die Reiseroute führt. Da es im Stadtzentrum kaum Parkplätze gibt, ist es ratsam, das Auto während eines Spaziergangs am großen Parkplatz abzustellen.

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Schon nach wenigen Metern des Spaziergangs durch die Stadt entdeckt man die ersten Brunnen. Ihre Vielzahl ist eine Besonderheit der Stadt, die in einem Brunnenführer aufbereitet wurde. Die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt hat mit 84,5 Metern den höchsten Kirchturm Tirols. Vom weitläufigen Friedhof aus kommt die spätgotische Architektur gut zur Geltung, der mit der Regotisierung der Außenkirche in den Jahren 1909 und 1912 Rechnung getragen wurde. An der Außenwand sind gotische Fresken zu entdecken, u. a. eine Bergbauszene aus 1478, die an die große Zeit erinnert,  in der Imst Sitz der Berghauptmannschaft war.  Der Grundstein für die Kirche wurde 1462 gelegt. Die Bergknappen halfen später den heutigen Langbau zu errichten. Innen wurde die Kirche im barocken Stil belassen. Durch den Friedhof geht es zum Mesnerhaus, das heute Haus der Fasnacht ist. Der Spaziergang zeigt einige der alten Gassen der Imster Oberstadt, darunter die Vogelhändlergasse, die  an die berühmten Vogelhändler von Imst erinnert. Beim großen Brand von Imst (1822) wurden von den damals 220 Häusern bis auf 14 alle zerstört. Am Weg zum Bergl liegt die Pestkapelle. Nicht weit davon entfernt befindet sich die Laurentiuskirche. Bei ihrer Restaurierung traten Reste einer Apsidenkirche aus der späten Römerzeit zutage. Vom Bergl bietet sich ein herrlicher Blick auf das Stadtzentrum und die Trasse der Römerstraße. Sie führt geradewegs von der Pfarrkirche zu den Füßen des Bergls. Ab dort ist sie praktisch ident mit der Kramergasse. Vom Bergl abwärts — entlang eines Kreuzweges — gelangt man zur Johanneskirche. Der Schutzengelbrunnen neben dieser Kirche markiert den Eingang zur Rosengartenschlucht. Über zahlreiche Steige, Brücken und Stege führt der Weg hoch bis zur „Blauen Grotte“. Ist die Zeit dafür zu kurz, folgt der Stadtspaziergang gleich der Kramergasse. Das Hotel Post im Schloss Sprengenstein, das Ballhaus oder auch der Hauptplatz zeugen davon, dass die Straße in späterer Zeit etwas weiter südlich durch die Unterstadt führte. Gegenüber dem Postgasthof sind noch heute die Stallungen für den Pferdewechsel zu entdecken, die später zur Garage umfunktioniert wurden. Das Ballhaus war, wie der Name sagt, das Haus, in dem ab dem Ende des Mittelalters entlang der alten Straße transportierte Waren zu Ballen gebunden, gelagert und umgeladen wurden. Heute beherbergt es das Museum im Ballhaus, das die Geschichte und die kulturellen Besonderheiten der Stadt dokumentiert.  Ballgasse 1, +43 (0)5412 6980 — 0, geöffnet Di, Do, Fr 14 — 18 und Sa 9 — 12 Uhr., nicht an Feiertagen, www.kultur-imst.at

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Hier treffen sich regelmäßig die Fasnachtler, die alle vier Jahre das große „Schemenlaufen“ begehen. Jeweils zwei Jahre davor zelebrieren die Jungen, die Buben, die „Buabe-Fasnacht“. Nur männliche Imster Bürger sind zugelassen. Die Imsterinnen sind für das Nähen der Gewänder verantwortlich. Der Tanz folgt strengen Regeln, die teilweise seit Jahrhunderten gelten. Die weitum bekannten Fasnachtsumzüge ziehen mit ihrem magischen Schauspiel Zaungäste aus nah und fern in den Bann. Kaum jemand vermag sich der mythischen Strahlkraft dieses jahrhundertealten Spektakels zu entziehen. Im Jahr 2010 hat die UNESCO das Imster Schemenlaufen sogar zum immateriellen Kulturerbe erklärt. In einem großartigen Ensemble hunderter Masken zelebrieren die teilnehmenden Gruppen den Triumph des Frühlings über den Winter. Die zentralen Gestalten des Imster Schemenlaufens sind Roller und Scheller: Der jugendliche Roller tänzelt während des „Gangls“ dem Scheller mit seinem imposanten Schnurrbart voraus. Die Ordnungsmasken Sackner, Spritzer und Kübelemajen (wehe, wer ihnen im Wege steht!) ebnen den beiden Hauptmasken den Weg durch die Menschenmenge. Dem Aufzug der beiden vornehmsten Figuren des Schemenlaufens folgt eine Vielzahl weiterer Figuren. Am Tag nach dem Schemenlaufen, am „Fasnachtsmontag“, ziehen alle Teilnehmer noch einmal durch die Stadt. Kostümiert, aber ohne Masken. So findet das noble Treiben vom Vortag eine etwas ungezügelte Fortsetzung. Das Haus der Fasnacht ist Vereinshaus, Archiv für Kostüme, Masken und beherbergt auch eine Ausstellung. Die zahlreichen Masken und ein sehr beeindruckender Film lassen die große Fasnachtstradition auch erleben, wenn gerade nicht Fasnacht ist. 6460 Imst, Streleweg 6, +43 (0)5412 6910—0, geöffnet jeden Fr von 16 — 19 Uhr und nach Vereinbarung, www.fasnacht.at.

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Kurz nach der historischen Kramergasse zweigt man rechts ab, Richtung Hoch-Imst. Dort wartet eine Fahrt mit dem Alpine Coaster, der längsten Alpen-Achterbahn der Welt.  Imster Bergbahnen, Hoch-Imst 19, +43 (0)5412 66322, www.imster-bergbahnen.at. Der weitere Verlauf der historischen römischen Trasse ist weitgehend ident mit der Bundesstraße Richtung Landeck. Oberhalb liegt die Siedlung Sonnberg, in der sich das erste SOS-Kinderdorf der Welt befindet. Die Idee Hermann Gmeiners, Kindern ein neues Zuhause zu schenken, ging um die ganze Welt. In bereits 130 Ländern der Welt gibt es heute SOS Kinderdörfer.  Sonnberg, 6460 Imst, +43 (0)5412 66234—0, www.sos-kinderdorf.at

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Wenn die Ferienregion Imst etwas nahezu im Überfluss hat, dann ist es Wasser. Kluge Politik hat es verstanden, die Quellen  nutzbar zu machen. Es gibt zahlreiche künstlerisch gestaltete Brunnen in Imst. Der Großteil  besteht aber seit alters her. Früher holten die meisten Haushalte das kostbare und nützliche Nass zum Kochen und Waschen vom nahen Brunnen. Große Wäschestücke wurden dort gewaschen, Erdäpfel in den kleinen Becken geputzt. Die Kühe tränkte man an großen Becken und tauschte inzwischen Neuigkeiten aus. So waren die Brunnen auch Kommunikationszentren. Die Nutzungsberechtigten bildeten Brunnengemeinschaften, die sich um Sauberkeit und Funktionsfähigkeit kümmerten. Manche dieser Gemeinschaften sind heute noch intakt. Eine ihrer Aufgaben ist es, bei Prozessionen die Brunnen feierlich zu schmücken. Die Heiligen, die die Brunnen zieren, gaben oft dem Platz den Namen.

Mit dem Brunnenführer von Imst-Tourismus (zum Blättern oder zum Download auf  www.imst.at) erleben Sie den oberen und unteren Brunnenkreis.

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An der Au 1, Erlebnis-Rast-Stätte Trofana Tyrol, 6493 Mils bei Imst
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Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 18 Tirol West

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Text der historischen Karten von ...
vor dem Jahre 0

Früh dicht besiedelt

Schon in der Frühgeschichte war die Gegend rund um Landeck relativ dicht besiedelt. Oberhalb von Schönwies, in Stanz und Grins, in Perjen, in Fließ, am Eingang ins Kaunertal, in Fiss und Serfaus, ... — auf jedem sonnigen Hang und jeder Hochterrasse sind Siedlungen nachgewiesen oder es gibt zumindest Hinweise auf Besiedelung. Die Siedlungen waren durch Karrenwege miteinander verbunden. Neben einem im Inntal gab es auch eine Abkürzung vom Kaunertal über den Piller Sattel nach Imst. Oberhalb von Fließ befand sich ein Brandopferplatz, an dem Jahrhunderte lang, bis in die Römerzeit, Götter angerufen wurden. Im archäologischen Museum Fließ sind frühgeschichtliche Funde aus dieser Zeit zu bestaunen, wie man sie in dieser Fülle und Qualität sonst nur in großen Städten fifindet.


450

Frühchristliche Kirchen

Im Raum Landeck führte die Römerstraße Via Claudia Augusta weitgehend am Hang entlang — dem Abschnitt zwischen der Innsbrücke bei Starkenbach und Landeck folgte der markante und malerische Abschnitt über die „Platte“ nach Fließ, wo aus verschiedenen Epochen stammende Wagenspuren im Fels Straßengeschichten erzählen. Nur im Bereich von Schloss Landeck verließ die Via Claudia Augusta einmal den Hang — vermutlich weil sich dort eine Straßenstation befand und die Straße über den Arlberg abzweigte. Die wichtige Verkehrsverbindung brachte nicht nur wirtschaftliche Entwicklung, sondern auch regen kulturellen Austausch, was sich unter anderem in der frühen Christianisierung zeigt. Die Pfarrkirche in Landeck und die Laurentiuskirche am Imster „Bergl“ haben Wurzeln im 5. Jh. Die Maaßkirche beim archäologischen Museum in Fließ im 6. Jh.


1787

Verkehrsknoten Landeck

Schon in der Römerzeit trafen an der Mündung der Sanna in den Inn erstmals zwei überregionale Straßen aufeinander. 1787 wurde die schon längere Zeit nicht mehr fahrbare Straße nach Vorarlberg erneuert, wiederbelebt und der Talkessel wurde endgültig zum Verkehrsknoten. Ein Übriges dazu tat der Bau der Arlbergbahn 1884, in dessem Zuge auch 800 Arbeitsplätze entstanden und die Bevölkerung stark zunahm. Um 1900 wurden die Gemeinden Perfuchs und Angedair zu Landeck vereinigt, das 1904 zum Markt und 1923 zur Stadt wurde. Bezirksort ist Landeck schon seit 1868, als es noch gar keinen Ort mit dem Namen gab, sondern nur das Schloss Landeck. Verlierer der Verlagerung des Ost-West-Verkehrs auf die Arlberg-Strecke war übrigens „Zwischentoren“ zwischen Fernstein und Reutte. Viele der bitterarmen Außerferner wurden in der Folge zu Gastarbeitern im  in den wohlhabenderen Nachbarregionen im Norden.

