Grabung Prügelweg Lermoos

Schon die Kelten, die Räter in den Alpen, die Veneter, Ligurer und Etrusker standen in regem Austausch. Kaiser Claudius ließ ihre Straßen zur ersten trans-europäischen Verbindung über die Alpen ausbauen und gab ihr seinen Namen. Auch in der Folge, bis heute, war die Via Claudia Augusta immer eine wichtige Straße, welche die Regionen, Menschen und ihre Kulturen nachhaltig prägte. All das, was Europas Kulturachse in Tausenden von Jahren mit-geprägt hat, ist im Korridor rechts und links der historischen Route zu entdecken, wird zugänglich und erfahrbar gemacht und als Verbindungsachse gelebt, auf dass die Via Claudia Augusta auch eine lebendige Gegenwart hat, die zukünftigen Generationen ein noch reicheres Erbe hinterlässt. Schon jetzt folgen Interessierte von allen Kontinenten entlang der Via Claudia Augusta der Geschichte von ihren Ursprüngen bis heute. Der angestrebte Status eines Welterbes der UNESCO soll den Regionen entlang Ansporn zur Pflege und Weiterführung ihres Erbes sein und international auf dieses Erbe aufmerksam machen helfen. Neben der Via Claudia Augusta insgesamt würde auch die Geschichte der Regionen, die kleineren und größeren kulturellen und anderen Besonderheiten der Gemeinden entlang der Route von der Aufmerksamkeit für ein UNESCO-Welterbe Via Claudia Augusta profitieren. Das Ziel ist ambitioniert. Es ist nicht garantiert, dass wir es schaffen, aber wenn alle zusammenarbeiten, dann sind die Chancen gut, und die Via Claudia Augusta gewinnt durch gemeinsames Engagement auf alle Fälle an Stärke und Wirkung für alle.

UNESCO-Grundbedinungen
Universalität

Ein Welteerbe muss eine außergewöhnliche Bedeutung für grundlegende Entwicklungen der Menschheitsgeschichte besitzen, die für die Menschheit als Ganzes relevant ist.

Mit außergewöhnlich ist gemeint, dass das Erbe nicht autauschbar mit vielen ähnlichen Stätten sein soll, überdurchschnittlich aussagekräftig für ein historisches Phänomen, selten in seiner Qualität, Dichte und Erhaltung, besonders geeignet, etwas Grunsätzliches für die Menscheheitsgeschichte zu erklären. Die UNESCO fragt nicht: "Ist ein Erbe alt oder schön?", die Unesco fragt "Warum ist gerade dieses Beispiel eines der bedeutendsten weltweit?"

Mit grundlegender Bedeutung für die Entwicklung der Menschheitsgeschichte meint die UNESCO z. B. Sesshaftwerdung, Städtebildung, Landwirtschaft, Schrift, Handelssystem, Fernverkehr, Staatsbildung, Religion und Pilgerwesen, technische Innovation, großräumige Vernetzung, ... Ein Erbe sollte diesbezüglich besonders prägend, aussagekräftig, früh, besonders wirksam, gut erhalten und oder nachvollziehbar sein.

Für die Menschheit als Ganzes bedeutend meint, dass die Bedeutung über lokale, regionale oder nationale Zusammenhänge hinausreichen sollte.

 

Die Via Claudia Augusta
in Bezug auf diese
Grundbedingung

Was macht die Via Claudia Augusta außergewöhnlich? Sie hat eine ungewöhnliche Lanzeitkontinuität, eine besondere geografische Herausforderung, eine außergewöhnliche Dichte unterschiedlicher Nachweise und eine außergewöhnlich gute räumliche Nachvollziehbarkeit sowie eine besonders große historische Wirkung.

Die Via Claudia Augusta hat für mehrere menschliche Entwicklungsprozesse Bedeutung. Sie ist vor allem eine ein wirkungsstarkes, gut erklärbares und nachvollziehbares Beispiel: Sie verdeutlicht besonders gut die dauerhafte Überwindung einer natürlichen Barriere mit dem nachhaltigen Effekt der Verbindung von Kulturräumen in vielen Facetten, aber auch die wirtschaftliche Aktivierung des alpinen Zwischenraums durch eine Straße. Sie verbindet den Mittelmeerraum, den Alpenraum, und das nördliche und nordwestlcihe Europa. Bei der kulturellen Verbindung geht es um großräumige Vernetzung über Barrieren hinweg, Handelssystem, um Herrschaftsentwicklung und -organisation. Es geht aber auch um Verbreitung von Religion und technischer Innovation. Einfüsse gibt es auch auf Städtebildung und Landwirtschaft. Dabei Städtebildung, Landwirtschaft, Schrift, Handelssystem, Fernverkehr, Staatsbildung, Religion und Pilgerwesen, technische Innovation, großräumige Vernetzung, ... 

Die Via Claudia ist nicht nur global bedeutend, weil sie eine großen Teil Europas miteiander verband. Sie förderte wirtschaftliche, politische und kulturelle Verdichtung, die zur Herausbildung Europas als dynamischer historischer Raum beitrug, von dem bedeutende globale Wirkungen ausgingen (Handel, Technik, Expansion, Ideen).

 

Notwendige Materialisierung
des universellen Werts

Materialisierung bedeutet im UNESCO-Sinn, dass sich der außergewöhnliche universelle Wert nicht nur theoretisch oder historisch erschließen lässt, sondern konkret in materiellen Zeugnissen und im Raum sichtbar und nachvollziehbar ist.

Bei der Via Claudia Augusta erfüllt sich diese Materialisierung durch:

  • erhaltene Trassenabschnitte und Wegespuren
  • Meilensteine als eindeutige historische Belege
  • besondere Straßenteile wie Prügelweg, Stützmauern, Brücken, Wagenspuren, ...
  • markante Trassenführung z. b. in den Pass-Bereichen
  • archäologische Befunde entlang des Korridors
  • sowie durch die bis heute erkennbare Kontinuität des Verkehrs- und Siedlungsraumes

Symposium
am 19. Juni 2026
in Algund

Am 19. Juni 2026 laden die Gemeinde Algund und die Via Claudia Augusta zu einem Symposium ins Kulturzentrum "Thalguter-Haus" in Algund. Im Rahmen dieses Symposiums sollen die Möglichkeiten der Via Claudia Augusta Welterbe der UNESCO zu werden aufgezeigt werden. Es soll gezeigt werden, was der Welterbe-Status der Via Claudia Augusta, den Ländern, Regionen und Orten entlang der Route bringen würde und was die Herausforderungen sind, die auf die Via Claudia Augusta und ihre Partner zukommen, wenn das Welterbe-Prädikat angestrebt wird.

News Via Claudia Augusta

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