Übersichtskarte Teilabschnitt 17
Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 17 Mils, Schönwies

Auf Römerspuren
von Imst
in den Raum Landeck

  • 17

Das Inntal zwischen Imst und Landeck besticht mit beschaulichen Dörfern, einer der wenigen erhaltenen Auen am Inn und der Kronburg, die hoch oben auf einem Felsen thront. Darüber hinaus warten tolle Blicke auf die umliegende Bergwelt — besonders reizvoll der Blick zurück, auf den Tschirgant, zwischen Inn- und Gurgltal. Ungefähr auf halbem Weg nach Landeck, in Mils, wartet mit dem Erlebnisdorf „Trofana Tyrol“ eine Raststation, die alle Funktionen erfüllt, die auch die Raststationen für die Reisenden hatten, die die Römer in regelmäßigen Abständen entlang der Via Claudia Augusta einrichteten, und noch einiges mehr.

Kornburg Imst Schönwies
Mils Au, Foto Imst Tourismus
Mils bei Imst
Mittelalterliche Geleise Mils
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Nach Imst geht es zunächst am Sonnenhang — auf der Bundesstraße Richtung Landeck — über eine Anhöhe. Die Trasse der Römerstraße liegt vorerst unter der aktuellen Straße, im Bereich der Anhöhe, etwas oberhalb und dann am Hang unterhalb. Wieder im Tal sind links neben den Leitplanken Wagenspuren zu entdecken. Etwas weiter biegt die Route in den Ort  Mils. Im Ort geht es geradeaus weiter, über ein Sträßchen nach Starkenbach. Bis dorthin führt die Reise auf oder ganz nahe an der Trasse der Römerstraße. Bei Starkenbach querte die Römerstraße erst den Starkenbach und dann gleich den Inn. Nach der Brücke über den Bach steht ein Gebäude, das einst ein Gasthof an der alten Straße war. Vis-a-vis der Bachmündung ist am gegenüberliegenden Innufer noch der Brückenkopf einer bis ins 19. Jh. bestehenden Brücke zu sehen. Die Reiseroute führt weiter auf der orografisch linken Flussseite nach Zams.

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Auf einem Felssporn, hoch oberhalb des Inntals, liegt die Kronburg, die zu Fuß — von der gleichnamigen Wallfahrtskirche aus — erreichbar ist. Um dorthin zu gelangen, verlassen Sie vor Mils die Route und fahren über den Inn nach Schönwies. Am Ende der Ortsdurchfahrt geht es links Richtung Kronburg.

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Entlang der Via Claudia Augusta waren in regelmäßigen Abständen Raststationen eingerichtet. Dort konnten sich im öffentlichen Auftrag Reisende stärken und übernachten. Es gab Unterstellmöglichkeiten für Wagen und Pferde und meist auch eine kleine Therme sowie ein Heiligtum. Eine solche „Mansio“ gab es z. B. in Imst, Landeck oder Nauders. Für Privatreisende entwickelten sich aufgrund des Bedarfs ähnliche Raststätten. Archäologen entdeckten eine solche im Wald, zwischen Nassereith und Tarrenz. Auch die Erlebnisraststätte „Trofana Tyrol“ entstpricht laut Archäologen in ihrer Funktion diesen antiken Einrichtungen. Sie ist als Dorf im Stil eines Tiroler Bergdorfes konzipiert, in dem sich der Reisende stärken, aber auch übernachten kann. Die Hitte-Hatte-Au im Außenbereich umfasst einen Teich, eine Kneippstation und einen großen Spielplatz. Sogar eine Kapelle wurde eingerichtet. Ein glasüberdachter Marktplatz mit Tiroler Köstlichkeiten bildet das Herz des Trofana Tyrol, das sich auch als zentraler Treffpunkt für Einheimische etabliert hat. Die Cafeteria Tirolino hat 24 h geöffnet. An der Au 1, 5493 Mils bei Imst, +43 (0)5418 601—0. www.trofanatyrol.at.

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Übersichtskarte Teilabschnitt 17
Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 17 Mils, Schönwies
Übersichtskarte Teilabschnitt 18
Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 18 Tirol West

TirolWest
Genuss-Region
an des Landes Eck

  • 18

Die Sonnenhänge rund um Landeck sind schon seit vorrömischer und römischer Zeit besiedelt. Davon zeugen zahlreiche Funde: In Fließ, in Stanz, Grins oder auch bei der Kronburg. Seit Kurzem weiß man auch, dass Landecks Pfarrkirche frühchristliche Wurzeln hat, was auf eine größere Siedlung schon in der Römerzeit hindeutet. Archäologen gingen schon vorher von einer römischen Straßenstation in der heutigen Bezirksstadt aus, da die Römerstraße dort vom Hang ins Tal führt. Landeck wird von zahlreichen Festungsanlagen umgeben, von denen der ehemalige Gerichtssitz Schloss Landeck der besterhaltene und bedeutendste ist. Die Stadt entwickelte sich vor allem im Zuge des Baus der Arlbergbahn. Die Sonnenhänge begünstigen nicht nur die Besiedelung, sondern auch die Landwirtschaft. Die Genussregion lädt ein, ihre Früchte zu kosten.

Schloss Landeck, Foto Albin Niederstrasser
Zammer Lochputz
Museum Fliess Aussen
Bronzezeitlicher Kammhelm Museum Fliess
Brennereidorf Stanz, Foto Tirol West - Albin Niederstrasser
Kaunergrat Murmeltier Naturpark Tirol West
Keimlinge Closeup Genussregion Tirol West
Schnaps, Likör, Brot, Marmelade, Genussregion Tirol West
Tiroler Edle
Genussregion Sortiment
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Kurz vor Zams quert die Bundesstraße den Inn. Unmittelbar davor geht es rechts zum Zammer Lochputz. Die Route führt durch Zams, vorbei am markanten freistehenden Kirchturm. An der Straße nach Landeck liegt die Talstation der Venetbergbahn. In Landeck am Kreisverkehr geht es leicht links in die Malserstraße, der historischen Hauptstraße der Stadt, mit Geschäften und Einkehrmöglichkeiten. Oberhalb liegen Schloss Landeck und die Pfarrkirche. Die Straße führt geradewegs nach Süden, über Urgen und Nesselgarten in den Fließer Ortsteil Neuer Zoll. Dort zweigt die Straße nach Fließ ab, wo sich das Dokumentationszentrum der Via Claudia Augusta Tirol befindet.  Etwas vor dem Ortszentrum zweigt links ein Sträßchen ab, das zum Naturparkhaus Kaunergrat führt. Von dort geht es an den Eingang des Kaunertals und nach Prutz.

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Das beliebte Ausflugsziel bietet schwindelerregende Einblicke in eines der schönsten wilden Wasser Tirols. Ein ganz besonderes Erlebnis. 6511 Zams, Lötz 38, +43 (0)5442 65 600, Öffnungszeiten: 1. Mai bis 30 Sept. täglich 9:30 — 17:30 Uhr, 1. Okt. — 31. Okt. täglich 10 — 17 Uhr. 25. 12 — 25. 2. Jeden Mi im Juli und August geführte Abendwanderung von 20 — 21.30 Uhr. www.zammer-lochputz.at.

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Mit der Venetseilbahn geht’s in 8 Minuten von 780 m auf 2.208 m Höhe. Der Genussberg Venet begeistert mit seinem traumhaften Panoramablick auf die umliegende Bergwelt, mit der Genussroute „Tiroler Edle”, dem “Weg der Aussicht”, zahlreichen Einkehrmöglichkeiten, .... 6511 Zams, Hauptstraße 38, +43 (0)5442 62 663. 6. 6. — 28. 9. und 2. 10. — 5. 10. jeweils von 8:30 — 17 Uhr, www.venet.at

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Ein Heimatmuseum der anderen Art lässt die Gäste in der Burg aus dem 13. Jh. in die Geschichte unserer Vorfahren eintauchen, in ihren Kampf ums Überleben. Die Geschichten dieser Zeit werden im Schloss Landeck erzählt. 6500 Landeck, Schlossweg 2, +43 (0)5442 63 202, Öffnungszeiten: 13. April — 26. Okt. täglich 10 — 17 Uhr.

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Eine kleine Wanderung von ca. 2 Stunden führt mit herrlichen Ausblicken von Schloss Landeck über den Hang ins Dorf Fließ mit dem Via Claudia Augusta Dokumentationszentrum Tirol und dem Archäologischen Museum Fließ. Der Weg führt über die Fließer Trockenhänge, einem faszinierenden Lebensraum, der u. a. 1000en Schmetterlingsarten Heimat gibt. Auf der sogenannten Fließer Platte findet man Wagenspuren aus verschiedenen Zeitaltern. Am Sonnenhang zwischen Stanz und Grins gibt es einen Spazierweg, den die Einheimischen, wegen der starken Frequenz und der laufenden Notwendigkeit zurückzugrüßen, „Grüß-Gott-Weg” nennen. Der Weg führt auf den Spuren der bekannten Stanzer Zwetschken von einer Hochburg der Schnapsbrennkultur zur nächsten. Der sonnenbegünstigte Hang ist schon seit Jahrtausenden besiedelt und bietet ein herrliches Panorama aufs Tal.

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Im Ort Fließ befindet sich das Dokumentationszentrum der Via Claudia Augusta Tirol, mit Funden von der römischen Kaiserstraße, einer Kopie der gesamten römischen Straßenkarte Tabula Peutingeriana und einem unterhaltsamen Film, in dem ein Römer seiner Geliebten von einer Reise entlang der Römerstraße berichtet. Im gegenüberliegenden Archäologischen Museum sind die bedeutenden bronzezeitlichen und eisenzeitlichen Funde von Fließ ausgestellt. Dokumentationszentrum Via Claudia Augusta und Museum Fließ, 6521 Fließ Nr. 89, 0043 (0)5449 200 65, Öffnungszeiten: Mai — Okt., Di-So 10 — 12 und 15 — 17 Uhr. www.museum.fliess.at Hoch über Fließ, am historischen Übergang über den Piller ins Pitztal, gibt es einen Brandopferplatz zu entdecken. Unweit davon wartet der schwindelerregende „Gache Blick“, über den steilen Abgrund ins Obere Gericht und das Naturparkhaus Kaunergrat mit Naturausstellung und einem Restaurant mit Panorama-Terrasse, 6521 Fließ, Gachen Blick  100, +43 (0)5449 6304, Restaurant Gachenblick +43 (0)664 4408552

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In der Ferienregion TirolWest gibt‘s auch für Feinschmecker vieles zu entdecken. Ganz egal, wofür das Genießer-Herz schlägt - der Magen kommt mit Sicherheit nicht zu kurz. Von selbst gebrannten hochprozentigen Obstbränden aus der Genussregion Stanzer Zwetschke, über frische, bäuerliche Produkte aus der Region auf dem Landecker Frischemarkt, bis hin zu Tonis Sprossengarten, dem Landecker Brot „Tiroggl“ und edlen Schokoladenspezialitäten aus Tirol können Sie Ihren Gaumen in der Urlaubsregion Tirol so richtig verwöhnen. Die weitläufigen Obstgärten in den Gemeinden Grins und Stanz gehören nicht nur zu den höchstgelegenen Obstplantagen Europas, hier gedeihen auch einige der besten Früchte Tirols. Nicht umsonst werden aus der berühmten Stanzer Zwetschke die bekanntesten Obstbrände der Region erzeugt. Die hochprozentigen und hochwertigen Edelbrände brachten der Region auch den Titel Genussregion Österreichs ein. Probieren Sie selbst ein kleines Tiroler „Schnapserl“ nach dem Essen und genießen Sie die wohltuende Wirkung des fruchtigen Edelbrandes. Genussregion TirolWest +43 (0)5442 65 600.

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Der Naturpark erstreckt sich  vom Oberen Inntal bis zu den Ötztaler Alpen und umfasst dabei das Pitztal, das Kaunertal und die Gemeinde Fließ. Er erschließt mit zahlreichen Wanderungen eine wunderschöne Landschaft mit zahlreichen Tier- und Pflanzenarten. Der Naturpark zeigt alle Höhenstufen von den Inauen auf 750 Metern hinauf zu den markanten Dreitausendern der Ötztaler Alpen. Er besticht mit dem höchsten Anteil an ursprünglich erhaltener Natur Tirols: Allein 1.200 Steinböcke und 1.100 Schmetterlingsarten leben darin. Zwischen Brandopferplatz am Piller Sattel und dem „Gachem Blick“ wartet das Naturparkhaus mit multimedialer Ausstellung „3000 m VERTIKAL” und Panorama-Restaurant mit atemberaubenden Ausblick.

6521 Fließ, Gachblick 100, +43 (0)5449 6304, geöffnet Juni – Sept. Mo – So 10 — 18 Uhr,  Okt. – Mai Mo — So 10 — 17 Uhr (Sa über Automat), www.kaunergrat.at.

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Übersichtskarte Teilabschnitt 18
Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 18 Tirol West
Übersichtskarte Teilabschnitt 19
Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 19 Tiroler Oberland

"4 Karten durch die Jahrtausende"
(Edition Nauders, Tiroler Oberland)

Übersichtskarte Teilabschnitt 19
Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 19 Tiroler Oberland

Text der historischen Karte von ...
100 n. Chr.

Strasse meist in Talsohle

Wegen der Talenge, die steinschlag-gefährdet war und oft ganz vom Inn in Anspruch genommen wurde, verlief die Via Claudia Augusta zwischen Landeck und Fließ am Hang entlang, über die Fließer Platte, auf der die Wagen in den verschiedenen Epochen Spuren im Fels hinterließen. Wieder im Tal konnte die Römerstraße dann bis Altfinstermünz — mit einigen Fluss-Querungen — durch die Talsohle führen, weil die Natur den Inn in dem Bereich in engen Bahnen hielt. Ab Finstermünz stieg die Straße stetig mit 11 % durch die Schlucht hinauf, zur einzigen schriftlich überlieferten Straßenstation Inutrium, kurz vor dem höchsten Punkt der Straße, und dem Reschenpass. Vermutlich gab es 2 weitere Straßenstationen zwischen Prutz und Pfunds. Sicher besiedelt waren Fließ und Inutrium.


1530

Straße und Bergbau

Die Römerstraße wurde im Mittelalter und in der Neuzeit großteils weiter genutzt. Burgen wie Pidenegg, Pernegg, Laudegg, Siegmundsriedt, Finstermünz und Naudersberg säumen die Verkehrsrouten. Abgesehen von den Hauptstraßen gab es fast nur Saumpfade. Neben Landwirtschaft zur Selbstversorgung und Verdienstmöglichkeiten in Verbindung mit der Straße brachte der Bergbau Einkommen — erst im Kaunertal, dann im Berglertal, später  im Platzertal. Weiters wurde in Serfaus Erz abgebaut und in Fließ verhüttet.


1910

Neue Verkehrswege

Lange wurde diskutiert, wie man die Reschenstraße erneuern soll. Schließlich setzten sich die modernen Baumeister durch und es wurde 1852 - 1856 die Straße mit Kehren und Galerien gebaut, die noch heute über weite Teile in Verwendung ist. Auch ins Engadin, ins Samnaun und zum Bergbau im Platzertal wurden Straßen errichtet. Das Erz wurde außerdem mit einer Materialseilbahn befördert. Neben Investitionen in die Straßen, gab auch 2 unterschiedliche Pläne für eine Bahnverbindung über den Reschenpass, für die zahlreiche Tunnel notwendig gewesen wären. Von der strategisch wichtigen Position des Passes zeugt die nördlichste Festung von Österreich-Ungarn gegenüber Italien.

Übersichtskarte Teilabschnitt 19
Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 19 Tiroler Oberland

Im Oberen Gericht
Von der Pontlatzbrücke
bis Altfinstermünz

  • 19

Das „Obere Gericht“ reicht von Landeck bis Nauders und hat seinen Namen vom Gerichtssitz, der sich erst im Schloss Laudegg, oberhalb Prutz und dann ab dem 17. Jh. in Schloss Siegmundsried befand. Es handelt sich um einen der ursprünglichsten Abschnitte der Via Claudia Augusta, in dem man sieht, welchen Einfluss die wichtige Straße auf die Siedlungs- Entwicklung hatte. In weiten Bereichen entspricht die alte Landesstraße, die heute als Hauptstraße großteils durch die parallel B180 ersetzt wurde, der Römerstraße. Malerische Orte und Weiler, Schlösser und Festungen, stattliche Häuser, Gasthöfe, Bauernhöfe und Sakralbauten sowie einige alte Brücken begleiten sie. Die beeindruckendste Brücke ist sicherlich jene der im Mittelalter errichteten Zollstation Altfinstermünz am jungen Inn, wo auch die Römerstraße den Fluß querte.

Nebelstimmung Tiroler Oberland Oberinntal
Altfinstermünz Pfunds Nauders Reschenpass, Foto Lammerhuber
Schloss Siegmundsried
Kaunertaler Gletscherstrasse Stausee
Pfunds Turmloch
Tösens Römerbrücke
Pfunds
Tiroler Oberland Spiss Sommer Gesamtansicht
Durch das Obere Gericht bis Altfinstermünz

Vom „Gachen Blick” führt die Route nach Kauns am Eingang des Kaunertals. Dort hat der Reisende die Wahl, gleich talauswärts nach Prutz zu fahren oder einen Ausflflug zum Kaunertaler Gletscher zu unternehmen. Am Weg dorthin begrüßt nach wenigen hundert Metern die vorbildlich renovierte Burg Berneck. Sie diente der Sicherung der Straße über den Piller ins Pitztal. Heute ist sie im Privatbesitz, aber in Führungen Juli -— Sept. Sa, So 10 — 11Uhr zu erleben, +43 (0)5472)6332. Auf der Prutz gegenüberliegenden Innseite lockt ein Abstecher zur öffentlich zugänglichen Sauerbrunnquelle, dessen Wasser bei Magen- und Darmerkrankungen hilft.  Seine Heilkraft ist seit 800 Jahren bekannt und wurde bis ins 20. Jh. von Fürsten, Bischöfen, Äbten und anderen Persönlichkeiten genutzt. Heute noch wird das Wasser in Flaschen abgefüllt und ist auch teilweise in der Gastronomie erhältlich. Auf dem Weg zur Quelle quert der Reisende die denkmalgeschützte Prutzer Innbrücke. Wie aus dem Felsen gewachsen thront oberhalb Burg Laudegg. Der Wohnturm stammt aus dem 13. Jh. und ist heute ebenfalls in Privatbesitz. Die Reiseroute führt auf der alten Landesstraße weiter, die bis Pfunds grob dem Verlauf der Römerstraße entspricht. Zwi-schen Prutz und Ried verlockt ein Badesee mit Insel und Wasserrutsche zum ruhigem Ausspannen oder Badespass. Den Ort Ried im Oberinntal prägt Schloss Siegmundsried. Es wurde Ende des 15. Jh. errichtet und hat seinen Namen von Sigsmund dem Münzreichen. Zu besichtigen ist Sigmundsried in regelmäßign Führungen, +43 (0)50 225 100. In einer Kurve in St. Christina führt die Reiseroute an einer alten Schmiede vorbei, während in Steinbrücken für die Gegend seltene Malerei  auf einem mächtigen alten Hof zu entdecken ist. Auf der Tösens gegenüberliegenden Innseite erblicken Aufmerksame am Fels eine Steinbrücke, einer Nebenstraße nach Serfaus. Der Volksmund hat ihr den Namen „Römerbrücke“ gegeben. Tatsächlich ist sie eine der drei ältesten mittelalterlichen Steinbogenbrücken Tirols.  Auch die bald folgende Innbrücke steht unter Denkmalschutz. Aufgefädelt an der Via Claudia Augusta folgen die malerischen Weiler Tschuppbach, Schönegg, Stein, Lafairs und Birkach. Früher fuhren die Reisewagen auf der alten Straße mitten durch die Gasthöfe Tschuppbach und Traube in Pfunds-Stuben.

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Die beiden Ortsteile Pfunds-Dorf und Pfunds-Stuben rechts und links des Inns, haben besonders viele gotisch geprägte Häuser. Neben gemauerten Außenstiegen zeichnen sie romanische oder gotische Torbögen aus. Am Kirchplatz in Pfunds-Dorf befindet sich ein Heimatmuseum. Durch das „Loch” im Turm aus dem 11. Jh. und über den Inn wechselt die Route nach Pfunds-Stuben, an deren Dorfstraße vor allem die Liebfrauenkirche mit einem Altar vom süddeutschen Meister Jörg Lederer und schönen Fresken zu erwähnen ist, sowie der Richterhof mit drei Gedenktafeln an der Giebelfassade.  Museum, Dorf 103, +43 (0)5474 5229, Führungen im Sommer So 10 – 12 Uhr und 13.30 – 16 Uhr, Mi 13.30 – 15.30 Uhr

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Bevor es über die Kajetansbrücke Richtung Nauders geht, ist ein Abstecher zum Ensemble der historischen Zollstation Altfinstermünz ein Muss. Vom gut beschilderten Parkplatz gleich unterhalb der Engadinerstraße ist mit 25 Minuten Fußweg zu rechnen. So abgelegen Altfinstermünz heute scheint — einst war es ein von mehreren Seiten erreichbarer wichtiger Verkehrsknoten. Neben der Via Claudia Augusta auf den Reschenpass führte auch eine Straße ins Unterengadin. Vom 9. bis zum 11. Jh. war Altfinstermünz Gerichts- und Mallstelle für die Region Unterengadin, Nauders und Pfunds. Der 1159 erstmals urkundlich erwähnte Name bedeutet übersetzt „bedrohlich emporragender Fels”. Die Befestigungsbauten, wie der Brückenturm und das Schloss Siegmundseck wurden 1472 zum Schutz vor Einfällen aus dem Engadin errichtet und mussten sich schon 1499 im Engadinerkrieg bewähren. Der mächtige fünfgeschossige Torturm mit Pechnasen und Wehrplatte stammt aus dem frühen 16. Jh. Ab 1652 war Finstermünz dann Grenze zwischen Tirol und Graubünden. 1779 wurde das Zollamt nach Martinsbruck verlegt und das Ensemble kam in Privatbesitz. Bis 1855 quälte sich aber der gesamte Verkehr Richtung Süden durch das enge Tor im Brückenturm der ehemaligen Zollstation. Auf einem Rundgang erfährt der Besucher, unterstützt durch einen Dokumentarfilm, ihre Funktion und Geschichte. +43 (0)5474 200 43 oder 0043 (0)664 39 59 471, geöffnet 1. Juni — 15. Okt. 11 — 17 Uhr, Mo Ruhetag, Führungen, Imbisse und Getränke auf Anfrage von Ostern bis Nov. www.altfifinstermuenz.com.

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Im Oberen Gericht locken auch zahlreiche spannende Ausflüge rechts und links des Inntals und der Römerstraße. Die Kaunertaler Gletscherstraße ist eine der schönsten Panoramastraßen der Alpen. Sie führt vorbei am Gepatsch-Speichersee bis zum Weißseeferner (2750 m). Vom Bergdorf Fendels geht es mit der Bergbahn in ein Wanderparadies mit herrlichem Panorama. Zu Fuß entlang der  Radurschlklamm, wo eine alte Mühle und Säge warten, oder mit dem Auto gelangt man von Pfunds in das Hochtal Tschey, das an Romantik und Naturbelassenheit kaum zu überbieten ist. Von der Kajetansbrücke geht es nach Spiss,  in die höchstgelegene Gemeinde Österreichs (1628 m). Oberhalb von Nauders locken im Westen das Naturdenkmal Schwarzer See und der Grüne See. Im Osten gelangt man mit der Bergbahn in die Alpine Wasser-Erlebnis-Welt Goldwasser, wo Kinder und Erwachsene greifbare und unmittelbare Erfahrungen machen sowie Spaß und Spannung finden können.

www.nauders.com, www.tiroler-oberland.com,

www.kaunertal.com

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Übersichtskarte Teilabschnitt 19
Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 19 Tiroler Oberland
Übersichtskarte Teilabschnitt 20
Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 20 Reschen

Der Reschenpass:
Das Dach der Tour

  • 20

Die Pässe waren in historischer Zeit eine große Herausforderung. Deshalb richteten die Römer bevorzugt vor, nach und auf den Passhöhen Raststationen ein. Der Reschenpass ist mit 1507 Metern der höchste Punkt der Via Claudia Augusta. Die Passhöhe liegt auf italienischem Staatsgebiet. Etwas nördlich, im österreichischen Nauders, befand sich die einzige schriftlich überlieferte römische Straßenstation Tirols, Inutrium. Heute rasten im Hochtal viele Urlauber. Sie genießen im Winter wie im Sommer die Bergwelt rund um Nauders, Reschen, Graun und St. Valentin. Die vier Orte liegen in zwei Staaten und Tourismusregionen, gehören aber geografisch alle zum Vinschgau. Die Gäste schätzen auch die Seen, die auf der Passhöhe aufgestaut wurden. Aus dem Reschensee ragt mit dem Altgrauner Kirchturm eines der bekanntesten Fotomotive der Route.

Reschenpass
Nauders am Reschenpass von Oben, Foto Manuel Baldauf
Nauders am Reschenpass Schloss burg Naudersberg, Foto Daniel Zangerl
Reschenpass
st valentin
Graun
Dorf Reschen Von Oben
Festung Nauders
Nauders am Reschenpass Naturdenkmal Schwarzer See, Foto Martin Lugger
Nauders am Reschenpass Goldwasser, Foto Daniela Zengerl
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Ab der Kajetansbrücke über den Inn steigt die Reschen-Bundesstraße den Felshang hinauf. Die Straße stammt aus dem Jahre 1856. Vor ihrem Bau wurde Jahrzehnte lang diskutiert, ob die bestehende Direttissima auf den Spuren der Römerstraße von Altfifinstermünz hinauf nach Nauders verbessert oder eine „neumodische“ gleichmäßig ansteigende Straße mit Galerien und Tunneln gebaut werden sollte. Entlang der schließlich doch realisierten Straße bieten sich immer wieder sagenhafte Blicke auf den Gegenhang und  das Ensemble Altfinstermünz in der Innschlucht. Am Straßenrand fristet die Ruine des ehemaligen Hotel Hochfifinstermünz, das einst ein nobles Hotel war, einen Dornröschenschlaf. Von seinem Parkplatz führt ein Wandersteig in die Innschlucht, über den nach ca. 20 Minuten Fußmarsch Altfinstermünz zu erreichen ist. Oberhalb der Innschlucht führt die Reschenbundesstraße durch eine Engstelle, die die geografische Grenze zwischen dem Inntal und dem Vinschgau bildet, das dort mit einem Hochtal beginnt. Über die Engstelle wacht die Festung Nauders. Der sich eng an den Fels schmiegende Bau war die nördlichste Festungsanlage der österreichisch-ungarischen Monarchie gegen Italien. Heute beherbergt sie eine Ausstellung zum Verkehr über den Reschenpass.  +43 (0)50225400, Öffnung auf Anfrage.

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In das Zentrum des Tourismusortes Nauders am Reschenpass, der einst Raststation an der Römerstraße war, gelangt der Interessierte am besten gleich am Ortseingang. Er ist auch in der Ptolomäuskarte erwähnt, die 150 n. Chr. in Alexandria entstand. Die Pfarrkirche St. Valentin hat ihre Wurzeln im 4. Jh. und ist dem Apostel der römischen Provinz Rätien geweiht. Sie wurde später im barocken bzw. neuromanischen Stil umgestaltet, hat aber noch ihren originalen gotischen Turm aus dem Jahr 1509. Die kleine spitztürmige Spitalkirche Hl. Geist im unteren Dorfbereich gehörte zu einem 1140 entstandenen Hospiz für mittellose Reisende. Die Ortsstraße säumen einige Gebäude, denen man ansieht, dass sie alte Gasthöfe sind. Das auf einem Hügel im nördlichen Teil des Dorfes thronende Schloss Naudersberg ist eine Festungsanlage aus dem 13./14. Jh., die im 15./16. Jh. erweitert wurde. Am östlichen Fuß des Hügels führt die Römerstraße vorbei, die vor nicht allzulanger Zeit noch die Reschen-Bundesstraße war. Heute ist sie Anrainern und Radfahrern vorbehalten. Von Naudersberg ist das komplette Grenztal zu überblicken. Das Gebiet des einstigen Gerichtssitzes umfasste den oberen Vinschgau.  Heute beherbergt das Schloss ein Museum und ein Restaurant. Die St. Leonhardskapelle im Süden des Schlosses fasziniert mit einer der bedeutendsten romanischen Fresken. +43 (0)50225400, Führungen entsprechend aktuellem Aushang und nach Vereinbarung.

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Die unschwer an den ehemaligen Grenzstationen erkennbare Staatsgrenze liegt noch vor der Passhöhe bzw. Wasserscheide, die etwas danach folgt. Im Ort Reschen, durch das die Reiseroute als erstes Dorf auf italienischem Staatsgebiet durchquert, wurde im 19 Jh. der letzte Bär Südtirols geschossen, weshalb dessen Bewohner gerne „Bärenschießer“ genannt werden. Der Reschensee ist wegen der guten Windverhältnisse das Top-Kite- und Snow-Kite-Revier der Alpen. Jährlich werden nationale und internationale Kite-Events ausgetragen. Es ist auch spannend, am Ufer zu beobachten wie die Kite-Surfer mit ihren Lenkdrachen über den See gleiten. Der 1950 aufgestaute See vereinte den Reschen- und den Mittersee zu einer einzigen 6 km langen Wasserflfläche, welcher der alte Ort Graun weichen musste. Sein Kirchturm ragt noch heute als einer der bekanntesten Postkartenmotive am Ostufer aus dem See. Neben dem denkmalgechützten romanischen Kirchturm erinnert auch die spätgotische Kapelle aus 1521, auf einem kleinen Hügel unweit des neuen Ortszentrums, an die frühen Zeiten von Graun. Vor St. Valentin auf der Haide führt die Reiseroute an der imposanten Staumauer vorbei. Der nachfolgende Haidersee ist der einzige der ursprünglich drei Seen, der naturbelassen blieb. Das Gemeindemuseum Graun dokumentiert die Aufstauung des Reschensees, den Untergang und Wiederaufbau des Dorfes Graun. 39027 Graun,  +39 0473 633 127.

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Übersichtskarte Teilabschnitt 20
Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 20 Reschen
Übersichtskarte Teilabschnitt 21
Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 21 Oberer Vinschgau

Oberer Vinschgau
Ein Ortskern schöner
als der andere

  • 21

Kaum eine Region an der Via Claudia Augusta hat so viele historische Ortskerne und Gebäude. Schon lange vor den Römern war der klimatisch begünstigte Vinschgau als Siedlungsplatz entdeckt. Seinen Namen hat er vom rätischen Stamm der Venosten, die z. B. auf dem Tartscher Bichl oder am Ganglegg oberhalb Schluderns siedelten. Die historische Trasse der Via Claudia Augusta führte über die Malser Haide, wo Archäologen eine römische Straßenstation orten konnten, und dann ab Mals am Sonnenhang entlang. Dichter besiedelt und urbar gemacht wurde die Gegend ab dem 10. Jh. durch romanische Bauern. Ab dem 12. Jahrhundert wurden sie dabei vom Kloster Marienberg unterstützt. Von dieser Zeit zeugen mehrere Burgen, das mittelalterlich geprägte Städtchen Glurns mit seiner noch vollständig erhaltenen Stadtmauer, aber auch die Dorfkerne der Dörfer rundum. Der Vinschgau baut auf dieses reiche Erbe und präsentiert sich als geschichtsträchtige Kulturregion Südtirols.

Rad Abschnitt
Tartscher Bichl Mals Marienberg
Vinschgau, Glurns, Tor, Gasse, Foto: Vinschgau Marketing, Frieder Blickle
Suedtirol, Vinschgau, Mals, zwischen Mals und Burgeis, Kloster Marienberg, Fuerstenburg,
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Über die markante Malser Haide, dem größten Schuttkegel der Alpen mit seinen markanten Waalen, führt die Route hinunter nach Mals. Auf halbem Weg liegt der bereits im 12. Jh. erwähnte Ort Burgeis mit der Fürstenburg, malerischen engen Gassen und besonders vielen Häusern mit Fresken, Portalen, Freitreppen und Erkern.  Am Hang oberhalb thront Marienberg, Europas höchstgelegenes Benediktinerkloster. Ein Museum mit einem Film lässt die 900jährige Geschichte und das Leben hinter Klostermauern lebendig werden.   39024 Burgeis, Schlinig 1, +39 0473 843 980, geöffnet 15. März — 31. Okt. Mo — Sa 10 — 17 Uhr und 27. Dez. — 5. Jan. Mo — Sa 10 — 17 Uhr. Unweit davon liegt das Kirchlein St. Stefan, das seine Wurzeln schon im 5. Jh. hat. Grabungen im Bereich der aus dem 9. Jh. stammenden Benedikt-Kirche im Norden des ausgedehnten alten Ortskerns bestätigten, dass Mals schon auf die Römer zurückgeht. Im 12. Jh. wurde es Gerichtssitz und 1642 Marktgemeinde. Noch heute zählt der Ort auffällig viele Kirchtürme. Früher waren es sogar noch zwei mehr.

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Der Tartscher Bichl südlich von Mals mit dem malerisch gelegenen St.-Veit-Kirchlein ist ein fabelhafter Ausblickspunkt der schon in der Urgeschichte besiedelt war. Das Städtchen Glurns mit seinen noch komplett erhaltenen Stadtmauern ist mit 800 Einwohnern eine der kleinsten Städte der Alpen. Strategisch günstig gelegen und von den Tiroler Landesfürsten gefördert gelangte sie zu beachtlichem Reichtum. Besonders sehenswert sind die Laubengassen.

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Schluderns liegt am Sonnenhang unterhalb der teilweise rekonstruierten rätischen Höhensiedlung am Ganglegg und der Churburg aus dem 13. Jh., die als best-erhaltener Wehrbau des Landes gilt. Seit 1504 ist die Burg im Besitz der Grafen von Trapp, die dort eine sehenswerte Rüstungssammlung präsentieren.  39020 Schluderns, Churburg 1, +39 0473 615 241, Führungen vom 20. März bis 31. Okt, Einlasszeiten 10 — 12 und 14 — 16:30, Montag Ruhetag, ausgenommen Feiertag, www.churburg.com. Im historischen Ortskern befindet sich das sehenswerte Vinschgermuseum, das die Geschichte des Tales erzählt.  39020 Schluderns, Meranerstr. 1, 0039 0473 615 590, geöffnet 20. März — 31. Okt. 10—12 und 15—18 Uhr. Mo Ruhetag, ausgen. Feiertag, www.vintschgermuseum.com. Im Zentrum des Ortes Prad am Stilfserjoch gibt es schließlich die Dauerausstellung „Unter Fischen — eine Reise in fremde Welten“ im Nationalpark-Haus „aquaprad“ mit 12 Aquarien Einblicke in die Fischfauna des Nationalparks Stilfserjoch — von den Hochgebirgsseen über Gebirgsbäche bis zum Fluss.  39026 Prad am Stifserjoch, Kreuzweg 4/c, +39 0473 618 212, geöffnet Di — Fr 9 — 12 und 14:30 — 18 Uhr, Sa, So und Feiertag 14:30 — 18 Uhr, Montag Ruhetag. www.aquaprad.com

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Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 20 Reschen
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Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 22 Schlanders Laas

Schlanders und Laas
das Herz des
„Obstgarten Vinschgau“

  • 22

Im Herzen des „Obstgartens Vinschgau”,  am Fuße des Sonnenberges — über den auch vermutlich die Römerstraße verlief — liegen das Marmordorf Laas und der Hauptort des Vinschgaus, die Marktgemeinde Schlanders. Schon in der Jungsteinzeit hielten sich in der sonnenreichen und wegen den hohen Bergketten im Norden und Süden sehr niederschlagsarmen Gegend nomadisierende Hirten und Jäger auf. Zumindest seit der Römerzeit wird der bekannte Laaser bzw. Göflaner Marmor abgebaut, wie der Meilenstein der Via Claudia Augusta von Rabland belegt. In den Urkunden tauchen Schlanders und Laas Ende 11. / Anfang 12. Jh. erstmals auf. Im 14. Jh. wurde Schlanders Gerichtssitz.

Fussgängerzone Schlanders
Marmorwerkstatt Laas
Radabschnitt
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Auf einem kleinen Hügel am Dorfeingang von Laas liegt malerisch das uralte St.-Sisinus-Kirchlein. In der romanischen Pfarrkirche Hl. Johannes dem Täufer ist eine frühmittelalterliche Altarmensa mit einem Relief der Märtyrer Sisinus, Alexander und Martyrius zu bewundern. Eine Besonderheit ist auch der Kandlwaal, der auf hohen Steinpfeilern über die Etsch führte, von dem aber nach einem Brand 1907 nur mehr Reste zeugen. Seit Menschengedenken wird am südlich gelegenen Nörderberg in Laas weißer Marmor abgebaut, der besonders hart, widerstandsfähig und wetterbeständig ist. Er wird u. a. über einen Schrägaufzug zu Tal gebracht. Auf dem Werks-gelände von Lasa Marmo werden die Blöcke gelagert. Im Ort gibt es auch einige weiterverarbeitende Betriebe. Der Ortsplatz ist ganz in weißem Marmor gehalten. Nicht zuletzt ist Laas auch das Zentrum des Anbaugebietes der Vinschger Marille. Marmor und Marille ist jedes Jahr ein Fest gewidmet.

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Die Fraktion Kortsch hat ein sehenswertes bäuerlich geprägtes Zentrum, über dem — von Weitem sichtbar — das Ägidus-Kirchlein thront. Man könnte meinen, der Name Schlanders stamme von „Schländern“. Zumindest lässt es sich in der Fußgängerzone der Marktgemeinde herrlich schlendern, einkaufen, Kaffee trinken, ... Im ehemaligen Garnisonsort warten auch schöne Gassen und zahlreiche alte Bauten, die die Entwicklung vom 13. bis ins 20. Jh. erzählen — z. B. Schloss Schlandersburg, die gotische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, die noch ältere Michaelskapelle am Friedhof, Kapuzinerkirche und -kloster und einige Herrschaftssitze. Am Sonnberg oberhalb der Marktgemeinde thront das im 13. Jh. errichtete Schloss Schlandersberg.

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Übersichtskarte Teilabschnitt 22
Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 22 Schlanders Laas
Übersichtskarte Teilabschnitt 23
Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 23 Talenge

An der Talenge
Goldrain, Latsch
und Kastelbell

  • 23

An der Engstelle in der Mitte des geografischen Vinschgau, der bis zur Töll reicht, gibt es rund 10 Burganlagen und Ansitze auf engem Raum, die zum Teil auch dazu dienten, den strategisch wichtigen Punkt zu sichern. Die bedeutendsten sind sicherlich Schloss Goldrain, das Bildungs- und Kulturzentrum des Vinschgau, Kastelbell mit Dauerausstellung zur Via Claudia Augusta und Reinhold Messners Sommerresidenz Juval hoch oben am Berg. Das vielfältige Microklima mit viel Sonne, geringen Niederschlägen und frischer Brise in der Nacht begünstigt einen relativ jungen, vielfältigen und qualitätvollen Weinbau. Kastelbell- Tschars ist mit 25,5 ha der größte Weinbauort im Vinschgau, in dem Chardonnay, Weißburgunder, Ruländer, Gewürztraminer, Riesling, Vernasch, Zweigelt und Blauburgunder reifen.

Vinschgau Kastelbell Radfahrer
Schloss Kastelbell
Kastelbell Vinschgau
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Die Marktgemeinde Latsch besteht aus dem Hauptort und den zwei Fraktionen Goldrain und Morter am Talboden und Tarsch, das auf einem Murkegel sitzt. In Latsch ist der Flügelaltar von Jörg Lederer in der Spitalkirche besonders sehenswert. Die Burgkapelle St. Stefan bei Ober- und Untermontan in Morter gilt wegen ihrer Wandbemalungen als Sixtinische Kapelle Südtirols. Schloss Goldrain, das in mehreren Bauabschnitten ab 1475 errichtet wurde, besticht vor allem mit seiner rechteckigen Umfassungsmauer, Portalen, Freitreppen und der Loggiengalerie. Alle wesentlichen Werkstücke sind übrigens aus weißem Marmor. Erwähnenswert ist auch der 5000 Jahre alte Menhir (Hinkelstein) von Latsch, der montags in der Bichlkirche nahe dem Ortseingang zu besichtigen ist, wo er gefunden wurde.

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Die Lage an der engsten Stelle des Tales gibt dem Straßendorf mit der gleichnamigen Burg am Felssporn direkt an der Straße ein besonderes Erscheinungsbild.  39020 Kastelbell, Staatsstraße 5, +39 0473 624 193, Führungen 17. Juni — 14. Sept. Di — So 11, 14, 15 und 16 Uhr. Mindestteilnehmerzahl: 4 Personen, www.schloss-kastelbell.com. Sehenswert ist auch der Waalweg. Das 1928 mit Kastelbell vereinte Tschars liegt auf einem Schuttkegel auf der Sonnenseite des wieder etwas weiteren Tales. Reinhold Messners Sommerresidenz Juval, oberhalb des Eingangs ins Schnallstal, lockt mit der Tibetika-Sammlung im Messner Mountain Museum.  Kastelbell, Juval 3, +39 348 443 38 71, geöffnet vom 4. So im März bis 30. Juni und vom 1. Sept. bis zum 1. So im Nov. 10 — 16 Uhr, Mittwoch Ruhetag, www.messner-mountain-museum.it

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Übersichtskarte Teilabschnitt 24
Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 24 Unterer Vinschgau

Unterer Vinschgau
Naturns, Plaus, Rabland
und Partschins

  • 24

Die Gemeinden Naturns, Plaus und Partschins bis zur Töll gehören zwar geografisch zum Vinschgau, sind aber Teil der Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt und des Tourismusverbandes Meraner Land. Erste Siedlungsspuren am südlich gelegenen Joch stammen aus dem Mesolithikum. Der Name Naturns stammt aus keltischer Zeit und heißt so viel wie „Siedlung in der Au“. Die Gegend war durchgehend besiedelt. Einer der beiden Meilensteine der Via Claudia Augusta wurde in Rabland gefunden. Die Wurzeln des Prokuluskirchleins im östlichen Teil von Naturns gehen auf das 7. Jh. zurück. Fresken im Inneren dürften aus dem 8. Jh. stammen und damit die ältesten im deutschsprachigen Kulturraum sein. Die Geschichte der Gegend ist mit multimedialer Unterstützung im Prokulusmuseum vis-a-vis zu erleben.

Sonnenhang Zwischen Naturns Und Partschins
Malereien Prokuluskirche
Schreibmaschinenmuseum Partschins
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Naturns ist ein pulsierendes Tourismus- und Handelszentrum, in dem es sich gut flffllanieren, einkaufen und einkehren lässt. An der Straße im Zentrum sind u. a. die alten Straßengasthöfe erkennbar. Geschichtlich kulturelles Highlight sind die Prokuluskirche und das Prokulusmuseum.  Naturns, St.-Prokulus-Straße, +39 0473 673 139, geöffnet 1. April — 2. Nov., Di — So und Feiertag 10 — 12:30 und 14:30 — 17:30 Uhr, Mo Ruhetag, www.naturns.it/prokulus. Etwas talabwärts liegt — am anderen Etschufer — die erstmals im 13 Jh. erwähnte kleine Gemeinde Plaus.

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In Rabland, beim Eingang des Hotel Hanswirt, wurde einer der beiden Meilensteine gefunden, die die Via Claudia Augusta schriftlich überliefern. Dort befindet sich heute eine Nachbildung. Das Original ist im Stadtmuseum Bozen zu besichtigen. Ums Eck liegt die größte Modelleisenbahnanlage Südtirols. Partschins ist die Vinschger Gemeinde mit dem größten Höhenunterschied zwischen 525 m im Tal und den 3337 m des Rotecks. Im malerischen Dorfkern sind vor allem die spätgotische Pfarrkirche St. Peter und Paul, das Schlossweingut aus dem 13. Jh.  und das Schreibmaschinen-Museum zu erwähnen, das dem Partschinser Peter Mitterhofer, Erfinder der Schreibmaschine, gewidmet ist.        Partschins, Kirchplatz 10, +39 0473 967 581, geöffnet   April — Okt. Mo 14 — 18, Di — Fr 10 — 12 und 14 — 18, Sa 10 — 12 Uhr, www.schreibmaschinenmuseum.com.

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Übersichtskarte Teilabschnitt 24
Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 24 Unterer Vinschgau
Übersichtskarte Teilabschnitt 25
Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 25 Algund, Meran, Marling

Am der alten
Etschbrücke in Algund,
Marling und Meran

  • 25

Über die 200 Meter hohe Geländestufe bei Töll gelangt der Reisende vom Vinschgau hinunter ins mediterrane „Gartendorf Algund“. Die geringere Höhe und die geschützte Lage machen die Gegend zu einer der wärmsten Italiens und lassen — neben Birke und Ahorn — Palmen, Zypressen oder Olivenbäume wachsen. In zahlreichen Gärten sind südländische Pflanzen zu entdecken. Sie verstärken noch den Eindruck, dass man hier die Brücke zwischen alpinem und mediterranem Raum quert. Eine Brücke hatte hier auch die Römerstraße. Sie führte im Bereich des Schlosses Forst über den Etschfluss, wieder auf den Hang hinauf und weiter ins Panoramadorf Marling am Westhang über Meran. Bis heute führen zwischen Algund und Marling Brücken über die Etsch. Den historischen ist das Museum Brückenkopf in Algund gewidmet. Die Gegend besticht nicht nur mit einer malerischen Kulturlandschaft zwischen Wein und Äpfeln, durch das mit dem Algunder und Marlinger Waal zwei der schönsten Waalwege führen. In und rund um Meran befinden sich auch die einzige Wellness-Therme entlang der Via Claudia Augusta, die Gärten von Schloss Trauttmansdorf oder Schloss Tirol. Die Region ist eine ganzheitliche Wohlfühlregion, in der auch herrlich die Früchte der Natur zu genießen sind.

Panorama Algund Marling Foto Tschaikner
Brücke Algund
Marling Berge Äpfel
Ponte Algund
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An der Etsch-Schleuse bei Töll zweigt die Reiseroute links auf die alte Landstraße ab, die im Bereich der römischen Trasse nach Algund hinunter führt. Gleich nach der Abzweigung liegt ein Parkplatz, an dem der Algunder Waalweg beginnt. Von diesem bieten sich herrliche Ausblicke auf das Gartendorf und die Stadt Meran — genauso wie von einem malerischen Rastplatz an der Straße, an der die Gemeinde die überdimensionalen „Trauttmansdorffer Thronsessel“ aufgestellt hat. Algund hat eine sehenswerte moderne Kirche. Auch wenn viele Häuser renoviert und neu gebaut wurden, ist der Fortsetzung der Alten Landstraße durch den Ort anzumerken, dass sie die alte Verbindung zur Kurstadt ist. Am Etsch liegt das neue Museum Brückenkopf, das den historischen Straßen gewidmet ist, die allesamt dort den Fluss querten. Auch heute gibt es eine Brücke, auf der der Besucher zu Fuß in den Ortsteil Forst mit Schloss und Privatbrauerei gleichen Namens gelangt.

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Nach Meran, in der sich in der Spätantike das befestigte Castrum Maiense befand, lockt nicht nur die sehenswerte Altstadt mit den bekannten Lauben. Auf einer ca. zweistündigen Runde ab dem Parkplatz beim Frauenmuseum sind fast alle Besonderheiten zu sehen, inkl. dem neuen Wellness-Tempel „Therme Meran“ und den Sisi-Gärten. Oberhalb der Stadt thronen die Stammburg der Grafen von Tirol und die berühmten Gärten von Schloss Trauttmansdorf.

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Der malerisch am Hang gelegene Ort verfügt noch über einen gut erhaltenen Kern. Vom Dorf und vor allem vom mit 12 km längsten Waalweg Südtirols, oberhalb des Ortes, hat man einen herrlichen Ausblick auf die Kurstadt. Schloss Lebenberg ist eines der schönsten Schlösser Südtirols. Es ist in Privatbesitz aber teilweise zu besichtigen.

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Die Via Claudia Augusta führte — wo das möglich war — leicht oberhalb der Talsohle, am Sonnenhang entlang. Zwischen Algund und Marling musste sie aber das Tal queren. Dafür errichteten vermutlich schon die Römer die erste 
Brücke über die Etsch, wo auch in der Folge — bis heute — eine Brücke steht. Bis ins 18. Jh. ragte noch ein Brückenpfeiler der alten Brücke aus dem Flussbett. Heute sind nur mehr Teile der Brückenauffahrt zu sehen, die mit einem Museumsbau eingehaust wurden. Neun originale Lagen Gneisquader mit einer Gesamthöhe von 4 Metern und einer Breite von 6,38 Metern bilden das Herzstück der Ausstellung zur wichtigen Straßenverbindung quer durch Europa. Auf den besonderen Stein-Sockel wurde später ein Bildstock aufgesetzt. Die Römerbrücke war vermutlich eine Holzbrücke, die auf mehrere Steinstützen gelagert war und — mehrfach umgebaut — zumindest bis ins Mittelalter hinein genutzt wurde.

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39020 Marling, Kirplatz 5
29012 Algund, Freiheitsstrasse 45
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Algund 0039 0473 448 600, Meran 0039 0473 447 147, Marling 0039 0473 447 147

Übersichtskarte Teilabschnitt 25
Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 25 Algund, Meran, Marling
Übersichtskarte Teilabschnitt 26
Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 26 Meran, Bozen

Burgen-reich
Das Land zwischen
Meran und Bozen

  • 26

Durch das Etschtal zwischen Meran und Bozen führte die Römerstraße am Westhang. Auf den zahlreichen Hügeln befanden sich schon urgeschichtlichen Siedlungen. In Nals entdeckten Archäologen ein spätantikes Haus mit Bodenheizung, Badeanlage und einer Apsis. Der Aschbach in Gargazon bildete die Grenze zwischen den römischen Provinzen Rätien I und Rätien II. Die Gegend war immer Grenzgebiet und ist es bis heute. Ab dem 13. Jahrhunderten entstanden zahlreiche Festungen, die sie zur burgenreichsten Europas machten. Die Wurzeln der beiden Kirchen St. Georg und St. Margareten in Lana im 9. Jh. zeigen, dass einige Orte bereits sehr alt sind. Die Bevölkerung lebte von dem, was der Boden hergab, von der Straße und einige auch vor Bergbau. In Nals und in Terlan befanden sich bedeutende Silberminen. Im 15. Jh. schürften alleine in Terlan 1000 Knappen in mehr als 30 Gruben nach Erz. Ab Andrian war die Etsch schiffbar und das Silber konnte auf dem Wasserwege Richtung Süden gebracht werden.

Eppan
Burg Lana
Terlan Pfarrkirche
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Das Grenzgebiet war schon früh besiedelt. Die Großgemeinde Lana entstand aber erst durch Zusammenlegung der Gemeinden Vill, Oberlana und Niederlana im Jahr 1850. Sehenswert sind neben den Burgen, Schlössern und Ansitzen vor allem die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt von Niederlana, mit dem Schnatterpeckaltar und das Südtiroler Obstbaumuseum. Die römische Provinzgrenze Aschbach lockt mit gleich mehreren Wasserfällen in die Natur.

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Nals ist heute eine relativ kleine Gemeinde, verfügt aber über einen ausgedehnten Kern, der von der geschichtlichen Bedeutung zeugt. Wegen der zahlreichen Rosen gilt es als „Rosendorf“.  Andrian, eine der kleinsten Gemeinden Südtirols, wurde 1928 vom König in Nals eingemeindet, ist aber seit 1953 wieder selbständig. Mit dem Ansitz Stachelburg, Schloss Payrsberg und Schwanburg mit Schlosskel-lerei , Burg Wolfsthurn und der Burgruine Festenstein, fififfiinden sich gleich fünf Kastelle in den zwei kleinen Orten.

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Terlan, zu dem auch Vilpian im Norden und Siebeneich im Süden gehört, war einst ein bedeutender Bergbauort. Von dieser Zeit zeugt die gotische Pfarrkirche Maria Himmelfahrt aus dem 14. Jh., deren Turm mit mehrfärbigen Schindeln gedeckt ist.  Als Wahrzeichen thront die Burgruine „Maultasch“ über dem Ort. Er ist heute vor allem durch seinen Spargel bekannt. 

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Übersichtskarte Teilabschnitt 26
Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 26 Meran, Bozen
Übersichtskarte Teilabschnitt 27
Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 27 Bozen

Bozen
Landeshauptstadt an der
vermuteten Pons Drusi

  • 27

Man vermutet, dass sich die überlieferte Pons Drusi der Römerstraße dort befand, wo heute in Bozen die Drusus-Brücke ein wenig wesstlich der Einmündung der Talfer den Eisack-Fluss quert. Zuvor musste sie am Fuße von Schloss Siegmundskron die Etsch und den Talkessel queren, der heute fast komplett von der Hauptstadt der Autonomen Provinz ausgefüllt wird. Sie wurde 1170 - 1180 als planmäßige Marktsiedlung mit einer zentralen Gasse und einem Marktplatz (Kornplatz) errichtet, und in der Folge mehrfach erweitert.

Bozen Museion Fassade Brücke
Bozen Stimmung Abend Waltherplatz
Bozen Panoramaaufnahme
Meilenstein Foto
Bozen Laubengasse, Foto: Tourismusverein Bozen
Bozen Öthi Reconstruction Ochsenreiter
Bozen Funivia Del Renon, Rittner Seilbahn
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In Frangart, am Fuße von Schloss Siegmundskron, wo heute das Messner Mountain Museum Firmian zur Auseinandersetzung mit der Beziehung Mensch-Berg ruft, biegen die historische Trasse und die Reiseroute Richtung Stadtzentrum ab. Sie queren die Etsch und den weiten Talkessel. Die Allee und die Brücke zur Altstadt sind nach Drusus benannt, der einst die Römer über die Alpen führte und mit dem Ausbau der bestehenden Pfade zur Straße begann.  MMM Firmian, Bozen, Sigmundskronerstraße 53, +43 0471 631 264, geöffnet vom 1. So im März bis zum dritten So im Nov., 10 — 18 Uhr, Do Ruhetag, letzter Einlass 17 Uhr, www.messner-mountain-museum.it.

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Sein Auto lässt der Reisende während eines Spaziergangs durch die Stadt in der Parkgarage BZ Mitte P8 hinter dem Bahnhof, in der kleinen Parkgarage bei der Rittner Seilbahn oder in der Tiefgarage am Waltherplatz, wo der beschriebene Spaziergang startet. Der Waltherplatz und das Denkmal in der Platzmitte sind dem Minnesänger Walther von der Vogelweide gewidmet. Ab dort gibt es auch einen Shuttle zur  „Bilderburg“ Schloss Runkelstein im Norden der Stadt, mit einigen der bedeutendsten profanen Fresken des Alpenraumes  +39 0471 329 808, Di — So, bis 15. März 10 — 17 Uhr (letzter Einlass 16:30 Uhr), ab 16. März 10 — 18 Uhr (letzter Einlass 17:30 Uhr), www.runkelstein.info. Am Kornplatz fand früher der Korn- und Getreidemarkt statt. In der Mitte der malerischen Laubengasse befindet sich das Merkantilmuseum  +39 0471 945 702, Mo — Sa, 10 — 12:30 Uhr., das in der ehemaligen Handelskammer die Wirtschaftsgeschichte des Landes erzählt. Am Ostende der Prachtstraße liegt das Rathaus. Etwas weiter wartet das Naturmuseum Südtirol   +39 0471 412 964, geöffnet Di — So 10 -—18 Uhr, www.naturmuseum.it. Wer einen schönen Blick auf die Stadt genießen möchte, der fährt am besten mit der Rittner Seilbahn auf das Hochplateau Ritten, die nur wenige Gehminuten entfernt liegt  ganzjährig in Betrieb, www.ritten.com. Die Franziskanerstraße führt zur Franziskanerkirche, dem Franziskanerkloster und schließlich an die Westseite der Laubengasse. Etwas westlich liegen das Südtiroler Archäologiemuseum mit „Ötzi“  +39 0471 320 100, im Juli, Aug. und Dez. täglich 10 — 18 Uhr, in den übrigen Monaten Mo Ruhetag, letzter Einlass um 17:30 Uhr, www.iceman.it, und das Stadtmuseum mit einem der zwei originalen Meilensteine, die die Via Claudia Augusta schriftlich überliefern  +39 0471 997 960, Di — So 10 — 18 Uhr. Über die Talferbrücke erreicht man das Siegesdenkmal, eines der letzten verbliebenen Monumente, die in der faschistischen Zeit errichtet wurden. Über die neue Rad- und Fußgängerbrücke quert die Route wieder die Talfer und führt direkt zum „Museion“, das moderne und zeitgenössische Kunst präsentiert  +39 0471 223 413, geöffnet Di — So 10 - 18 Uhr, letzter Einlass: 17:30 Uhr, Do 10 -—22 Uhr,freier Eintritt 18 — 22 Uhr, Gratisführung: 19 Uhr, letzter Einlass: 21:30 Uhr, www.museion.it. Stadttheater und Konzerthaus bilden eine Einheit nahe dem Eisack-Fluss. Den würdigen Abschluss der Stadtrunde bildet der gotische Dom Maria Himmelfahrt aus dem 12. Jh., mit der Domschatzkammer. Er stand einst außerhalb der Stadtmauer  +39 0471 978 676, Di — Sa 10 — 12 Uhr.

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Die Rieseroute führt über die Loretobrücke und dann — auf den Spuren der Römerstraße — Richtung Leifers, der südlichsten Stadt Südtirols.

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Übersichtskarte Teilabschnitt 28
Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 28 Südtirols Süden

Südtirols Süden
Castelfeder, Endidae und
die Weinstraße

  • 28

Brücken waren teuer und aufwändig zu errichten bzw. zu erhalten. Deshalb gab es wenige und es war notwendig beidseits des Flusses am Hang entlang eine Straße zu führen. Eine Römerstraße dürfte ungefähr dort verlaufen sein, wo heute die Südtiroler Weinstraße durch die bekannten Weindörfer St. Pauls, St. Michael, Kaltern am See, Tramin, Kurtatsch, Margreid und Kurtinig führt. Die eigentliche Via Claudia Augusta, dürfte dem Osthang entlang südwärts geführt haben, am Fuß des bereits Jahrtausende besiedelten markanten Berges „Castelfeder“ in Auer, zur nachgewiesenen römischen Straßenstation Endidae im heutigen Neumarkt nach Salurn, wo sich einst die vielbesungene „Salurner Klaus“ befand. Ab Branzoll bei Südtirols südlichster und zugleich jüngster Stadt Leifers war übrigens die Etsch floßbar und war bis zum Bau der Eisenbahn der wichtigste Wirtschaftsfaktor von Südtirol und dem Trentino.

Castelfeder
Kaltern Wein See
Neumarkt Lauben
Strassenstation Endidä
Salurner Klause
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Leifers, Branzoll und Pfatten sind — abgesehen von Bozen — eine der wenigen Orte, die mehrheitlich von italienischsprachigen Südtirolern bewohnt werden. Ab Pfatten war die Etsch schiffbar.

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Mehrere Orte bilden gemeinsam die Großgemeinde Eppan im Norden des sogenannten „Überetsch“, einer über dem Talboden erhobenen Hügellandschaft. 2005 entdeckten Archäologen in St. Pauls Reste einer römischen Villa mit Fußbodenmosaiken aus dem 4. Jh. und einer Thermenanlage. Schon 590 wurde die Gemeinde erstmals erwähnt. Der heutige Hauptort St. Michael und auch der ursprüngliche Hauptort St. Pauls mit einem der höchsten Kirchtürme des Landes, verfügen über einen malerischen historischen Ortskern.  Das Weindorf Kaltern am Kalterer See mit seinem malerischen verkehrsberuhigten Zentrum liegt am Hangfuß des Mendelkammes und ist durch den Mitterberg vom Fluss getrennt. Südlich des Hauptortes sinkt die vom Weinbau geprägte Landschaft zum geschützten Naturjuwel Kalterer See ab, der als wärmster Badesee südlich der Alpen gilt.

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Die markante Anhöhe Castelfeder bei Auer bietet auch einen guten Überblick über das Tal, bot Schutz und war deshalb schon lange vor Christi Geburt und auch in der Römerzeit besiedelt. Ein Teil der Ausgrabungen der römischen Straßenstation Endidae in  Neumarkt sind noch geöffnet und zu besichtigen. Der ausgedehnte historische Ortskern der Marktgemeinde mit seinen Lauben geht hauptsächlich auf das 16. Jahrhundert zurück. Der südlich gelegene Ort Laag dürfte seinen Namen von einem See haben, zu dem das Geschiebe des Noceflusses die Etsch aufgestaut hatte. Bei Salurn verengt sich das Etschtal zur Salurner Klause, die das Südtiroler Unterland von der anschließenden Piana Rotaliana trennt. Die Orte Salurn und Buchholz gehen auf römerzeitliche Siedlungen zurück. Schon 575 v. Chr. wird Salurn erstmals urkundlich erwähnt. Es besticht mit einem malerischen alten Dorfkern, über dem die Haderburg thront.

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Tramin ist berühmt für die Rebsorte Gewürztraminer. Es verfügt über einen ausgedehnten alten Ortskern mit prächtigen Kirchen, der sich an den Hang schmiegt. Kurtatsch war schon im Mesolithikum besiedelt, was Archäologische Funde bezeugen. Schon im 4. Jh. wurde der Ort zum christlichen Glauben gebracht, vom Hl. Vigilius, dem eine romanische Wallfahrtskirche aus dem 1300 Jh. gewidmet ist. Margreid sieht man an, dass es seit jeher von Obst- und Weinbauern geprägt wurde. Das malerische Dorfzentrum mit seinen geschwungenen Gassen zeigt südliche Einflüsse. Das kleine Gemeindegebiet Kurtinigs, das sich auf das Tal beschränkt und lediglich 4 Meter Höhenunterschied aufweist, galt schon zur Stein- und Römerzeit als ertragreiches Jagd- und Fischereigebiet.

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Übersichtskarte Teilabschnitt 28
Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 28 Südtirols Süden
Übersichtskarte Teilabschnitt 29
Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 29 Piana Rotaliana

Piana Rotaliana
Die fruchtbare Weinebene
an der Sprachgrenze

  • 29

Das Geschiebe, das der Fluss Noce aus dem Nonstal mitbrachte, staute einst die Wasser des Etsch zu einem weitläufigen See, der das ganze Tal ausfüllte. Er lag als natürliche Grenze zwischen den Gemeinden von Südtirols Süden, des Nonstales und jenen nördlich der Stadt Trento. Gemeinsam mit anderen Ursachen erklärt der so erschwerte Kontakt zwischen den Orten, dass sich hier die Grenze zwischen dem deutschen und italienischen Sprachraum bildete. Die Bevölkerung der Piana Rotaliana spricht heute durchwegs italienisch. Das Wasser zog aber auch eine Grenze durch die Region. Mezzocorona (Kronmetz), ihr heutiges Landwirtschaftszentrum, ist eher deutsch geprägt, während z. B. die traditionellen Handelszentren Mezzolombardo am Eingang ins Nonstal und Lavis am Eingang ins Tal des Avisio mit ihren stattlichen Palazzi eher italienisch geprägt sind. Heute ist der See Geschichte. Die Ebene auf den Erden, die der Noce-Fluss mitgebracht hat, ist besonders fruchtbar. Die ganze Piana Rotaliana und ihre Hänge sind von Weingärten überzogen, in denen als regionale Spezialität die bekannten Teroldego-Trauben reifen. Die gedeihliche Entwicklung der Gegend wurde wesentlich vom ehemaligen Stift San Michele all‘Adige geprägt, das noch heute mit dem Istituto Agrario das landwirtschaftliche Kompetenzzentrum des gesamten Trentino beherbergt und im Landesmuseum für Volkskunde das Leben und die Gebräuche im ganzen Land abbildet. Von den Schlössern und Festungen ist wohl die Höhlenburg San Gottardo im Fels hinter Mezzocorona die bekannteste.

Piana Rotalina von oben
Castello Corona
Mezzolombardo historisches Zentrum aus der Luft
San Michele
Lavis Giardino Dei Ciucioi
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Im malerischen alten Ortskern der ersten italienisch-sprachigen Gemeinde Roverè della Luna ist die ehemalige Friedhofskapelle St. Anna aus dem späten 15. Jh. besonders sehenswert. Prähistorische Funde zeigen, dass Mezzocorona schon vor den Römern besiedelt war. Wie Ausgrabungen belegen, war er auch ein wichtiger Wegpunkt an der Römerstraße. Mezzocorona verfügt auch über einen sehenswerten, weitläufiffiigen Kirchplatz. Wenige Meter davon entfernt führt eine Gondelbahn auf eine Hochebene am Gipfel der schroffen Bergkette Monte, von wo man eine herrliche Aussicht genießt.  

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Der an den Hang gelehnte Ort Mezzolombardo, mit seinen malerischen geschlossenen Häuserreihen und zahlreichen Palazzi, ist das Handelszentrum an der alten Straße ins Nonstal. Im Ort, am Fuße der Kirche San Pietro und der Burg Castello della Torre, kann der Besucher herrlich flanieren, Kaffee trinken, ein Eis genießen und in kleinen Geschäften einkaufen, in denen auch die Bevölkerung einkauft.

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Das ehemalige Chorherrn-Stift San Michele beherbergt auch das Trentiner Volskundemuseum „Museo degli Usi e Costumi della Gente Trentina“.  Via Mach 2, +39 046 650 314, geöffnet täglich 9 — 12:30 sowie 14:30 -— 18 Uhr, nur 1. Nov, 25. Dez. und 1. Jan geschlossen. www.museosanmichele.it.

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Das Weindorf Faedo thront wie ein Adlerhorst über dem Tal. Nave San Rocco war, wie sein Name erahnen lässt, ein Fähr- und Flößerort an der Etsch, lange Zeit der wichtigste Wirtschaftsfaktor des Tales. Zambana ist für seinen Spargel bekannt. Vom alten Ortskern steht nur mehr die Kirche. Der Rest wurde 1955 von einem katastrophaler Bergsturz komplett begraben.  Schließlich wartet noch Lavis, bevor es über den Wildbach Avisio ins Stadtgebiet von Trento geht.  Der Ort hat einen malerischen alten Kern mit vielen sehenswerten Gebäuden. Besonders erwähnenswert ist der geheimnisvolle hängende Garten der „Ciucioi”, der mit seinen romantischen Ruinen das unterhalb liegende Tal dominiert.

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www.viaclaudia.org
info@viaclaudia.org
0043 664 27 63 555

Detailfragen zur Region beantwortet am Besten die

Touristinfo des Consorzio Turistico Piana Rotaliana Köningsberg
www.pianarotaliana.it
info@pianarotaliana.it
38017 Mezzolombardo, Corso del Popolo, 35
0039 0461 175 25 25

Übersichtskarte Teilabschnitt 29
Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 29 Piana Rotaliana
Übersichtskarte Teilabschnitt 30
Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 30 Val Di Cembra

Hochtal Val di Cembra
Altopiano di Piné
Wein und Seen

  • 30
Val Di Cembra da San Floriano
Val Di Cembra, Cembra e Faver Visti da Sevignano
Panorama Verla Di Giovo
Piramidi Di Segonzano
Albiano Porphyry Quarry
Übersichtskarte Teilabschnitt 31a
Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 31a Trento

Trento (Richtung Feltre, Treviso, Altino, Venedig)
Römischer Verkehrsknoten
Tridentum

  • 31a

Trento geht - wie auch der Name zeigt - auf die Räter zurück und war schon zu dieser Zeit ein wichtiger Verkehrsknoten. Die Via Claudia Augusta gabelte sich in Tridentum in die Via Claudia Augusta Altinate Richtung Adriahafen Altinum, nahe dem heutigen Venedig, und die Via Claudia Augusta Padana zum Flußhafen Ostiglia am Po. Von dort führte eine Straße weiter nach Rom. Die spätere historische Bedeutung der Stadt geht vor allem auf das Konzil von Trento (1545 — 1563) zurück, das der Gegenreformation zu ihrem Auftrieb verhalf und ihren geistigen Rahmen bestimmte. In dieser Zeit wurde auch ganz wesentlich das Bild der heutigen Altstadt geprägt. Der Reinaissancestil wurde später vom Barock ergänzt. Bis zum Einmarsch der Napoleonischen Truppen herrschten die Fürstbischöfe von Trento vom mächtigen Schloss Buonconsiglio aus über die Stadt und das umliegende Land.

Trento
Paganella Brenta Trento, Foto: Gemeinfrei Wikipedia
Trento
Unterirdisches Tridentum Zotta
Buonconsiglio, Foto: Jakub Halun
Loggia Del Buonconsiglio
Palazzo Pretorio di Trento
Trento Campanile, Foto: Wikipedia Markus Bernet
Muse
Trento, Fest, Domplatz
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An der Brücke über den Avisio in Lavis beginnt das Stadtgebiet. Richtung Altino bei Venedig führte die alte Straße bereits dort den Hang hinauf, in die Valsugana. Die Reiseroute folgt zunächst dem ungefähren historischen Straßenverlauf in den Ort Meano, von wo aus man erstmals auf die Konzilstadt hinunterblickt. 

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Während eines Spaziergangs durch die Stadt, lässt der Besucher sein Auto am besten im Parkhaus an der Via Torre Verde 40, direkt am Rand der Altstadt. Beim Eintritt in den historischen Teil der Stadt erwarten den Besucher die Touristinformation und die zeitgenössische Stadtgalerie. Unweit davon warten unterhalb des Battisti Platzes die unterirdischen Ausgrabungen des römischen Tridentum. Über die vom Renaissance-Palazzi gesäumte Via Belenzani mit dem Rathaus im Palazzo Thun gelangt der Besucher zum Domplatz. Die parallelen Gassen Via Cavour im Westen und Via Oss Mazzurana im Osten strahlen mit ihr um die Wette. Direkt am Domplatz liegen auch das Diözesanmuseum und die Kathedrale Vigilio. Schließlich führt der Spaziergang zum Schloss Buonconsiglio, das auch das historische Museum von Trento beherbergt.

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Am Schloss Buonconsiglio vorbei und dann an der großen Kreuzung links verlässt die Reiseroute Richtung Valsugana die Stadt. Von oben bietet sich nochmals ein schöner Blick zurück.

Übersichtskarte Teilabschnitt 32a
Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 32a Obere Valsugana

Obere Valsugana:
Seen und Kurstadt
der Habsburger

  • 32a

Ausgrabungen zeugen von der frühen Besiedelung des Tales zwischen Trento und dem Veneto. Burgen wie jene über Pergine, dienten auch der Kontrolle der wichtigen Straße. Die Alta Valsugana gehörte seit jeher zum Einflussbereich Trentos. Während des 1. Weltkrieges war die Gegend hart umkämpft, verlief doch die Grenze zwischen Österreich-Ungarn und Italien in unmittelbarer Nähe, südlich der Hochebene von Lavarone. Von dieser Zeit zeugen zahlreiche Festungsanlagen. Mit dem Caldonazzosee und dem Levicosee prägen zwei große Badeseen die Gegend. Die Valsugana ist außerdem schon seit den Habsburgern eine beliebte Kurgegend mit der Kurstadt Levico Terme und dem Kurort Roncegno Terme.

Alta Valsugana, Laghi Seen
Gran Hotel Levico, Terme, Alta Valsugana, Trentino
Castell Pergine, Alta Valsugana
Bici Lago Di Levico Alta Valsugana
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Über eine Anhöhe führt die Reiseroute ins Suganatal. Dort empfängt direkt an der Straße die erste von zahlreichen österreichisch-ungarischen Festungsanlagen aus dem 1. Weltkrieg. In der Kirche des malerischen alten Ortskerns von Civezzano gibt es die älteste Kirchenorgel des Trentino zu bewundern. Der Ort ist auch Sitz des Ecomuseo Argentario, das den bedeutenden mittealterlichen Silberbergbau in der Gegend für Besucher zugänglich macht. Die Gegend von Pergine Valsugana ist schon seit prähistorischer Zeit besiedelt und erlebte ihre größte Blüte durch den Bergbau. Die heutige Großgemeinde entstand allerdings erst durch die Eingemeindung von 13 Gemeinden im Jahr 1928. Die Altstadt mit ihrem stattlichen Rathaus und der Renaissancestraße Via Maier zeugen von den größten Zeiten. Oberhalb von Pergine thront das gleichnamige Schloss, von dem man annimmt, dass es seine Wurzeln schon in der Römerzeit hat. Die historische Trasse der Via Claudia Augusta wird in Tenna am Bergrücken zwischen Caldonazzo- und Levicosee vermutet. Dort wurde auch ein Meilenstein gefunden. Die Reiseroute führt nördlich des Levicosees, am Berghang, in die Kurstadt Levico. Alternativ kann der Reisende den Caldonazzosee im Süden umrunden.

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Levico wurde von den Habsburgern zur einzigen Stadt in der Alta Valsugana erhoben. Es war Standort einer Garnison sowie beliebter Kurort der Habsburger und der oberen Gesellschaft von Österreich-Ungarn. Mitten in der ausgedehnten Altstadt  mit seinen malerischen Gassen befindet sich der Kurpark mit dem Grandhotel Terme. In Levico ist auch ein römischer Sarkophag zu bewundern.

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Touristinfos der APT Valsugana Lagorai
www.visitvalsugana.it
38057 Pergine Valsugana, Piazza Serra, 10
38056 Levico Terme, Viale Vittorio Emanuele III, 3
38051 Borgo Valsugana, Piazza De Gasperi
38053 Castello Tesino, Via Dante, 10
info@visitvalsugana.it
0039 0461 727 700

Übersichtskarte Teilabschnitt 32a
Übersichtskarte rechts Teilabschnitt 32a Obere Valsugana